Macht es Sinn einen Hybrid-Wechselrichter+Speicher per HA zu regulieren?

Servus zusammen,

bei dieser Frage geht es weniger um eine konkrete technische Frage, mehr um einen Ideen- / Erfahrungaustausch und eure Meinung.

Ausgangslage:

Wir haben eine ältere PV (10kWp) mit nicht-smartem Wechselrichter am Dach.

Nun wollte ich einen kleineren Speicher, der mir den nächtlichen Strombedarf deckt, so bisschen inspiriert von dem Simon42-Video mit dem Anker Solix 3 Pro und seiner Nulleinspeisung. Ich war mal auf dem Balkonkraftwerk-Gedanken. Mittlerweile bin aber, auch wegen den Unmengen an Kabel, davon wieder weg und werde den bestehenden Wechselrichter gegen einen neuen Hybrid-Wechselrichter plus Speicher tauschen.

Nun meine Frage:

Bei allen elektrischen Geräten die ich mir in letzter Zeit zulege, achte ich auch auf eine mögliche SmartHome-Steuerbarkeit. Bei Wahl des Hybrid-Wechselrichters und des Speichers hab ich mir die Frage auch gestellt. Aber gibt es bei modernen Wechselrichter-Speicher-Kombinationen überhaupt die Notwendigkeit, hier steuernd über HomeAssistant einzugreifen? Diese Systeme sind ja nach meinem Wissen darauf ausgelegt, zuerst alle Strom-Verbraucher im Haus zu versorgen, und dann erst den Speicher zu füllen. Nichts anderes möchte man ja eh, oder? Habt ihr Szenarien, wo ihr euch wünschen würdet, dass ihr auf die Logik, wohin der PV-Strom geht, eingreifen wollt? Oder tut ihr das eventuell schon? Und wenn ja, was sind da die Szenarien?

Ein einziges Szenario, was mir einfallen würde, wäre z.B. dass man grad mal das E-Auto nicht weiter laden und stattdessen den Speicher befüllen möchte. Das wäre das einzige Szenario einer “Umpriorisierung”. Aber dann stecke ich das Auto einfach ab oder konfiguriere es so, dass ich eine Ziel Akkukapazität zu einem bestimmten Zeitpunkt einstelle.

Dynamische Stromtarife möchte ich aktuell erstmal nicht und ich gehe davon aus, dass ich jede Anlage in HomeAssistant so auslesen kann, dass ich sehe, wohin der PV-Strom gerade geht.

Vielen Dank für eure Erfahrungswerte. :slight_smile:

Du hast einen konstanten Stromtarif …

Von daher macht es Sinn, dass zunächst Verbraucher direkt bedient werden und damit die Verluste beim Einspeisen / Nutzen aus dem Akku vermieden werden.

Wenn du ein Elektro-Auto hast, dann macht mehr Intelligenz ggf Sinn. Ansonsten eher darauf achten, Waschmaschine / Spülmaschine in Sonnenstunden zu legen ..

Hi,

ich wüsste nicht warum ein neuer WR Sinn machen sollte. Hybrid ok, weil weniger Verluste beim Laden/Entladen der Batterie vielleicht.

Wäre es nicht sinniger, das Geld zu nehmen, für einen AC Speicher plus guten Smart Meter (Shelly 3M und ähnlich). Weil damit erreichst du in meinen Augen mehr und machst alles so Smart wie du möchtest. Dann vielleicht noch eher ein Balkonkraftwerk dazu mit 1000-2000W Solarmodule dazu.

Entweder dann mit Automatisierungen alles so Smart machen wie du willst oder mit evcc, ginge das noch einfacher. Geht als Addon oder eigens auf einem Raspi.

Viel Spaß, mehr Kohle kannst Du nicht verbrennen.

Wenn Speicher, dann z.B. max. einen €1.000,- Marstek Venus V3 mit einem Marstek CT002 Smartmeter - braucht es keinen neuen oder anderen WR. Plus Elektriker und Anmeldung kommst Du dann vielleicht auf €1.500,- für einen 5kWh Speicher. Mehr macht an 10kWp auch keinen Sinn. Mit etwas Glück, abhängig vom Lastprofil, etc., hast Du die €1.500,- nach 5-6 Jahren wieder drinnen und danach Plus.

Auf jeden Fall! Es ist nur nicht mit allen Elektrogeräten so automatisch umsetzbar. Denn selbst mit dem modernsten Hybridwechselrichter/Akku Kombis hast Du immer Phasen in denen es sinnvoller ist Strom direkt zu verbrauchen, anstatt z.B. einzuspeisen. in diesen Zeiten ist es gut Verbraucher zu haben die man zuschalten kann. Als Beispiele wären da:
Brauchwasserwärmepumpe, Heizstab, Klimagerät, Raumtrockner, Heizlüfter, Poolheizung/Pumpe, Wallbox die zur Überschussladung geeignet ist uvm.
Zusätzlich gibt es Geräte die man nicht unbedingt smart einschalten kann, deren Nutzung sich aber in solchen Phasen anbietet:
Backofen, Herd, Wasserkocher, Trockner, Waschmaschine, Spülmaschine, Toaster, Fön.

Es ist also das Gegenteil: So smart muss also der Hybrid/Wechselrichter an sich eigentlich gar nicht sein, wenn Du ein HAOS hast :wink:

Im Kern sollten sich alle “Teilnehmer” an einem zentralen Smart Meter orientieren und daran festmachen was passieren soll. Der Rest ist zum Großteil dann nur noch “wenn-dann”

Wenn Überschuss, dann Akku laden
wenn Akku voll, dann Heizstab usw…

Servus!

wie alt ist “älter”?
Wenn’s auf die 20 zu geht ist’s ne Überlegung wert. NAch 20 Jahren dann sowieso erweitern.
wenn du erst bei 10 bist würde ich für die nächsten Jahre bis es sich lohnt eine Übergangslösung bauen.
Du brauchst aus der PV Anlage ja erstmals die aktuelle Leistung und den kWh Zähler. Beides bekommst du mit einem Shelly zB.
Akku hinzufügen? Ja, auf jeden Fall.
Hab gerade erst geschaut was es so für tragbare Akkus gibt, da es sich definitiv nicht lohnt meine 15kWh im Keller regulär zu erweitern.

Es muss dann aber ein Modell sein, das man über HAOS steuern kann ob der akku geladen wird, entladen, oder nur durchgeschleust.
Dann hat man aber eben auch nur Strom für die Geräte die direkt angeschlossen sind. Wäre aber so ziemlich die günstigste Lösung.
Dann Akku laden wenn PV Ertrag > Verbrauch ist und entladen wenn kleiner. Entladen bis zB 20%, dann durchschalten.

Mein smarthome mit allen Geräten inklusive i3 Laptop braucht etwa 1 kWh am Tag. Für sowas dann eben ideal.
Aber nur auf die Kosten darf man dabei wahrscheinlich auch nicht schauen.

Gruß!