Vorbereitung für HA im Neubau

Hallo zusammen,

ich plane aktuell einen Neubau (Fertighaus) und möchte das Smart Home von Anfang an sinnvoll und möglichst zukunftssicher aufsetzen.

Mir ist wichtig:

  • kein Hersteller-Lock-in

  • möglichst offene, flexible Architektur

  • im ersten Step würde ich gerne Rollläden und Wetterstation über die Shelly App steuern, eine spätere Nutzung von Home Assistant ist wahrscheinlich

  • Komponenten sollen austauschbar und langlebig sein

  • möglichst wenig Cloud-Abhängigkeit

:window: Rollläden

  • Geplant sind normale Rohrmotoren ohne Funk.

  • Idee: Shelly – welcher Shelly ist hier sinnvoll bzw. welche Aktoren könnt Ihr mir empfehlen?

  • Klassische Wandtaster sollen weiterhin funktionieren.

  • Auf das Dach soll eine Wetterstation.

:light_bulb: Beleuchtung

  • Umsetzung Smart Home noch offen – ggf. auch über Shelly. Welcher Shelly ist hier sinnvoll?

  • An zwei Stellen möchte ich die Beleuchtung dimmen und hatte hier überlegt, den Shelly Dimmer Gen4 einzusetzen.

  • Macht das Sinn? Muss ich hier irgendetwas Bestimmtes beachten oder reicht es aus, wenn die Leuchtmittel dimmbar sind?

:thermometer: Heizung

  • Plan: analoge Thermostate, ggf. gar kein smartes System.

:bell: Tür / Zutritt / Klingel

Wunsch: Kombination aus

  • halbautomatischem Türöffner

  • Video-Türklingel von Metzler mit integriertem Fingerprint-Zugang

Laut Metzler benötigt man zwingend eine Innenstation, damit man die Klingel zusätzlich auf dem Handy oder auf einem Wandtablet nutzen kann.

Daher soll im DG der Innentaster über die Innenstation laufen und in der Küche über ein Wandtablet. Bei der Innenstation oben würde ich ein Cat7-Kabel vorsehen, ohne zusätzlichen Stromanschluss.

Meine Fragen hierzu:

  • Sind weitere Maßnahmen notwendig, um die Metzler-Klingel ins Smart Home einzubinden?

  • Wie sieht es mit dem Sicherheitsaspekt aus? Sollte ich hier noch ein Zusatzmodul einbauen?

  • Was muss ich hier noch bedenken?

:desktop_computer: Wandtablet

Kann mir jemand ein Wandtablet empfehlen, auf dem ich später das Home-Assistant-Dashboard abbilden würde?

:house: Home-Assistant-Basis

Welche Basis könnt Ihr mir empfehlen? Technisch kenne ich mich mit Home Assistant noch nicht aus.

:camera: Kameras

Geplant sind Kameras, die über PoE betrieben und in Home Assistant integriert werden können.

Könnt Ihr mir hier etwas empfehlen?

Ergänzung: Über Metzler könnte ich ONVIF-kompatible IP-Überwachungskameras einbinden.


Mir ist bewusst, dass im Neubau die entscheidenden Weichen jetzt gestellt werden. Daher möchte ich ungern später teure Nachrüstungen machen müssen.

Gerne auch Hinweise zu Dingen, die ich aktuell noch übersehe – insbesondere typische Fehler beim Neubau-Smart-Home.

Vielen Dank für eure Erfahrungen und Hinweise!

Hi.

Speziell zu Metzler kann ich nichts sagen, habe ich keinerlei Erfahrungen mit. Allerdings hört sich das für mich eher so an, als ob das eine Cloud- Only Lösung ist. Und sowas würde ich unbedingt vermeiden. Außer eventuell, wenn Sprachsteuerung geplant ist. Sprachsteuerung funktioniert noch nicht alltagstauglich, wenn sie rein lokal laufen soll…

Shelly ist meist recht gut und kann fast immer cloudfrei betrieben werden.

Ein paar grundsätzliche Tipps… Leg genug Netzwerkanschlüsse (Ethernet) in jeden, wirklich jeden Raum. Und dann verdoppele die geplante Anzahl noch mal… Ein ungenutztes Kabel in der Wand stört überhaupt nicht. Ein fehlendes Kabel nachträglich zu montieren ist aufwändig, teuer und ruiniert u.U. die Optik total.

Außerdem solltest du generell versuchen, so wenig wie möglich über WLan zu machen. Im Smart Home Bereich bedeutet das ein eigenes Funknetz für die Geräte aufzuziehen. Scheint anfänglich etwas komplizierter, mach aber später das Leben meist viel einfacher.

Generell gibt es drei gängige Technologien. Alt eingesessen, weit verbreitet und erprobt ist Zigbee. Hier bekommt man (noch) die größte Auswahl an Geräten zu den im Schnitt günstigsten Preisen. Zigbee arbeitet in/mit Home Assistant immer ohne Cloud. Nutzt man die Hersteller- eigenen Systeme (wie Phillips Hue, was auch nur Zigbee ist) ist das oft nicht der Fall.

Der designierte Nachfolger von Zigbee ist Thread. Das verwendet oft identische Hardware für die Funk Übertragung. Thread ist deutlich neuer, weniger verbreitet, ebenfalls cloudfrei und oft teurer als Zigbee. Aber es werden im Lauf der Zeit immer mehr Thread Komponenten zu immer günstigeren Preisen auf den Markt kommen. Beispielsweise sind inzwischen alle Smart Home Produkte von Ikea mit Thread ausgestattet.

Sowohl Zigbee als auch Thread sind Mesh Netzwerke. Das bedeutet, viele der Geräte (vereinfacht kann man sagen, alle Geräte, die nicht mit Batterien betrieben werden) als “Router” fungieren. Der Begriff “Router” ist etwas unglücklich, da man mit Router eigentlich sowas wie die FritzBox assoziiert. Im Wlan Netz wäre das Äquivalent eher ein “Repeater”, also ein Gerät, das die WLan Reichweite vergrößert. Jeder Router in einem Zigbee oder Thread Netzwerk vergrößert die Reichweite des Zigbee/Thread Netzwerks. Hier ist also das genaue Gegenteil zu WLan Geräten der Fall. Bei WLan wird es mit jedem Gerät schlechter, bei Zigbee/Thread wird es mit jedem Gerät besser.

Das dritte gängige Protokoll ist Z-Wave. Z-Wave funkt auf einer anderen Frequenz und kann deswegen eine größere Reichweite haben. Leute, die Z-Wave nutzen schwören meist drauf. Aber es gibt im Vergleich nur wenige Geräte und die sind in aller Regel deutlich teurer.

WLan als Funk Standard ist verlockend, da man ja sowieso ein WLan Netz hat. Aber wenn viele Geräte im WLan hängen, wird die Geschwindigkeit immer schlechter. Dazu sind, grade in Städten, die Wlan Netze meist hoffnungslos überlastet. Jedes zusätzliche Geräte verschlechtert die Situation da nur. Außerdem verbraucht WLan deutlich mehr Strom als Zigbee oder Thread. Dazu sind WLan Geräte oft nur mit Cloud Anbindung zu steuern. Manche Geräte-Typen bekommt man (fast) nur mit Wlan, wie beispielsweise Saugroboter. Die kann man fast immer auch “cloudfrei” bekommen, was dann aber viel Bastellei bedeutet.

Matter muss auch erwähnt werden. Matter ist kein Funk Standard, sondern eine gemeinsame ”Sprache” verschiedener Smart Home Geräte. Matter ist etwa gleich alt wie Thread. Und nahezu alle Thread Geräte sind auch Matter kompatibel. Es gibt aber auch Matter over Wlan und anderen Verbindungswegen. Matter ist cloudfrei, auch über WLan.

Das Gute an Home Assistant ist, man muss sich nicht auf einen Standard festlegen. Ich selbst nutze Wlan, Zigbee, Matter und Thread gemeinsam, und das völlig problemlos.

Zum Einstieg würde ich wohl, speziell da du auf Shelly “schielst” am ehesten Zigbee empfehlen. Viele Shelly Geräte sind nämlich Zigbee Kompatibel.

Ach, die Heizung solltest du auf jeden Fall ins Smart Home integrieren. So kannst du direkt auf geöffnete Fenster reagieren, automatisch bei Abwesenheit die Temperaturen runter regeln lassen, für jeden Raum individuelle Nachtabsenkungen einstellen und vieles mehr. Für “klassische” Heizkörper bekommt man recht günstig smarte Thermostaten, für eine zentrale Steuerung gibt es auch komfortable Lösungen.

Noch vergessen… Was du als Hardware für Home Assistant nutzt, hängt von deinen Ansprüchen ab. Willst du viele verschiedene Server Dienste laufen haben, bietet sich sowas wie ein Proxmox Server an. Soll es eher ein dediziertes gerät für HA sein, dann kann man mit einem Raspberry Pi 4 oder besser anfangen. Die Installation von HAOS ist nicht kompliziert. Leistungsfähiger und meist nicht stromhungriger oder teurer sind hier aber Mini PC (Intel Nuc oder eines der vielen anderen Mini PC Exemplare). Ich selbst habe einen älteren China Mini-PC, der seinerzeit gut60€ komplett (incl. Versand) gekostet hat, doppelt so schnell wie ein Ras Pi5 ist und nur halb so viel Strom verbraucht, als dediziertes HA System laufen. Funktioniert phantastisch. Leider ist PC Hardware in letzter Zeit massiv teurer geworden. Genau das Gerät, was ich für nicht mal 70€ gekauft habe, kostet heute etwa 150€, also mehr als das Doppelte, binnen gut 2 Jahren. Aber ein RasPi 5 komplett liegt auch gar nicht so weit weg im Preis. Falls man denn überhaupt einen bekommt.
Die Nabu Casa (die Firma hinter Home Assistant) Geräte wie etwa der “Green”, die ja “Plug and Play” sind, also bereits mit Home Assistant vorinstalliert geliefert werden, sind eher schwächer von der Leistung her und dafür nach meinem Geschmack etwas teuer. Verwenden kann man sie aber auch problemlos. Was man nicht machen sollte, ist es Home Assistant im Docker, z.B. auf einem NAS zu installieren. Dann funktioniert keine einzige APP. Das sind Erweiterungen für HA, die den Funktionsumfang deutlich vergrößern. Ohne Apps kommt man garantziert nicht weit.

Als Wandtablet kann man “irgendwas” verwenden, sei es ein ausrangiertes iPad oder ein Android Tablet oder auch ein spezielles HA- Display. Selbst viele digitale Bilderrahmen kann man zu einem HA Display umfunktionieren.

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Wenn möglich kabelgebundene Lösungen wie KNX anderen Lösungen vorziehen.

Wenn Kabel nicht möglich ist dann drauf achten das überall tiefe Dosen gesetzt werden oder spezielle Dosen mit Extrafreiraum damit genug Platz vorhanden ist.

Die Heizung insbesondere in einem Neubau wo es sich meist um eine WP mit FBH handelt muss nicht übers Smarthome gesteuert werden, man kann Sie einbinden um die Temperaturen zu überwachen aber eine Steuerung ist normalerweise kontraproduktiv.

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Ich sehe es wie @Thomassh Das wäre auch meine Empfehlung. Ergänzend:
überall wo Kameras hin sollen mindestens ein Netzwerkkabel - besser zwei :slight_smile:

Alternative zu Metzler (super Qualität aber fehlende HA Integration …?) wäre aktuell Reolink Doorbell PoE (da hat man den “Monitor” auf dem Handy - oder dem HA Tablet) + elektronisches Schloss … (beispielsweise SwitchBot mit Codetastatur inkl. Fingerabdrucksensor), was den Türöffner gleich einspart - für beide gibt es HA Integrationen.

Bei der Planung klar trennen zwischen “Was würde im Gebäude bleiben wenn ich ausziehe” (was ist klassische Haussteuerung) und was “würde ich mitnehmen” (was kann mal ausfallen).

Beispiel: Rollladensteuerung, Rauchmelder, Sicherheit, UP-Module zur Steuerung des “normalen Lichts” bleiben mit hoher Wahrscheinlichkeit da. Das alles sollte(muss) immer über normale Schalter steuerbar sein. - professionell aufgesetzt. Damit funktioniert es auch, wenn die Haussteuerung ausfällt. Ambiente Beleuchtung, steckbare Schaltsteckdosen, Lichterketten und Co sind eher zweiter Kategorie und müssen “nicht so professionell” sein :wink:

Für HA kann man mit einem Raspi 4 mit 4 GB RAM starten + fertigen Image von der HA Homepage. Von Virtualisierung würde ich abraten. “Eine Schachtel/Box” für die Haussteuerung - exklusiv! Das reicht, solange du über klassische Hausteuerung nachdenkst.

Hier mein Fazit nach 5 Jahren Haussteuerung mit Home Assistant:
5 Jahre Home Assistant - IT und Hausautomation

Willst du z.B. Plex als Mediaserver noch “nebenbei” auf der Box betreiben oder auch KI Module verwenden wollen - solltest du ein anderes HW setup wählen. Wobei - am Beispiel von Kameras - die KI basierte Personenerkennung heute meist schon in der Kamera stattfindet, was dadurch keine weitere Last für die HA Box erzeugt.

Hi,

zu Metzler kann ich folgendes sagen:

Im Zusammenspiel mit den zugehörigen Innenstationen funktioniert das einwandfrei. Ich habe die Ausführungen mit PoE. Für die Handy App ist Cloud notwendig.

Es gibt für die Hikvision, auf der die Metzlergeräte basieren Integrationen. Was ich zum Laufen gebracht habe ist Video, Klingel, Türöffner, was ich noch nicht hinbekpommen habe ist zweiwege Audio, also Gegensprech funktion. Soll wohl irgendwie gehen, aber bei mir läuft das noch nicht, ich nutze gegenwärtig die Innenstationen und Handy-App.

Ich schließe mich dem Vorposter an, Netzwerkleitungen, immer doppelt legen und am Besten in jedem Raum mindestens 1x, besser 2 Dosen in gegenüberliegenden Ecken oder so.

Im Technikraum alles zusammenführen und auf ein großes Patchfeld. Ich nutze 2 Switche, einen für PoE 8fach, einen normalen 24fach. Bei den Switchen, denke mal über managed Switche nach.
Auch Netzwerk in den Sicherungsschrank führen, min. 2x, an die PV-Anlage, Wärmepumpe, etc.

Wenn du mit Voice Assistants liebäugelst, dann wäre eine Deckendose mit Strom und Netzwerk sehr nice.

Für die Beleuchtung kannst du, klar, Shellys nehmen und an denen Physiche Taster/Schalter anschließen. Funktioniert bei mir recht gut, ich habe die Shellys im WLAN, nicht optimal, geht aber, ich habe das 2,4GHZ Netz für Homeautoamtion und das 5GHZ Für Daten, Handy, Tablet, etc. So gehts recht gut. Auchte bei der SSID und Passwort darauf keine Sonderzeichen zu nutzen (z.B.: Fritz!Box), das kann Probleme machen.
Bei einem Neubau würde ich wirklich auch mal KNX in Betracht ziehen, gute solide, stabile Lösung, bei Neubau auch nicht so viel Preisunterschied - nur mehr Kabel, von jedem Schalter und Aktor eines in die Zentrale.

Wenn du Wanddtabletts planst, dann sie an den Stallen auch mal Netzwerkkabel vor, kann ja unterputz liegenbleiben wenns nicht benötigt wird.

Für WLAN Reperater / Router, Deckendosen mit Netzwerk und Strom vorsehen, an der Decke haben die meist die beste WLAN Abdeckung und Reichweite.

Für die Netzwerkplanung, mache die einen Plan, der alle Verbindungen enthält, nach Etagen und Räumen und vergib eindeuteig Nummerierungen für die Kabel, KEINE Doppelten Nummern, die in anderen Räumen nochmal auftauchen. Patchpanel entsprechend beschriften ung evtl. auch schon nach Etage und Raum aufteilen. Das macht die später das Leben leichter. Nimm Keystone Module für den Anschluß der Kabel, ist einfach anzuschließen. Kauf die einen Kabeltester, der nicht nur Verbindungen prüft sondern auch die Qualität und der Leitungen Indentifizieren kann, klar etwas teurer aber ein Kabel später neu zu verlegen ist schlimmer.
Und wie schon erwähnt tiefe Dosen, ich würde die einfach überall einbauen, sind nicht teurer als die normalen. Die “Elektronikdosen” sind da schon teurer, da evtl. auf Luftdichte Dosen achten, da gibts keinen “Dosentornado

Ach ja, ich habe hinter meinen Fernsehern eine kleines Wandpanel, in dem Netzwerk, Strom, SAT etc. untergebracht ist, sodass ich keine Kabel rumhängen habe, der TV Hängt davor an der Wand, alle Kabel sind quasi unsichtbar.

Ah ja, wie mein Vorposter auch schreibt, Heizung, smart machen, LAN an die Heizung, schauen was es für Aktoren gibt, bei Fußbodenheizung ist das eher weniger wichtig, bei normalen Heizkörpern schon eher → offenes Fenster zum lüften.

Und habe einen Laaaangen Atem, Bauen nervt total :rofl:

Cheers Franky

Hi,

also Neubau und Funk würde ich nicht machen… jetzt hast du die Gelegenheit es richtig zu machen. Wenn KNX zu teuer ist, hast du mal über eine direkte Sternverkabelung nachgedacht? Du fährst alles mit schaltbaren Leitungen an und verkabelst es mit einer SPS Steuerung. So deutlich günstiger als KNX (und Home Assistent hast du ja eh vorgesehen). Musst halt deinen Fertigbauer dazu bringen das auch zu verbauen. Wenn du Unterstützung brauchst gerne melden (Immo-Vernetzer.de)

Gruß

Markus