Hi.
Speziell zu Metzler kann ich nichts sagen, habe ich keinerlei Erfahrungen mit. Allerdings hört sich das für mich eher so an, als ob das eine Cloud- Only Lösung ist. Und sowas würde ich unbedingt vermeiden. Außer eventuell, wenn Sprachsteuerung geplant ist. Sprachsteuerung funktioniert noch nicht alltagstauglich, wenn sie rein lokal laufen soll…
Shelly ist meist recht gut und kann fast immer cloudfrei betrieben werden.
Ein paar grundsätzliche Tipps… Leg genug Netzwerkanschlüsse (Ethernet) in jeden, wirklich jeden Raum. Und dann verdoppele die geplante Anzahl noch mal… Ein ungenutztes Kabel in der Wand stört überhaupt nicht. Ein fehlendes Kabel nachträglich zu montieren ist aufwändig, teuer und ruiniert u.U. die Optik total.
Außerdem solltest du generell versuchen, so wenig wie möglich über WLan zu machen. Im Smart Home Bereich bedeutet das ein eigenes Funknetz für die Geräte aufzuziehen. Scheint anfänglich etwas komplizierter, mach aber später das Leben meist viel einfacher.
Generell gibt es drei gängige Technologien. Alt eingesessen, weit verbreitet und erprobt ist Zigbee. Hier bekommt man (noch) die größte Auswahl an Geräten zu den im Schnitt günstigsten Preisen. Zigbee arbeitet in/mit Home Assistant immer ohne Cloud. Nutzt man die Hersteller- eigenen Systeme (wie Phillips Hue, was auch nur Zigbee ist) ist das oft nicht der Fall.
Der designierte Nachfolger von Zigbee ist Thread. Das verwendet oft identische Hardware für die Funk Übertragung. Thread ist deutlich neuer, weniger verbreitet, ebenfalls cloudfrei und oft teurer als Zigbee. Aber es werden im Lauf der Zeit immer mehr Thread Komponenten zu immer günstigeren Preisen auf den Markt kommen. Beispielsweise sind inzwischen alle Smart Home Produkte von Ikea mit Thread ausgestattet.
Sowohl Zigbee als auch Thread sind Mesh Netzwerke. Das bedeutet, viele der Geräte (vereinfacht kann man sagen, alle Geräte, die nicht mit Batterien betrieben werden) als “Router” fungieren. Der Begriff “Router” ist etwas unglücklich, da man mit Router eigentlich sowas wie die FritzBox assoziiert. Im Wlan Netz wäre das Äquivalent eher ein “Repeater”, also ein Gerät, das die WLan Reichweite vergrößert. Jeder Router in einem Zigbee oder Thread Netzwerk vergrößert die Reichweite des Zigbee/Thread Netzwerks. Hier ist also das genaue Gegenteil zu WLan Geräten der Fall. Bei WLan wird es mit jedem Gerät schlechter, bei Zigbee/Thread wird es mit jedem Gerät besser.
Das dritte gängige Protokoll ist Z-Wave. Z-Wave funkt auf einer anderen Frequenz und kann deswegen eine größere Reichweite haben. Leute, die Z-Wave nutzen schwören meist drauf. Aber es gibt im Vergleich nur wenige Geräte und die sind in aller Regel deutlich teurer.
WLan als Funk Standard ist verlockend, da man ja sowieso ein WLan Netz hat. Aber wenn viele Geräte im WLan hängen, wird die Geschwindigkeit immer schlechter. Dazu sind, grade in Städten, die Wlan Netze meist hoffnungslos überlastet. Jedes zusätzliche Geräte verschlechtert die Situation da nur. Außerdem verbraucht WLan deutlich mehr Strom als Zigbee oder Thread. Dazu sind WLan Geräte oft nur mit Cloud Anbindung zu steuern. Manche Geräte-Typen bekommt man (fast) nur mit Wlan, wie beispielsweise Saugroboter. Die kann man fast immer auch “cloudfrei” bekommen, was dann aber viel Bastellei bedeutet.
Matter muss auch erwähnt werden. Matter ist kein Funk Standard, sondern eine gemeinsame ”Sprache” verschiedener Smart Home Geräte. Matter ist etwa gleich alt wie Thread. Und nahezu alle Thread Geräte sind auch Matter kompatibel. Es gibt aber auch Matter over Wlan und anderen Verbindungswegen. Matter ist cloudfrei, auch über WLan.
Das Gute an Home Assistant ist, man muss sich nicht auf einen Standard festlegen. Ich selbst nutze Wlan, Zigbee, Matter und Thread gemeinsam, und das völlig problemlos.
Zum Einstieg würde ich wohl, speziell da du auf Shelly “schielst” am ehesten Zigbee empfehlen. Viele Shelly Geräte sind nämlich Zigbee Kompatibel.
Ach, die Heizung solltest du auf jeden Fall ins Smart Home integrieren. So kannst du direkt auf geöffnete Fenster reagieren, automatisch bei Abwesenheit die Temperaturen runter regeln lassen, für jeden Raum individuelle Nachtabsenkungen einstellen und vieles mehr. Für “klassische” Heizkörper bekommt man recht günstig smarte Thermostaten, für eine zentrale Steuerung gibt es auch komfortable Lösungen.
Noch vergessen… Was du als Hardware für Home Assistant nutzt, hängt von deinen Ansprüchen ab. Willst du viele verschiedene Server Dienste laufen haben, bietet sich sowas wie ein Proxmox Server an. Soll es eher ein dediziertes gerät für HA sein, dann kann man mit einem Raspberry Pi 4 oder besser anfangen. Die Installation von HAOS ist nicht kompliziert. Leistungsfähiger und meist nicht stromhungriger oder teurer sind hier aber Mini PC (Intel Nuc oder eines der vielen anderen Mini PC Exemplare). Ich selbst habe einen älteren China Mini-PC, der seinerzeit gut60€ komplett (incl. Versand) gekostet hat, doppelt so schnell wie ein Ras Pi5 ist und nur halb so viel Strom verbraucht, als dediziertes HA System laufen. Funktioniert phantastisch. Leider ist PC Hardware in letzter Zeit massiv teurer geworden. Genau das Gerät, was ich für nicht mal 70€ gekauft habe, kostet heute etwa 150€, also mehr als das Doppelte, binnen gut 2 Jahren. Aber ein RasPi 5 komplett liegt auch gar nicht so weit weg im Preis. Falls man denn überhaupt einen bekommt.
Die Nabu Casa (die Firma hinter Home Assistant) Geräte wie etwa der “Green”, die ja “Plug and Play” sind, also bereits mit Home Assistant vorinstalliert geliefert werden, sind eher schwächer von der Leistung her und dafür nach meinem Geschmack etwas teuer. Verwenden kann man sie aber auch problemlos. Was man nicht machen sollte, ist es Home Assistant im Docker, z.B. auf einem NAS zu installieren. Dann funktioniert keine einzige APP. Das sind Erweiterungen für HA, die den Funktionsumfang deutlich vergrößern. Ohne Apps kommt man garantziert nicht weit.
Als Wandtablet kann man “irgendwas” verwenden, sei es ein ausrangiertes iPad oder ein Android Tablet oder auch ein spezielles HA- Display. Selbst viele digitale Bilderrahmen kann man zu einem HA Display umfunktionieren.