Hallo zusammen,
ich bin neu hier aber schon länger mit HA unterwegs. Leider aber mit einem recht zusammengestückelten System (HA auf meinem Server in VirtualBox, Homeassistant auf dem Pi3, Connectivity zu den MAX! Geräten über eine auf Max!-Cube geflashte CUNX)
Jetzt wollte ich das mal etwas in Ordnung bringen und habe auf einem betagteren Intel NUC Proxmox installiert. Darauf Haos 14.1 und in einem LXC Container unter Debian 11 dann Homegear 0.9.1-3672.
So weit scheint das alles zu laufen, am Thema CUNX bin ich noch dran.
Leider bin ich aber beim Recherchieren zufällig auf einen Hinweis gestoßen, dass unter Proxmox bei Stromausfall die Installation Schaden nimmt und man das niemals ohne USV betreiben sollte. Die habe ich nicht und auch wenig Ambitionen eine dafür zu beschaffen. Zumal ich in der bestenenden Konfiguration mehrere Stromausfälle ohne jedes Problem überstanden habe.
Vielleicht kann mir ja hier jemand was über diesbezügliche Erfahrungen sagen. Lohnt es sich hier weiter zu machen, oder sollte ich den Proxmox Umbau lieber bleiben lassen??
Vielen Dank schon mal für etwaige Antworten ![]()
Uli
Bauarbeiter haben das Erdkabel in der Straße angenagt, Proxmox wurde mehrfach automatisch neu gestartet (durch BIOS Einstellungen) und hart ausgeschaltet (kein Saft auf der Leitung)
Zum Glück nix passiert … hab ihn dann erstmal komplett vom Stromnetz getrennt und gewartet bis das Erdkabel zuverlässig geflickt wurde.
Ein anderes Beispiel mit weniger Glück: Arbeiten unter Hochspannungsleitung —> Kurzschluss mit Kran —> sehr sehr viele Haushalte dunkel und zwei mechanische Festplatten Elektroschrott
Fazit:
Bei Stromausfall kann immer etwas passieren / kaputt gehen, muss aber nicht - gute Backup-Strategien können helfen.
Eine UPS habe ich nicht und werde ich nicht kaufen.
Es kommt eben immer auf die eigenen Ansprüche an, was man wie absichern möchte.
Für die Sicherung meiner investierten Zeit habe ich meine eigene Backup-Strategie erstellt.
Ich lasse Home Assistant jede Nacht automatisch ein Backup auf ein lokales NAS durchführen.
Dabei werden 90 Tage vorgehalten, anschließend werden mit jeder weiteren Sicherung das älteste Backup gelöscht.
Aktuell nimmt das bei mir ca. 140GB in Anspruch.
Zusätzlich findet unter Proxmox jede Nacht ein Backup auf einen Backupserver statt.
Auch dabei lassen sich individuelle Vorhaltungen der Backups einstellen.
Das erfordert dort dank Inkrementalsicherung nicht so viel Platz und ein Zurückspielen ist deutlich schneller, als unter HA bewerkstelligt.
Ist zwar doppelt gemoppelt, aber wer weiß, wofür es in der Zukunft gut ist.
Speicherplatz ist ausreichend vorhanden, die Umsetzung hat mich dabei nur Zeit gekostet.
Den hardwaretechnischen Ausfall des Proxmox-Servers versuche ich mit einem baugleichen Gerät mittels Proxmox-Cluster zu kompensieren.
Ein Raspberry übernimmt dabei die Funktion eines QDevice.
Die Umschaltung erfolgt im Eventualfall in 1-2 Minuten und dank eingestellter Hochverfügbarkeit muss ich dann “nur” mit einem Datenverlust von 15 Minuten rechnen.
Funktioniert aber nur dann zuverlässig, wenn neben dem baugleichen PC für Home Assistant auch keine “USB-ktritischen” Geräte verwendet werden.
Bei ZHA/Z2M mittels USB-Stick wird das so nicht funktionieren, daher plane ich in Zukunft dafür alternativ den Einsatz eines LAN-Connectors.
Grund dieser Umsetzung sind mittlerweile Automatisierungen, die ich gerne automatisch weitergeführt haben möchte.
Ich schaue nicht jeden Tag auf meinen Proxmox und kontrolliere, ob auch alles so läuft, wie ich es mir wünsche.
Das erfolgt stichprobenartig.
Zu guter letzt kompensiere ich einen Stromausfall mit einer USV, die es entsprechend der Größe für einen bezahlbaren Betrag gibt.
Aufgrund der aktuellen Größe kann ich damit nur eine begrenzte Zeit überbrücken, auch ein automatisches Herunterfahren findet aufgrund fehlendem Feature nicht statt.
Wenn all diese Sicherheitsmaßnahmen nicht greifen, habe ich womöglich ein viel größeres Problem. ![]()
Ich will damit jetzt nicht sagen, dass ich damit die eierlegende Wollmilchsau habe.
Vielmehr sollte das Dir für weitere Denkanstöße dienen.
Danke für die zwei ausführlichen Erfahrungsberichte ![]()
Hochverfügbarkeit wäre bei mir Overkill, und braucht ja ohnehin eine USV.
Backup ist auch nicht das Thema, das habe ich natürlich, zahtnah, inkrementell und versioniert.
Aber ich hätte eben gerne, dass das System nach einem Stromausfall wieder von selbst hochkommt. Auch weil ich darüber die Heizung steuere.
HA selbst und auch Homegear scheint da eher kein Problem zu haben.
Nach der Darstellung vom Jens scheint es zumindest bei Proxmox kein systematisches Problem zu sein. Ich werde jetzt mal ein Testsystem möglichst vollständig zusammenstecken und dann eine etliche Male hart ausschalten. Bin gespannt was rauskommt. Vielleicht benimmt es sich ja verträglich, anderenfalls sehe ich mich doch nach einer ganz kleinen USV um.
Also mein Proxmox fährt nach Stromausfall von alleine wieder hoch (BIOS: Power on after AC-lost)
Und HA ist so konfiguriert, dass der automatisch gestartet wird, sobald Proxmox wieder läuft.
Von daher funktioniert mein HA nach einem Stromausfall wieder.
Allerdings läuft bei mir HA auch als VM, und nicht als CT.
Es ist bei keinem System gut, wenn eine offene Datenbank stromlos gemacht wird.
Ob mir ein Stromausfall nach der Installation von Grafana da in die Suppe spukt, bleibt abzuwarten.
Zumindest meine Inventarsoftware InvenTree mit ihrer Datenbank - ebenfalls als VM installiert - übersteht einen Stromausfall schadlos.