Hallo zusammen,
heute traue ich mich mal in den Showroom
Ich möchte euch das Projekt zeigen, das mich seit dem Frühjahr fast täglich begleitet: Solhive – ein Energiemanagement-System für PV-Anlagen, das komplett bei euch zu Hause läuft.
Kurz zu mir: Ich bin gelernter Elektriker und programmiere seit gut 20 Jahren. Auf meinem Dach liegen 30 kWp auf zwei Deye-Hybrid-Wechselrichtern, dazu Heimspeicher, E-Auto und natürlich Home Assistant. Die Werkssteuerung der Wechselrichter hat mich nie glücklich gemacht: Der Speicher war vormittags schon voll (und altert dabei unnötig schnell), das Auto lud stumpf vor sich hin, und mittags gingen kilowattweise Überschüsse für ein paar Cent ins Netz. Irgendwann habe ich angefangen, das selbst zu regeln – und daraus ist ein komplettes EMS geworden.
Ein Wort in eigener Sache, weil mir Transparenz wichtig ist: Bei der Entwicklung lasse ich mich von KI unterstützen (Claude) – das möchte ich nicht verschweigen. Neu ist das für mich nicht: Als Programmierpartner setze ich Claude schon seit Längerem produktiv in meinem Programmieralltag ein. Konzept, Architektur, die Elektrik-Seite und das tägliche Testen auf der echten Anlage liegen bei mir, und über 4.600 automatisierte Tests plus ein Security-Check vor jedem Release sorgen dafür, dass die Qualität stimmt.
Was Solhive im Alltag tut:
- Das E-Auto lädt zuerst mit Sonnenstrom – sekündlich nachgeregelt, mit automatischer 1-/3-Phasen-Umschaltung; reicht die Sonne nicht, übernehmen die günstigsten Netzstunden (dynamische Tarife wie Tibber oder aWATTar)
- Der Heimspeicher lädt schonend zur Mittagsspitze statt morgens um 9 – und in der dunklen Jahreszeit füllt er sich nachts gezielt zu den Börsen-Tiefpreisen, aber nur so viel, wie morgen wirklich fehlt
- Wärmepumpe (SG-Ready & Co.), Heizstab oder Poolpumpe schalten sich bei Überschuss zu – Warmwasser wird vorausschauend in die PV-reichsten Stunden gelegt
- Die PV- und Verbrauchsprognose lernt eure Anlage selbstständig kennen – inklusive Schatten-Erkennung und dem echten Potential bei abgeregelten Anlagen
- Anomalie-Erkennung mit Telegram-Meldung – Telegram ist gleichzeitig die Fernbedienung fürs ganze System
- Wirtschaftlichkeit immer im Blick: Ersparnis, Eigenverbrauchsquote, Autarkiegrad, Amortisation – Balkonkraftwerke zählen mit
- Und die Optik gehört euch: Theme-Support mit hellem und dunklem Modus, die Farben des Interfaces lassen sich nach Geschmack anpassen
Eigenständig statt Add-on – Anbindung, wie eure Anlage es hergibt: Solhive ist ganz bewusst kein Home-Assistant-Add-on, sondern läuft eigenständig – nicht jeder hat HA im Einsatz, und nicht jeder möchte sich damit beschäftigen – die Anlage soll trotzdem einfach laufen. Wechselrichter spricht Solhive direkt an – per Modbus TCP, SunSpec, MQTT oder Solarman-Stick; wer HA nutzt, bindet es alternativ als Brücke ein (so hat das Projekt mal angefangen). Aktuell gibt es 28 Wechselrichter-Profile (Deye, Fronius, Huawei, SMA, Sungrow, KOSTAL, SolarEdge, GoodWe, Growatt, sonnen …) plus Generic-Profile, dazu 9 Wallbox-Treiber (go-e, KEBA, openWB, Heidelberg, Alfen, universelles OCPP …). Als Hardware reicht theoretisch ein Raspberry Pi in der Nähe des Wechselrichters (bei mir ist es ein Proxmox-LXC, ein Mini-PC mit 2 GB RAM tut es genauso) – installiert ist das Ganze mit einem Befehl, und beim ersten Start führt ein Einrichtungs-Assistent Schritt für Schritt durch Standort, Wechselrichter, Wallbox und Stromtarif.
Bevor ihr überhaupt ans Installieren denkt – anschauen geht ganz ohne: Unter https://demo.solhive.energy bekommt jeder Besucher für 30 Minuten eine eigene, frische Instanz – die echte Software, nur mit simulierten Geräten statt echter Hardware. Keine Anmeldung, keine E-Mail nötig. Mit einem Klick schaltet ihr zwischen „Mittag", „Abend" und „Winter" um und seht, wie sich die Anlage in der jeweiligen Situation verhält.
Eure Daten bleiben bei euch: Solhive läuft komplett lokal, es gibt keinen Cloud-Zwang. Die wenigen optionalen Funktionen, die nach außen sprechen können (anonyme Telemetrie, verschlüsselte Debug-Pakete für Fehlersuche), sind ab Werk ausgeschaltet und einzeln opt-in. Dazu gibt es eine vollständige DSGVO-Dokumentation öffentlich im Repo und eine Privatsphäre-Seite in den Einstellungen – mit Live-Vorschau dessen, was übertragen würde, Auskunft und Löschung.
Anlagen von Eltern oder Freunden mitverwalten: Das war mir persönlich wichtig, weil ich nicht der Einzige bin, der für die Familie „der PV-Mensch" ist
Über das Fleet-Management seht ihr alle betreuten Anlagen in einer Übersicht mit Status-Ampel und springt per Klick auf die jeweilige Anlage. Bis zwei Anlagen ist das kostenlos – also z. B. eure eigene plus die der Eltern – bis vier Anlagen kostet es 3 €/Monat. Die 3 € sind dabei als Unkostenbeitrag gedacht: Sie finanzieren die Server-Infrastruktur dahinter – und tragen damit auch die Nutzer mit, die kostenlos ihre Familie supporten. Und auch hier Datenschutz zuerst: Der Fernzugriff ist standardmäßig aus, die „Betreuten" sehen einen Banner, sobald jemand verbunden ist, und können den Zugang jederzeit selbst abschalten.
Was kostet das Ganze? Die Software: nichts – und das ist Absicht. Beim Funktionsumfang habe ich mir ein Beispiel an anderen EMS genommen, vor allem an den kommerziellen Lösungen, die es meist nur im Abo oder mit Hardware-Bindung gibt. Genau diese Funktionstiefe soll es für Privatnutzer kostenlos geben: Solhive ist frei nutzbar, privat wie gewerblich, und der Quellcode ist seit Kurzem öffentlich einsehbar (source-available unter PolyForm Perimeter – heißt: nutzen, anpassen, forken ja; als Konkurrenzprodukt vermarkten nein).
Alle Links auf einen Blick:
Live-Demo: https://demo.solhive.energy
Website: https://solhive.energy
Quellcode + Installations-Anleitung: https://code.solhive.energy/solhive/solhive
Community-Forum: https://community.solhive.energy – ganz frisch und ehrlicherweise noch ziemlich leer, ich wage mich mit Solhive gerade erst an die Öffentlichkeit ![]()
Damit das hier keine Textwand wird, stelle ich einzelne Bereiche in den nächsten Tagen in eigenen Beiträgen hier im Thread genauer vor:
- Das Gehirn – lernende Prognosen, Sonnenstand, Schatten und das Solarpotential bei abgeregelten Anlagen
- Autoladen mit Sonne und Börsenstrom + die Telegram-Fernbedienung
- Der Aufgabenplaner – Speicher-Netzladung im Winter, schaltbare Verbraucher und die vielen Kleinigkeiten
Bis dahin freue ich mich über Feedback – am liebsten direkt hier im Thread. Was fehlt euch bei euren aktuellen Lösungen? Und wenn ihr die Demo ausprobiert: Sagt mir gerne, wo ihr hängen geblieben seid – genau daraus lerne ich am meisten.
Sonnige Grüße Markus
P.S.: Ein paar Screenshots vom Dashboard (Dark und Light) hänge ich unten an.



















