Hallo zusammen,
die Frage „Lohnt sich für mich ein dynamischer Stromtarif?“ kommt hier immer wieder. Viele lösen sie – wie ich bisher – mit einem Template: Zählerdelta × aktueller Preis, dazu ein Utility Meter je Monat. Das funktioniert ungefähr, hat aber Schwächen: Bei jedem Neustart gehen Werte verloren (bei mir standen die Fehler im Protokoll), und gerechnet wird mit dem Preis zum Zeitpunkt der Zählerablesung statt mit dem Preis der richtigen Viertelstunde. Einen Rückblick auf die Zeit vor dem Template gibt es gar nicht.
Daraus ist Tarifwacht entstanden: eine Integration, die laufend und rückwirkend zeigt, was dein Strombezug mit verschiedenen Tarifen gekostet hätte.
Wie gerechnet wird
- Dein Bezugszähler wird je Viertelstunde gebucht – in jeden Tarif, der dynamische mit dem Preis genau dieser Viertelstunde (seit Oktober 2025 ändert sich der Börsenpreis viertelstündlich).
- Beliebig viele Tarife: Festpreis, „Börsenpreis plus Aufschläge“ (Netzentgelt, Steuern/Abgaben, Anbieteraufschlag, MwSt.) oder ein Sensor mit Gesamtpreis. Dazu Grundpreise, Preisänderungen ab einem Datum und Modul 3 (zeitvariables Netzentgelt nach § 14a EnWG).
- Verbrauch und Preise werden je Viertelstunde gespeichert. Ein später hinzugefügter oder korrigierter Tarif rechnet deshalb trotzdem ab der Einrichtung.
- Fehlt ein Preis (Preis-Integration ausgefallen), wird der Verbrauch nie als kostenlos gezählt, und der Vergleich lässt solche Viertelstunden für alle Tarife aus.
- Sensoren für Kosten, Differenz zum aktuellen Tarif, Durchschnittspreis und günstigsten Tarif – mit Langzeitstatistik für Statistik-Karten und das Energie-Dashboard.
Rückblick: Was hätte das letzte Jahr gekostet?
Die Aktion „Tarife vergleichen“ rechnet einen beliebigen Zeitraum, auch vor der Einrichtung: den Verbrauch aus der Langzeitstatistik deines Zählers, die Börsenpreise von damals von SMARD.de (Bundesnetzagentur). Mit „Statistik nachtragen“ landet diese Vergangenheit auch in der Langzeitstatistik, sodass Diagramme und Statistik-Karten das ganze Jahr zeigen:
Bei mir (Wärmepumpe, PV) wäre der dynamische Tarif seit Oktober 2025 rund 156 € teurer gewesen – fast alles im Winter, allein im Januar 47 €. Im Sommer liegen beide fast gleich auf. Der Aufschlag meines dynamischen Tarifs stammt allerdings noch von einer alten Rechnung, das prüfe ich noch.
Einrichtung
Zähler wählen, Festpreis eintragen, dann den dynamischen Tarif. Empfohlen ist „Börsenpreis plus Aufschläge“ – nur damit gibt es den Rückblick, weil ein Sensor mit Gesamtpreis nur seine aktuellen Preise kennt:
Tipp für EPEX Spot: Hast du dort einen absoluten Aufschlag und eine Steuer eingestellt, trägst du einfach dieselben Werte ein (Aufschlag in Cent, Steuer als MwSt.). Dann rechnet der Tarif genau wie der Gesamtpreis von EPEX Spot.
Außerdem dabei
- ein fertiger Dashboard-Abschnitt (der aus dem ersten Bild) zum Kopieren im README
- ein Blueprint „Monatsübersicht“: Am Monatsersten kommen Strombezug, Kosten je Tarif und Differenz des Vormonats als Benachrichtigung
- Preisquellen: EPEX Spot (geprüft), Nord Pool und ENTSO-E (experimentell)
Installation
HACS → ⋮ → Benutzerdefinierte Repositories → GitHub - tarifwacht/integration: Was hätte dein Strom mit einem anderen Tarif gekostet? Home-Assistant-Integration: Festpreis gegen dynamischen Stromtarif, jede Viertelstunde mit ihrem eigenen Preis. · GitHub , Typ Integration. Herunterladen, neu starten, Integration hinzufügen → Tarifwacht. Alles Weitere steht im README: GitHub - tarifwacht/integration: Was hätte dein Strom mit einem anderen Tarif gekostet? Home-Assistant-Integration: Festpreis gegen dynamischen Stromtarif, jede Viertelstunde mit ihrem eigenen Preis. · GitHub
Tarifwacht rechnet lokal und liest nur die Entitäten, die du auswählst. Einzige Netzabfrage: die Börsenpreise von SMARD.de für den Rückblick.
Wichtig zum Vergleich
Der Vergleich unterstellt für alle Tarife das gleiche Verbrauchsverhalten. Mit einem dynamischen Tarif verschiebt man oft Verbrauch in günstige Stunden (Wärmepumpe, Auto, Speicher) – das kann ihn deutlich günstiger machen, als die Rechnung hier zeigt. Und: Beide Seiten müssen dieselben Preisbestandteile enthalten (Netzentgelt, Umlagen, Steuern), sonst hinkt der Vergleich.
Über Rückmeldungen freue ich mich – besonders von Nutzern mit Nord Pool, ENTSO-E oder anderen Preisquellen (dann bitte die Diagnose-Datei mitschicken: Tarifwacht → ⋮ → Diagnosedaten herunterladen) und von allen, die Modul 3 nutzen.
Viele Grüße Andy


