DIY WiFi Nachrüstung für Rademacher Gurtwickler

Nach und nach sollte unsere Hütte etwas “smarter” werden, etliche “Shelly’s” haben Einzug gehalten, jetzt sollten die Gurtwickler ran. Immerhin ein gutes Duzend ältere Rademacher Wickler sind bei uns verbaut und sie funktionieren noch wie am ersten Tag, ausser: Bei jeder Netzunterbrechung wissen sie nicht mehr, was die Uhr geschlagen hat und brauchen dann Aufmerksamkeit, jeder Einzelne, etwas blöd.

Komplettumbau auf Rohrantriebe kam nicht in Frage, der Installationsaufwand ist halt recht gross, zumal kein Strom im Rolladenkasten liegt, ein kompletter Tausch der 12 Wickler mit Fernsteuertechnik, neue Wickler, ist doch recht kostspielig.

Und so entstand die Idee die bestehenden Wickler mit Funkschaltern “nachzurüsten”. Vereinfacht gesprochen: Zwei potentialfreie Schaltkontakte (Relais) schlicht parallel zu den Tasten “rauf” und “runter” Tastern der Gurtwickler zu schalten.

Bei der Suche nach geeigneten Funkschaltern bin ich über einen zweikanäligen WiFi Schalter von Tuya gestolpert. Soweit, so einfach, nur störte mich dann doch die Einbindung in die Tuya Cloud, ich bevorzuge ein rein lokale Einbindung. Und auch hierfür fand ich eine Lösung : Die Tuya Schalter nutzen “Beken” BK7231 Controller, für die es alternative Firmware gibt, sinnigerweise “OpenBeken” genannt. Wer schon mal einen Mikrocontroller geflasht hat, kennt das Procedere: USB zu Serial Adapter anklemmen, das Image herunterladen und per Flashtool auf den Controller schicken, und schon ist das Modul startklar. Das Modul meldet sich im Heimnetz, lässt sich per Webinterface ansprechen und konfigurieren. Zur Kommunikation mit der Heimzentrale dient das MQTT Protokoll, ein unterstützter Standart von HomeAssistant, aber auch als PlugIn zu Homebridge, was bei mir die Verbindung zu meiner Apple Home Welt darstellt.

Hört sich vielleicht für den Unbedarften komplex an, aber ich kann Euch versichern: Es gibt ausgezeichnete Tutorials zu allen Themen dieses Projekts und als völliger Neuling im Thema Controller, Flash, Konfiguration, MQTT Protokoll, Homebridge habe es nach etwas “Sofastudium” alles hinbekommen.

Die Wifimodule sind einfach mit Doppelklebeband seitlich an den Gurtwickler geklebt, die Steuerleitungen als dünne Klingellitze lässt sich aus dem Gehäuse des Wicklers ohne invasise Veränderungen herausfädeln, die Netzzuführung für den Tuyaschalter wird hinter der Primärsicherung des Gurtwicklers aufgelötet und ebenfalls gut isoliert aus dem Gurtwickler herausgeführt. Ein kleines Deckelchen, dem 3D Drucker meines Sohnes sei Dank aus weissem Kunstoff, gibt dem ganzen Aufbau ein akzeptables Erscheinungsbild.

Bottom Line: Für gerade mal 10 Euro pro Stück (Ali macht es möglich), ein paar Euro für einen Flashadapter, einige Stunden Schrauben und Löten sind jetzt 12 Wickler in unsere Heimautomatisierung eingebunden und bewegen sich nach Plan, zuverlässig und störungsfrei seid nunmehr mehr 9 Monaten. Natürlich nur auf und ab ohne Zwischenwerte. Jedoch kann man jederzeit, wenn man sich im betreffenden Zimmer befindet, die Rolläden manuell bedienen, so auch ohne Zugriff auf die Heimzentrale.

Info und links zu Open Beken hier: https://maker-hub.de/openbeken/

MQTT und homebridge: https://www.youtube.com/watch?v=2FyvEDlLTLA

Hier noch ein paar Fotos:

2 „Gefällt mir“