Ich habe im Studium (vor gefühlt hundert Jahren) fünf Programmiersprachen gelernt, aber im Berufsleben nie angewandt - bis auf HTML, dass ich mir selbst beigebracht und später in einem Lehrgang vertieft habe. Seit ca. 1/2 Jahr entwickle ich verschiedene IoT-Geräte für den Hausgebrauch - und vielleicht findet das eine oder andere davon in Zukunft sogar einen Markt.
Ohne KI (ich benutze fast ausschließlich die DeutschlandGPT - nur bei sehr technischen Fragen ChatGPT) wäre ich nie auf die Idee gekommen solche Projekte anzugehen. Ich kann kein JavaScript, auch kein C oder C++ - das ist aber heute der Standard. Und mir diese Sprachen und den ganzen technischen Hintergrund der dazugehört jetzt im hohen Alter noch reinzuknüppeln - sorry Leute dafür bin ich zu alt. Ich möchte meine Projekte in der mir verbleibenden Lebenszeit realisieren und da kommen täglich mehr hinzu als ich abarbeiten kann.
Ich betrachte mich als Programmierer und habe mit der GPT einen sehr guten Coder an meiner Seite - wenn man ihn zu führen weiß, wenn man in der Lage ist Code zu lesen (auch wenn man nicht aktiv diese Sprache coden kann), wenn man seine Ideen formulieren kann, die richtigen Fragen stellt, die Antworten kritisch betrachtet und wenn man dem Coder auf die Finger haut wenn er mal wieder in die "random” Kiste greift anstatt … RTFM.
Programmieren ist etwas anderes als Coden! Ich habe in einem halben Jahr quasi von 0 an Projekte mit Shelly/JavaScript realisiert, ESP/Tasmota/ESPHome/Platformio, Beken/Openbeken. Die GPT hat für jedes Projekt in Minutenschnelle hunderte Zeilen Code rausgehauen, den ich gedanklich und auf Papier entwickelt, geprüft, kritisiert, verbessert habe. Und wenn ich etwas nicht weiß, dann frage ich. Der KI ist keine Frage zu blöd, keine doppelte und dreifache Frage nervt. Sie ist ein geduldiger Lehrmeister.
Ohne GPT hätte ich nicht ein einziges Projekt in der Zeit realisiert sonder würde mich heute noch mit den ESP-Basics herumschlagen.
Aber die GPT ist ein WERKZEUG und ein Werkzeug ist nur so gut wie der der es einsetzt. Als studierter Informationsmanager habe ich da sicher eine gehörige Kompetenz und deshalb klappt das bei mir so gut. Ich weiß das Werkzeug zu nutzen.
KI ist wie ein Hammer - jeder kann damit einen Nagel einschlagen, aber für ein ganzes Haus braucht es viel mehr als das.
Von daher möchte ich dringend jedem der keinen entsprechenden Hintergrund hat raten erstmal wirklich klein anzufangen: ein smartes Thermometer, eine Lichtsteuerung, eine Shelly-Plug programmieren - da gibt es genügend Beispiele die man einfach mal nachbauen kann. Und wenn man etwas nicht versteht die KI fragen.
Ich habe mit der Zeit gelernt dass das Posten von Code oder Sniplets in Foren nur selten relevante Ergebnisse bringt. Da schreien dann selbsternannte Experten irgendwelchen Bullshit ins Netz, den sie mal irgendwo gelesen oder sich ausgedacht haben. Oder man erntet Häme und Tadel von den echten Experten - man möge sich doch bitte wie sie selbst erstmal 10 Jahre mit den Basics beschäftigen …
Die Rechercheergebnisse der KI durch verschiedenste Foren fördern dagegen wirklich relevante Lösungen zu Tage - so viele Foren kann ich in meinem Leben nicht durchforsten wie die KI in einer Minute.
Ihr merkt schon: Ich bin ein absoluter Verfechter des Programmierens mit der KI - aber ich halte nichts davon verunglückte Sniplets zu posten. Wenn Code nicht funktioniert ist nicht das Werkzeug schuld, sondern der der es bedient (an dem krummen Nagel in der Wand ist nicht der Hammer schuld).
Wenn Code, dann gerne ein komplettes Projekt mit funktionstüchtigem Code, Bauanleitung etc.. Das Rad muss nicht 100x neu erfunden werden.