RoomMind & Klimaanlage – Teil 2: Konfiguration und erste Praxiserfahrungen
Wie im letzten Beitrag angekündigt, hier nun der zweite Teil zu meiner Klimaanlagen-Integration über Protoart und RoomMind.
Einrichtung
Nach der WPS-Einrichtung der Protoart-Controller und der automatischen MQTT-Erkennung in Home Assistant war die Anlage schnell als climate-Entität verfügbar. Die Einbindung in RoomMind selbst war dann denkbar einfach: Raum zuweisen, Komfort- und Eco-Temperatur setzen, fertig. Genau wie bei den Heizkörperthermostaten übernimmt RoomMind auch hier die volle Steuerung – ich fasse die Anlage selbst nicht mehr an.
Ein spannendes Detail des Protoart ESP: Er nutzt standardmäßig zwar den mitgelieferten Zigbee-Temperatursensor, dieser lässt sich aber auch einfach im Raum ablegen und stattdessen ein anderer Wert per MQTT einspeisen. Da ich mit meinen Aqara W100 bereits brauchbare Raumthermostate in Schlaf- und Wohnzimmer im Einsatz habe, nutze ich lieber deren Messwerte. Dafür habe ich zwei kleine Automationen gebaut, die den Aqara-Temperaturwert per MQTT an den jeweiligen Protoart-Controller übergeben: “Klima: Schlafzimmer Aqara Temp an Mitsubishi (MQTT)” und “Klima: Wohnzimmer Aqara Temp an Mitsubishi (MQTT)”. So läuft überall im Raum das gleiche, bereits bewährte Thermostat-Ökosystem, statt mit einem zusätzlichen Sensor zu arbeiten.
Besonders wichtig war mir der Kompressorschutz: Ist die Innentemperatur erreicht, erhöht RoomMind die Solltemperatur leicht, statt die Anlage komplett auszuschalten – so vermeidet man häufiges Takten des Kompressors, was auf Dauer der Hardware schaden könnte.
Ein Detail, das mir richtig gut gefällt: Über den Zeitplan-Helfer lassen sich pro Zeitblock Heiz- und Kühl-Sollwert gleichzeitig mitgeben (Felder heat_temperature und cool_temperature). So bekommt man automatisch eine Totzone zwischen Heizen und Kühlen, ohne zwei getrennte Zeitpläne pflegen zu müssen. Beispiel aus meinem Wohnraum-Helfer:
schedule:
wohnraum_schedule:
name: "Wohnraum"
monday: &wohnraum_day
- from: "00:00:00"
to: "06:00:00"
data:
heat_temperature: 18
cool_temperature: 26
- from: "06:00:00"
to: "22:00:00"
data:
heat_temperature: 21
cool_temperature: 24
- from: "22:00:00"
to: "24:00:00"
data:
heat_temperature: 18
cool_temperature: 26
tuesday: *wohnraum_day
wednesday: *wohnraum_day
thursday: *wohnraum_day
friday: *wohnraum_day
saturday: *wohnraum_day
sunday: *wohnraum_day
Erste Wochen im Betrieb
Seit rund einem Monat läuft die Anlage nun ausschließlich über RoomMind (Version 1.75), und im Kühlbetrieb funktioniert das grundsätzlich zuverlässig und komfortabel – kein manuelles Eingreifen nötig, keine App, keine Cloud.
Zwei Dinge sind mir dabei aber aufgefallen, die ich auf GitHub bereits als Feature-Wünsche eingereicht habe:
-
Während meine Heizkörperthermostate zuverlässig auf Abwesenheit reagieren, ignoriert die Klimaanlage das komplett und bleibt stur auf der Zeitplan-Solltemperatur.
-
Fällt die Außentemperatur unter die eingestellte Mindesttemperatur für den Betrieb, schaltet die Anlage nicht in Standby, sondern bleibt im Kühlbetrieb mit aktivem Kompressorschutz – ich musste bisher abends manuell eingreifen.
Aktueller Stand
Als Workaround nutze ich aktuell die minimale Außentemperatur-Einstellung, muss diese aber manuell pflegen, da sie sich nicht per Automation ansteuern lässt.
Da mich neben dem Komfort auch der Energieverbrauch interessiert, hat mir zusätzlich ein Elektriker einen Shelly Pro EM 50 zur Strommessung der Klimaanlage eingebaut – bewusst mit Wandlermessung, da diese mit den hohen Einschaltströmen der Klimaanlage gut klarkommt. Darauf aufbauend habe ich mir ein eigenes Dashboard gebaut, mit dem ich Stromverbrauch und Kosten der Anlage im Blick behalten kann:
Für beide oben genannten Punkte (Abwesenheit, Standby-Verhalten) habe ich konkrete Lösungsvorschläge in einer GitHub Discussion skizziert – wer ähnliche Erfahrungen mit AC-Steuerung über RoomMind gemacht hat, darf sich gerne dort einklinken oder hier im Thread melden.
Insgesamt bin ich weiterhin sehr zufrieden mit RoomMind – gerade dass Heizung und Kühlung über dasselbe System laufen, ohne zusätzliche Automationen, ist für mich der große Mehrwert gegenüber meinen früheren Lösungen.



