wir sind gerade dabei ein Haus zu renovieren und möchten hier später die bestehenden Lichtschalter smart machen.
Nun stellt sich die Frage. Was ist die bessere Wahl? Unterputz-Aktoren von Shelly, Sonoff, etc. oder doch direkt ZigBee/Matter Schalter von Beseed etc.? Was sind die Vor- und Nachteile von Aktoren gegenüber Lichtschalter mit ZigBee/Matter und umgekehrt?
Wir wollen Stand jetzt die Lichter im Haus steuern, die Rollläden (die wir erst noch verbauen müssen) steuern und ggf. bei einzelnen Steckdosen auch den Stromverbrauch messen können.
Wichtig zu erwähnen ist, dass wir lediglich 45mm Dosen (bzw. inkl. Putz knapp 50mm) verbaut haben. Die 50mm sind vermutlich recht knapp bemessen wenn noch ein Aktor dahinter soll.
Wenn bei dir nur 45mm-UP-Dosen verbaut sind, dann hast du also auch Verteilerdosen?
Wer macht denn noch so etwas?
Solange ihr noch mitten bei der Renovierung seid, tauscht die Dosen gegen 60mm-Dosen aus und setzt gleich noch Distanzringe mit drauf. Hm, eigentlich müsste die gesamte Elektrik neu, denn wenn du wirklich eine Installation mit Verteilerdosen hast, wird es schwierig mit der Smartmacherei. Es sei denn, du hast eine Rohrinstallation. Da könnte es reichen nur die Gerätedosen auszutauschen. Ist aber nur eine Krücke. Neuinstallation ist generell anzuraten.
Jo, aber da würde ich mir trotzdem über eine Neuinstallation Gedanken machen. Hat da ein Elektriker mal eine Netzschleifenwiderstandsmessung durchgeführt?
Wird nicht viel bringen, dann bei den Schaltern wirst du keinen Neutralleiter haben. Das schränkt dich sehr stark ein. Da wird es schwierig diese Anlage Smart zu bekommen.
Wenn du es jetzt nicht machst, wirst du es niemals machen. Und nie wieder wird es so günstig sein, wie jetzt, wenn sowieso alles aufgerissen und umgebaut wird.
Und eine Elektrik aus den 70ern/80ern sollte nach über 40 Jahren sowieso mal langsam ersetzt werden.
Die Elektrik wurde vom Elektriker geprüft und dieser meinte das man nicht zwingend etwas machen muss.
Das Problem mit dem Neutralleiter besteht nicht wirklich, da sich unter jedem Schalter auch eine Steckdose befindet.
Im Grunde beantwortet das alles allerdings leider noch nicht die Frage ob es Vor- und Nachteile zwischen Unterputz-Aktoren oder Schalter mit ZigBee gibt
Lass die Finger davon. Der Neutralleiter ist nur eine Sache von mehreren.
Vielleicht ist bei dir auch noch klassische Nullung angewandt worden. Da wird es für den Eli heikel, wenn er da eine Erweiterung macht und den Stromkreis nicht gleich ganz erneuert. Nicht vom technischen, eher vom rechtlichen Standpunkt.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß diese Aussage es auf den Punkt bringt.
Ich schlage mich selbst noch mit einer Elektrik aus dieser Zeit herum (Jaja, ich weiß, der Schuster hat die schlechtesten Leisten und so … ) und habe die Versuche, irgend etwas, direkt an den Endstromkreisen smart zu schalten, aufgegeben.
Hier und da lässt sich sicher etwas machen, wenn man es schafft, einen Aktor hinter den Schalter zu quetschen (oder sich die Mühe macht, einzelne UP-Dosen gegen tiefe auszutauschen), aber das sind glückliche Ausnahmen.
Das Meiste was ich smart gemacht habe, befindet sich im Keller, weil man da mal eben schnell noch eine AP-Dose hin bekommt, oder da, wo Leuchtenstromkreise direkt aus der Unterverteilung kommen.
Bei der Altinstallation kommt auch noch dazu, daß die tollen Dolüklemmen Kontaktschwierigkeiten bekommen haben oder, genauso schlimm, mehrere Stromkreise in einer Abzweigdose zusammen kommen und ich (nach Austausch der maroden Unterverteilung) plötzlich nicht nur 230V, sondern 400V in einer Abzweigdose hatte. Kurzum: Der Versuch eine so alte Installation smart zu machen ist nicht unmöglich, aber technisch und finanziell überwiegend unsinnig.
Besser ist es, wenn sowieso eine Renovierung ansteht, die Elektroinstallation (und nicht nur die) auf einen sinnvollen und aktuellen Stand zu bringen.
Ich muss sagen ich kenne mich mit der Elektrik in einem Haus nicht 100%ig aus weshalb es mich einfach mal interessieren würde was das genaue Problem in älteren Häusern ist.
Das Neutralleiter-Problem ist mir bekannt, aber welche Hürden gibt es denn sonst noch? Es sind auf jeden Fall mehrere Räume auf einer Sicherung und es sollte auch diverse Verteilerdosen geben, wobei wir allerdings nur eine gefunden haben weil die anderen sehr wahrscheinlich eingeputzt wurden
Eines der Probleme, vermutlich das gefährlichste ist, daß alte Klemmstellen mit der Zeit locker werden und dadurch Übergangswiderstände entstehen können, die zu schmorenden Leitungsverbindungen führen. Das kann teilweise seltsame Auswirkungen haben, wie flackernde Lichter (eher nervig), Spannung auf Teilen, auf denen keine Spannung sein sollte (beim Anfassen eher schmerzhaft bis tödlich) oder im Extremfall ein brennendes Haus (sehr lästig).
Klar, daß nicht alle Häuser mit Altinstallationen sofort anfangen zu brennen oder den Bewohner mit plötzlich unter Spannung stehenden Gehäusen von Herd, Waschmaschine oder ähnlichem das Leben schwer machen, aber auch kleinere Fehler oder nicht zu findende Leitungen oder Abzweigdosen können einen schon sehr nerven.
Beim Aufbau eines Smarthomes sind es oft fehlende Neutralleiter, zu kleine Schalterdosen und fehlende Adern in der Verdrahtung (nicht, weil sie weg wären, sondern weil es “schön” wäre, eben an dieser Stelle noch eine zusätzliche Ader zu haben), die einem das Leben schwer machen.
Auch klassische Nullung ist je nach Alter der Installation nicht nur lästig, sondern teilweise auch gefährlich.
Ich hatte ein ähnliches Thema in der Einliegerwohnung (Renovierungsjahr ca. 1995 mit meinen Eltern als Pfennigfuchser und einem “wohlgesonnenem” Elektriker). Auch kein Neutral in den Schalterdosen zum Verbraucher, teilweise Kreuz- und Wechselschaltungen. Dann einen Elektriker kommen lassen: Prämisse es muss schnell und am besten einfach sein.
Meine Lösung:
Smart machen der Verbraucher. Jedes Leuchtmittel hat am Anschlusspunkt (in der Lampenabdeckung) einen:
bekommen
2. Die Schalter/Taster haben keine Verbindung zu Lampe/Verbraucher, sondern interagieren über HA und Automation oder sind native Zigbee-Geräte:
Mein Fazit nach 8 Monaten ist es, dass ich dies bis zur nächsten Kernsanierung wieder so tun werde…Interessant ist besonders, dass wenn man einen Schalter an Stelle X haben möchte: Schalter kaufen und irgendwo an die Wand kleben und GUT ist (naja inkl. Anlernen und Automation )
Das ist eine Lösung, die für mich nicht in Frage kommen würde. Zumindest nicht für Leuchten in Bereichen wie Küche, Wohn-, Ess-, Kinder-, Schlafzimmer oder Bad, Treppenhaus, Flur, Büro, Kellerräumen oder um das Haus herum.
Da brauche ich, zumindest für die Hauptbeleuchtung etwas, was autonom und ohne Homeassistant funktioniert. Deshalb kommen für mich dort nur Smartrelais in Frage, an die ich den Lichtschalter/Taster direkt anschließen kann und die mit diesem die Leuchten auch ohne funktionierendes Homeassistant schalten können. Gleiches gilt auch für Rollos.
Alles, was über manuelles Schalten hinaus geht, also Bewegungsmelder, Steuerung über Taqgeszeit oder Szenen können über HA laufen, aber “mission critical” Funktionen ,müssen auch ohne HA funktionieren.
Das hab ich mir tatsächlich auch schon überlegt. Verwendest du dann die bestehenden Schalter weiterhin?
Einer der Gründe die Lampen smart zu machen ist ganz einfach das die Lichtschalter teilweise sehr ungünstig liegen (Wohnzimmer und Esszimmer an der Eingangstür vom Treppenhaus in die „Wohnung“ des Hauses)
Genau das ist einer der Punkte, wo Smartrelais ihre Stärken ausspielen können. Die ursprünglichen Schalter funktionieren wie gehabt, können aber durch zusätzliche Schalter oder HA-Funktionen wie Automationen und Szenen ergänzt werden.
Ich muss mir das jetzt mal noch genauer anschauen. Der Elektriker hat sich die Verkabelung schon mal angeschaut und meinte das soweit alles gut aussieht, er kommt aber noch vorbei um weitere Tests zu machen.
Evtl. besteht dann ja doch die Möglichkeit Aktoren oder ZigBee Schalter zu verwenden