Frage zur Datenerfassung in der Kurzzeitstatistik. Oder auch: Wer oder was "spinnt" hier? :-)

Mir ist heute - eher durch Zufall - etwas bei der Datenerfassung und Verlaufsanzeige in der Kurzzeitstatistik aufgefallen und ich suche gerade nach einer Erklärung dafür. Konkret geht es um die Erfassung des momentanen Stromverbrauches.

Gegeben ist:

Gestern fiel mir dann das auf


und ich habe mich gefragt woher diese hohen Ausschläge von ca. 3.000 bis sogar 4.000 Watt kommen, die dann eben nur bei der Kurzzeitstatistik vorhanden sind? So ein hoher momentaner Stromverbrauch wäre hier nur möglich wenn vielleicht gerade der Geschirrspüler und die Waschmaschine zeitgleich laufen würden. Was aber nicht der Fall war.

Also habe ich mir die Werte dann mal näher angeschaut. Z.B. für einen Tag:


Dabei ist mir bei den beiden ersten hohen Werten aufgefallen das zu der Uhrzeit (8.00 und 15.00 Uhr) der Kaffeevollautomat im Betrieb war und bei dem letzten höheren Wert um ca. 19.00 Uhr wurde halt ein Sony TV + AVR + SAT-Receiver eingeschaltet. Aber das aktiv sein dieser genannten Geräte erklärt nicht wie es dort zu solchen Spitzen kommt. Der Kaffeevollautomat braucht max. 1.500 Watt und dessen Verbrauch beim einschalten sieht dann so aus (Anm.: Der Wert ist von heute.)

und der Sony TV + AVR + SAT Receiver verbrauchen zusammen vielleicht rund max. 150 Watt.

Wenn ich nur mal den Wert für eine Stunde anzeigen lasse und zwar von 8.00 bis 9.00 Uhr, sieht es dann so aus


Hier schießt der Wert um ca. 8.07 Uhr auf ca. 1.600 Watt hoch, was durchaus sein kann. Kaffeevollautomat vielleicht 1.400 Watt + restliche Verbraucher im Haus vielleicht 200 Watt. Aber wie erklärt sich dann der Wert von 3.000 Watt um ca. 8.26 Uhr. In dem Moment waren hier garantiert keine weiteren Verbraucher in Betrieb, die dann zusätzlich noch ca. 1.500 Watt verbraucht haben.

Wenn ich mir dann einen Tag außerhalb der Kurzzeitstatistik von der Langzeitstatistik anzeigen lasse, sieht das so aus:

Tja - wer oder was verursacht diese Spitzenausschläge in der Kurzzeitstatistik? :thinking: Der Stromzähler selber wird vermutlich als Ursache nicht in Frage kommen. Der IR-Lesekopf liefert dann ja eigentlich auch nur 1:1 das an HA was er vom Stromzähler an Werten geliefert bekommt. HA sollte dann in der Kurzzeitstatistik ja auch genau die Werte erfassen die es von dem IR-Lesekopf bekommt. OK - ich habe schon mal etwas von “Spannungsspitzen” beim einschalten von elektrischen Geräten gehört, aber ist das der Grund für dieses Verhalten und die Werte bei HA?

Vielleicht noch als Anmerkung: An dem Gesamtstromverbrauch hat sich hier nichts verändert und die Werte in der Langzeitstatistik passen ja auch, aber was ist da mit der Kurzzeitstatistik los? Hat jemand dafür eine Erklärung? Oder bin ich ggf. schon so “betriebsblind” das ich irgendetwas übersehe? :laughing:

VG Jim

Ich würde schrittweise Geräte deaktivieren um zu schauen, ob es die Spitzen noch gibt.

Ich könnte mir vorstellen das die Steckdosen oder womit du die Einzelgeräte misst nicht schnell genug reagieren um den Anschaltstrom zu messen, weswegen du es nur beim Stromzähler siehst.
Und in der Langzeitstatistik verschwindet es weil es ja auf weniger Datenpunkte pro Stunde runter gerechnet wird.

Ich wäre mit so kleinen spikes zufrieden, der Durchlauferhitzer lässt grüßen.

Welche Geräte soll ich denn da “deaktivieren”. Es geht hier ja um den momentanen Stromverbrauch des gesamten Hauses, den mir ja der Stromzähler liefert. :wink:

Bsp. Kaffeevollautomat: Ja wenn der nicht eingeschaltet ist kommt es nicht zu so einer Spitze, aber das erklärt ja nicht warum es beim einschalten eines Kaffeevollautomaten, der max. nur 1.500 Watt verbraucht, dann lt. HA Kurzzeitstatistik zu einem Spitzenverbrauch von z.B. 4.000 Watt kommt.

Edit:

Du meinst also das der P-Wert beim Stromzähler selber dann eben auch so einen Spitzenwert über den IR-Lesekopf an HA liefert? D.h. das Thema “Spannungsspitzen” beim einschalten von Geräten? Hm … ok das kann ich ja schlecht beim Stromzähler selber sehen und/oder wenn überhaupt dann nur durch Zufall, weil solche “Spannungsspitzen” ja vermutlich - wenn überhaupt - nur 1 - 2 Sekunden bestehen dürfte und die Anzeige im Display beim Stromzähler selber ja zwischen den drei Werten fortlaufend wechselt.

Edit 2: Wenn/Falls aber so ein Verhalten auch bei Euch auftritt scheint es dann ja doch “normal” zu sein und ich kann mir die Suche nach einer möglichen Erklärung sparen. :slightly_smiling_face:

VG Jim

Naja, irgendein Gerät oder ggf. das Meßgerät davor erzeugt ja diese Spitzen.
Ich würde nicht gerade mit dem Kühlschrank beginnen aber typische Spitzenverdächtige 1 Tag vom Strom nehmen und schauen ob es die Spitzen dennoch gibt.

Mein Bauchgefühl sagt mir, es könnte auch hieran liegen.

Ich verstehe was Du meinst, aber ich will ja gerade wissen woher diese Spitzen bei der HA Kurzzeitstatistik stammen und ob die ggf. “normal” und auch bei anderen Usern so vorhanden sind. Ob und welches Gerät die ggf. verursacht spielt keine Rolle.

Bsp.: Um ca. 15.00 Uhr war hier die Geschirrspüler in Betrieb und wie man unschwer erkennen kann


führte auch das wieder zu einer max. Stromverbrauchsanzeige von rund 3.700 Watt. Die aber der Geschirrspüler + die anderen Geräte die zu dem Zeitpunkt gerade im Betrieb waren, in Summe nie/nicht erreichen können. Ergo spielt es keine Rolle was für ein Gerät die Ursache dafür ist, sondern warum es überhaupt dazu kommt? :slightly_smiling_face:

Edit: Hier noch der Verbrauch von dem Geschirrspüler von vorhin.


“Fehlen” also mind. rund 1.700 Watt vom Gesamtverbrauch, die hier von allen anderen Geräten in Summe nicht zusammenkommen.

VG Jim

Erfasst der IR-Lesekopf die Daten auch im Sekundentakt? Wenn es mehrere Sekunden sind, kann es sein, das die Daten für diesen Zeitraum kumuliert werden.

Gute Frage nächste. :laughing: Da müsst ich mich erst einmal erneut mit dem Tasmota Script befassen, was ich vor Jahren mal für den Iskra MT176 hinterlegt habe.

Konkret das hier:

>D
>B
->sensor53 r
>M 1
+1,5,s,16,9600,MT176
1,77070100010800ff@1000,Gesamtverbrauch,kWh,E_in,3
1,77070100020800ff@1000,Gesamteinspeisung,kWh,E_out,3
1,77070100100700ff@1,Aktueller Verbrauch,W,P,18
#

Da müsste ich mich dann erst wieder einlesen, weil mein Langzeitgedächnis da leider versagt. :laughing:

Edit: Ich frage mal anders: Falls Ihr auch Euren Stromzähler per IR-Lesekopf und Tasmota unter HA erfasst, gibt es bei Euch dann in der HA Kurzzeitstatistik auch solche Spitzenwerte, die sich allein nur durch die max. möglichen Verbrauchswerte von einzelnen Geräten ggf. nicht erklären lassen. Also wenn Ihr z.B. einen Kaffeevollautomaten, einen Geschirrspüler, eine Waschmaschine, oder eben andere Verbraucher mit einem eher höheren max. möglichen Verbrauchswert einschaltet, kommt es bei Euch dann auch zu solchen Spitzen in der Kurzzeitstatistik?

VG Jim

Ich bin da bei @DerEde , wenn nicht live die Werte gelesen werden, kann es zu solchen kurzfristigen kummulierten Spitzen kommen. Am Tagesende passt es aber natürlich immer.

Das was der Sensor an HA schickt sind die aktuellen Werte, die gerade vom Strommesser gemessen werden, die Leistungen sind also nicht komuliert, geglättet oder ähnliches. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, welcher Wert die Scheinleistung, Wirkleistung oder Gesamtleistung hergibt. Beim Einschalten von inkuktiven oder kapazitiven Verbrauchern wird beim Einschalten jedoch ein vielfaches der Nennleistung verbraucht, liegt daran, das der Strom erst das Hemmfeld aufbauen muß, bis dahin ist ein Motor oder ein Kondensator erst einmal ein Kurzschluß. Das ganze geht sehr schnell, aber ich weis nicht, wie dein Stromzähler damit umgeht und was er über die S0-Schnittstelle zur Verfügung stellt.

Ich würde mir darüber absolut keine Gedanken machen, das ist in der Energietechnik nicht unbekannt.
Nimm mal die Sicherung für eine Stunde bei 3 stärkeren PCs in dem Raum raus und schalte die dann ein. Die wirsst du nicht rein bekommen, die PCs nehmen unheimlich viel Strom auf bis die Kondensatoren in den Netzteilen geladen sind. Der Gau bei einer größeren LAN-Party :grinning_face: