Shelly für Lichtschalter - leider nur braun und gelb-grünes Kabel?

Das was Du beschreibst nennt sich allgemein eben Bestandsschutz, obwohl es offiziell nicht so heißt.

Rumwundern von einigen, warum über den grün/gelben etwas geschaltet ist bringt hier keinen weiter. Das war bis 1973 Stand der Technik.

Das sollte umgehend vom Elektriker geändert werden. Auch weil diese Art der Verkabelung Störungen im Home Assistant verursachen können.

Das nennt man auch verPENnte Installation, wurde durchaus früher von Elektriker gemacht, um Kabel zu sparen.

Da wurde der Nullleiter (bl) einfach auf den Schutzleiter, Erde (gbgn) geklemmt, in der Regel erfolgte das etagenweise, allerdings auch in den Wänden.

Das Problem, der Rückstrom eines angeschlossenen Gerätes fließt so durch den Schutzleiter und hebt dort das Potential an.

In der nächsten Etage das gleiche Spiel. So entsteht ein Potentialunterschied auf dem Schutzleiter zwischen zwei Etagen.

Das ist kritisch für elektronische Geräte, die über beide Etagen verteilt sind und über Datenkabel miteinander verbunden werden. Denn jetzt fließen Potentialausgleichströme über die Datenkabel und zerstören die Geräte, auch wenn das durchaus einige Zeit dauern kann.

Lebensgefährlich wird es aber, wenn im Altbau durch Korrosion der Anschlüsse (oder durch Überlastung) der Schutzleiter unterbrochen ist, was durchaus passiert. Dann liegt Netzspannung an den Geräten.

Das war nie Stand der Technik. Seit Einführung des grün/gelben Schutzleiters Mitte der 60er durfte dieser schon für nichts anderes verwendet werden.
Daß es viele gemacht haben, weil “man ja jetzt noch eine Ader mehr in der Leitung hat”, macht es nicht richtig oder gar zum (ehemaligen) Stand der Technik. Das ist Pfusch und war es früher schon.

Bestandsschutz ein Begriff (unter anderem) aus dem Bauwesen. Das sind Klauseln in Gesetzen und auch Verträgen, die aktiv eingeräumt werden.

In der Elektrotechnik gibt es dieses aktive Einräumen nirgendwo. Daher gibt es auch keinen Bestandsschutz alter oder veralteter Anlagen.

Nenne es doch wie du willst. Warum das gemacht wurde ist doch klar. So konnte man dreiadrige Kabel verwenden, wo man nach DIN/VDE regulär vier oder fünf benötigt. Es ist in Bestandsanlagen also kaum mit geringem Aufwand möglich das auszubauen. In meinem Haus habe ich das durch, alles komplett neu verkabelt.

Noch ein Hinweis:

verPENnte Installation ist definitiv verboten, ganz egal wer was früher mit welcher Begründung gemacht hat.

Das könnte auch ein Versicherungsproblem werden im Falle eines Hausbrandes.

In jeden Fall kann das die Quelle von unklaren Störungen und Effekten sein, durch Spikes, EMC Probleme, WLAN Störungen. Siehe Masse-, Erdubgs- und Schirmungskonzept.

Rückströme auf den Schutzleiter als Nullleiter führen dann auch Spikes durch z.B. Schaltnetzteile.

Da Abschirmungen von Datenleitungen aber auch Sensorleitungen im Gerät auf einen Sternpunkt gezogen werden, der wiederum mit einem Massesternpunkt verbunden ist, und letztendlich auf dem Schutzleiter liegt, erzeugt man zusätzlich zu den Potentialazsgleichströmen auch noch „Brummschleifen“.

Auch wenn das hier für Praxen und Kliniken gedacht ist, gilt das gleichermaßen:

DIN VDE 0100-710:
Neue Norm für Niederspannungsanlagen
in Praxen und Kliniken

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Stimmt, heute macht man TN-C nur noch mit “dicken” Kabeln, meist so auf Verteilnetzseite.
Für die Elektrik gilt, es gibt für privat aus elektrischer Sicht nur eine Nichtnachrüstpflicht.
Sobald man daran rum baut, entfällt das und Steckdosen brauchen z.B. den RCD.
Und weil ich das jetzt schon öfter erlebt hab, nur weil ihr das elektrisch nicht ändern müsst, es könnte andere Gründe geben, das mal in Ordnung zu bringen. Zum Beispiel werten einige Versicherungen elektrische Anlagen älter als 20-25 Jahre als grob fahrlässig, und dann ist nix mehr mit Versicherungsschutz.
Das Selbe gilt für die meisten Bastler hier, wer in seiner Hausinstallation rum baut, und kein Elektriker ist, das kann den Versicherungsschutz kosten. Als Laien dürftet ihr nicht mal eine Lampe aufhängen, ohne das es rechtlich falsch ist. Schaltgeräte in Unterputzdosen oder Smartmeter in Verteilungen dann gleich gar nicht.

So, das mal zur grauen Theorie, das jeder weiß, was er macht. Ich weiß, viele interessiert es nicht, andere wissen es nicht, welches Risiko sie eingehen.

Wer natürlich jetzt noch Installationen von vor über 30 Jahren hat, sollte ruhig mal ans Erneuern denken, technischer Defekt als Ursache für Hausbrand sind oft diese alten Dinge so mit lustigen Verteilerdosen und so. Die Installationen von damals sind in keinem Fall für die Ansprüche von heute ausgelegt. Und fragt dazu gern mal den Elektriker eures Vertrauens.

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Ich bin jetzt einen Schritt weiter und habe die Wand an der Stelle geöffnet, bei der wohl der Stromstoßschalter sitzt. Anbei ein Bild.

Kann ich nun diesen Stromstoßschalter durch einen Shelly mini Gen3 ersetzen und das gewünschte Ziel erreichen?

Hier noch das Bild

:crayon:by HarryP: Zusammenführung Doppelpost (bei Änderungen oder hinzufügen von Inhalten bitte die „Bearbeitungsfunktion“ anstatt „Antworten“ zu nutzen)

Klar. Schau mal hier, da hast du verschiedene Arten von Schaltbildern. Auch das für Taster.

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