Ausgangslage
Vaillant VCW DE 194/4-5-A-H R6, vermutlich 2019, jährlich gewartet. Dazu eine Midea PortaSplit im Arbeitszimmer, deren warme Luft ich über ein Schlauchsystem in Bad und Schlafzimmer schicken will. Dieses System nutze ich bereits mit einem 3D-Druck-Adapter bereits zum kühlen. Gas kostet mich 8,89 ct/kWh und Strom 30,6 ct/kWh.
Die naheliegende Regel wäre “bis 5 Grad Wärmepumpe, darunter Gas”. Genau das will ich nicht, weil die Grenze geraten ist und ich Spaß am Tüfteln habe. Midea gibt nur einen SCOP von 4,0 für die mittlere Heizperiode an, plus 3,5 kW bei rund 950 W unter Prüfbedingungen. Als Startannahme okay, als Regelgröße mir zu unscharf.
COP selbst messen
Eine Leistungsmessung habe ich schon, da hängt ein Shelly Smart Plug dran. Für die Wärmeseite brauche ich Zulufttemperatur, Ablufttemperatur und Volumenstrom.
Der Volumenstrom ist der wunde Punkt. Midea nennt 350, 390 und 420 m³/h je Lüfterstufe, mit Schlauch stimmt das kaum noch. Ich nähere zunächst über die Lüfterstufe an und rechne mit einem gleitenden 10-Minuten-Mittelwert, damit Kompressorregelung und Messrauschen rausfallen. Falls es genauer sein muss, kommt später ein einfaches Anemometer an einen ESP32 mit ESPHome.
Dazu kommt ein wetterfester Außensensor, nicht für die COP-Gleichung selbst, sondern um nach einer Heizperiode eine eigene COP-Kennlinie über der Außentemperatur zu haben.
Die Gasseite verschiebt den Break-even
Für die VCW DE 194/4-5 A-H weist Vaillant je nach Betriebsbedingung 80 bis 82 Prozent Nutzungsgrad aus. Bei 82 Prozent komme ich auf rund 10,84 ct/kWh Wärme, damit ist die Wärmepumpe schon ab etwa COP 2,8 günstiger.
Das sind aber Datenblattwerte und nicht der reale Nutzungsgrad im Teillastbetrieb, deshalb will ich das messen. Hierfür will ich einen smarten Gaszähler installieren. Hierzu muss ich mich bis zum Winter auch einlesen. Zusammen mit dem eBUS-Controller (eBus Adapter Stick c6) habe ich dann echte Zahlen statt Annahmen.
Was am Ende in HA steht
Zwei Entities nebeneinander, Cent pro kWh Wärme für Midea und für Vaillant. Better Thermostat regelt die Räume unverändert weiter, eine übergeordnete Automation entscheidet nur, welcher Erzeuger die nächste kWh liefert. Dies ist insbesondere für Schlafzimmer und Bad. Die Grundwärme für alle Räume soll weiterhin durch die Gasheizung kommen. Da ich Schlafzimmer und Bad wärmer haben möchte, soll die Midea gezielt für diese Wärme sorgen. Mein Arbeitszimmer wird bereits ausreichend durch Serverschrank und PC geheizt.
Drei Dinge halte ich für wichtiger als jede Nachkommastelle. Erstens Hysterese, also einschalten ab COP 3,3 und abschalten unter 2,9, plus Mindestlaufzeit und Mindeststillstand, sonst springt die Entscheidung dauernd. Zweitens Abtauerkennung: währenddessen zieht das Gerät Strom und liefert kaum nutzbare Wärme, daher ist das Ziel es gar nicht erst dazu kommen zu lassen. Drittens die Zielrichtung: wenn Bad und Schlafzimmer ihre Solltemperatur haben, geht die Midea runter, egal wie gut der COP gerade ist.
Mein Balkonkraftwerk lasse ich bewusst draußen, 1 kWp mit 2 kWh Speicher trägt im Winter keine Heizstrategie. Überschuss darf die Midea später als Bonus auch unter dem Break-even laufen lassen, die Grundlogik hängt aber nicht daran.
Thermostate: TRVZB oder tado X
Alles andere habe ich schon aussortiert, bei diesen beiden bin ich unentschieden. Geregelt wird in beiden Fällen über Better Thermostat mit Temperatur und Feuchtigkeitssensoren sowie Tür-/Fensterkontakte, das Thermostat soll also möglichst nur ausführen.
Zur Einordnung: Matter ist bei mir kein Hindernis. Thread Border Router ist vorhanden. Matter läuft bereits unter anderem mit Alpstuga und Nuki Lock. Apple Home nutze ich als Bedienoberfläche, aber binde die Geräte direkt in HA ein. Falls es tado wird, will ich ausdrücklich über Matter gehen und keine Bridge X einsetzen.
Beim TRVZB reizt mich der Preis. Das neue Display ist schön, aber meiner Meinung nach dem Tado X unterlegen.
Beim tado X gefallen mir Design und der aufladbare Akku.
Meine Fragen an euch:
Wer fährt tado X produktiv nur mit eigenem Thread Border Router, ohne Bridge X? Sieht man alle Sensoren, die auch die Tado App hätte? Kann man über matter auch Firmware Updates machen?
Wer nutzt tado X mit Better Thermostat, und läuft das so gut wie mit einem Zigbee-TRV, oder kämpft man gegen die geräteeigene Logik?
Hat schon jemand die TRVZB im Einsatz oder kann von den eigenen Erfahrungen mit den alten Sonoff TRV berichten?
TL;DR
Ich habe eine Midea PortaSplit und eine Vaillant Gastherme. Statt nach Außentemperatur umzuschalten, will ich den echten COP messen und daraus für beide Erzeuger eine “Cent pro kWh Wärme”-Entity bauen. Mein Umschaltpunkt liegt rechnerisch bei etwa COP 2,8. Bei den Heizkörperthermostaten stehen nur noch Sonoff TRVZB und tado X zur Wahl, da bin ich unentschieden. Hierbei hätte ich gerne eure Erfahrungen und Einschätzung. Dazu habe ich unten ein paar FragenDiese stehen direkt drüber.
Nachtrag:
Ich habe gerade auch die Matter Thermostate von Ikea gesehen. Diese klingen bei den Preis auch unschlagbar. Da ist das fehlende Display verkraftbar nachdem ich alles über Better Thermostat bzw. Automationen. und eBus steuere oder steuern lasse.
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