Hallo zusammen,
ich bin wieder so ein “early Adopter” und wollte Euch meine ersten Eindrücke zum Google Home Speaker schildern. Bestellt direkt am Dienstag, 04.08.26, geliefert wurde am Freitag. Warum er in Deutschland erst jetzt verfügbar ist, weiß ich nicht.
Meine Testumgebung:
- Home Assistant mit verschiedenen Sensoren und Geräten von HUE, Aqara, Sonoff, TP-Link, hauptsächlich Zigbee, ein wenig Matter und WLAN
- Amazon Echo Studio (1. Gen), Dot (5. Gen), Nest Mini, Google Hub (1. Gen), Voice Preview Edition, Chromecast mit Google TV (4k) und Google TV Streamer
Warum teste ich überhaupt verschiedene Sprachsysteme?
- Als Android-Nutzer (Handy, Tablet) bin ich sowieso im Google Universum. Somit nutze ich auch Gemini, den Google Kalender usw.
- Ich hatte damals den ersten Google Home Lautsprecher und hab mir dann irgendwann einen Echo Dot 2 gekauft. Im direkten Vergleich hat dann Alexa gewonnen, weil mich Google deutlich schlechter verstanden hat. Das hat natürlich genervt, also flogen der Google home und ein Google home Mini wieder raus und ich setzte auf Echo Studio und mehrere Dots.
- dann fing Alexa an, immer “blöder” zu werden, verstand mich immer öfter nicht, usw. Zeitgleich hat Google dank Gemini stark aufgeholt.
- Die Alexa App war und ist meiner Meinung nach die schlimmste App im Bereich Smart home, die ich nutzen muss.
- Die Google Home App ist auch nicht gerade geil, aber deutlich übersichtlicher als Alexa
Alexa und die Dots sind generell auf Smart-Home Steuerung ausgerichtet. Das macht sich bei der Geschwindigkeit zwischen Sprachkommando und eigentlicher Aktion sehr stark bemerkbar. Google legt den Fokus mehr auf Gemini und Unterhaltung mit der KI.
Testergebnis Smart home:
Alexa ist nach wie vor schneller. Der Google Speaker kommt aber näher ran als z. B. der Nest Mini. Vermutlich liegt das an der deutlich performanteren Hardware. Eine Claude-Recherche besagt, dass Alexa auch direkt auf das empfangen Sprachkommando und die Umsetzung anspringt, während Gemini das Sprachkommando erst analysiert und einen Kontext sucht. Das erklärt die Verzögerung.
Der Speaker hat sich übrigens ad hoc mit dem Google Streamer verbunden. Die Einrichtung war sehr einfach und schnell. Der “TV-Sound” war sehr gut - allerdings nur ein schneller Höreindruck, habe keinen Film-Sound getestet, was mit einem einzigen Google Speaker auch etwas albern wäre.
Soundtest Echo Studio vs. Google Speaker:
Getestet mit Spotify und verschiedenen Songs aus dem Master of Puppets Album von Metallica. Das Album hat für meinen Geschmack eine sehr ausgewogene Produktion. Bass, Mitte, Höhen sind in guter Balance und der Gesamtsound ist nicht so komprimiert wie viele Produktionen, die danach gemacht wurden. Andererseits aber auch nicht so offen und “luftig” wir z. B. alte Beatles Produktionen.
Beide Speaker klingen ok, sind aber unterschiedlich in ihrer Charakteristik. Und beide sind sehr weit von “richtig geil” entfernt.
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Der Studio klingt voluminöser, offener.
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Hat trotz EQ-Einstellungen aber ein Mittenproblem. Es klingt entweder hohl oder zu schrill, aber die Wärme der unteren Mitten kriegt er nicht.
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Deutlich lauter als der Google Speaker. Knapp “partytauglich”
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Sound bleibt bei verschiedenen Lautstärken relativ gleich
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Der Speaker klingt klarer. Der Bass ist nicht so wuchtig, klingt aber je nach Lautstärke wärmer. Ein komisches Phänomen: hier scheinen bestimmte Frequenzen explizit verändert worden zu sein. Der Studio hat mehr Bass, der “Vibrationsfaktor” / das Wummern ist stärker, der warme Bass fehlt aber in manchen Frequenzen. Er klingt z. T. recht hart. Der Speaker hat kein Wummern, aber auch nicht die Härte.
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Das Mittenproblem hat der Speaker auch. Der Google EQ ist traditionell mangels Mittenregler natürlich absoluter Quatsch.
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Lautstärke für “nicht-Party-Gebrauch” ausreichend.
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Sound sehr abhängig von der Lautstärke. Je leiser desto dumpfer und bei den letzten 10 % der Lautstärke kackt der Bass sehr deutlich ab.
Unterschiedlicher Verwendungszweck:
Der *Speaker" ist für nebenbei Gedudel wie früher das typische Küchenradio absolut fein. Als TV-Speaker im Zusammenspiel mit dem Google TV Streamer noch nicht so richtig getestet, aber so spontan war der Sound nicht schlecht. Die System-Einbindung ist hervorragend!
Für richtigen “Musikgenuss” nur tauglich, wenn man einen schlechten Musikgeschmack hat, generell Musik hasst oder was an den Ohren hat ![]()
Der Studio ist natürlich für Gedudel ebenfalls tauglich. Reicht sogar für eine Party. Funktioniert als TV-Box ebenfalls sehr gut. Bei beiden ist kein Versatz bemerkbar (Test mit dem Studio ist zwar eine Weile her, hat damals aber sehr gut geklappt).
Für richtigen Musikgenuss je nach präferiertem Musikstil genauso oder besser geeignet als der Speaker. Aber dennoch aufgrund der komischen Bässe und Mitten nichts für audiophilen Genuss.
Fazit: Ich habe keine besondere Sound-Präferenz, weil ich beide zu schlecht für Musikgenuss empfinde. Da mich Alexa aber recht häuft falsch oder schlecht versteht, fliegen die Dots raus, der Studio bleibt vorerst noch. Aber ich liebäugle mit einem WiiM, dann hat der Studio auch keinen Mehrwert für mich.
Zukunft:
Ich schätze, dass Alexa+ recht gut funktionieren wird. Vielleicht kriegen sie es hin, dass Sprachkommandos recht schnell als Smart-Home-Steuerung erkannt und umgesetzt werden und alles andere dann eben ein bisschen länger dauert. Das würde ich mir von Gemini auch wünschen. Im Moment ist Alexa+ ja für Prime-Mitglieder kostenlos. Da sie aber für Leute ohne Prime-Abo 23 € monatlich verlangen, befürchte ich entweder eine Preissteigerung des Prime-Abos oder eine Zuzahlung. Ähnlich wie die kostenpflichtige Werbefreiheit bei Prime Video, obwohl man ja schon für das Prime Abo bezahlt.
Empfehlung:
Ist Dir die Geschwindigkeit bei Sprachbefehlen wichtig, dann führt kein Weg an Alexa vorbei. Wenn Deine Geräte klar benannt, die Namen von Alexa nicht verwechselt werden und in der App alles korrekt eingestellt ist, kann das sehr fein sein. Es kann aber sein, dass Alexa etwas ändert und Deine Namensgebung in Home Assistant dann zu Problemen führt. Ich hatte z. B. eine Lichtszene namens “bunt”, die anfangs auch mit dem Kommando “bunt” ganz gut funktionierte (ab und zu verstand Alexa “Hund”, aber egal). Dann gab es bei Amazon Music das Lied “Bunt” von Beatrice Egli. Von da an war meine Szene über Alexa nicht mehr ansprechbar.
Kannst Du mit ein bisschen Wartezeit zwischen Sprachkommando und Ausführung leben, ist der Google Speaker das bessere Gerät, da Gemini deutlich intelligenter ist als Alexa (vermutlich wird Alexa+ auch nicht mit Gemini mithalten können).
Das Gemini-Abo für 10 € sei erwähnt, ist aber nicht zwingend nötig. Soweit ich weiß bringt es nur den Mehrwert mit Gemini Live. Das “normale” Gemini funktioniert auch so.
PS: Mein Voice PE liegt gerade brach, weil ich was mit der KI Einbindung verbogen und noch nicht gefixt habe. Deswegen floss er auch nicht in meinen Test ein. Davor war er aber auch langsamer als Alexa und hat mich auch schlechter verstanden. Der Vergleich ist aber auch fies, da bei Amazon und Google große Konzerne mit Rechenzentren und performanter Cloud-Anbindung dahinter stehen.