Hi Tobias,
selbstverständlich kannst du das selber bearbeiten. Man benötigt dazu die Software ETS; die kostet regulär knappe 1.000€. Im KNX-user-forum kann man sich aber registrieren für den Newsletter, da gibt es ab und zu 50% Rabatt auf die ETS.
Dann kannst du dir entweder alles selber aufbauen, oder du lässt es den Elektriker machen und der soll dir nachher das ETS-Projekt übergeben (ist eine Datei) und du importierst das in deine ETS (im Vertrag mit dem Eli festschreiben lassen).
Zum Einlesen kann ich den Kurs von Eib-Meier empfehlen (hier gibts erste Infos: Einführung in die ETS und KNX Programmierung | Der ultimative ETS 6 Schnellkurs und rechts oben den Link zum Kurs als PDF), der hat mir damals auch geholfen. Ich bin auch in der IT und fand das alles nicht so kompliziert wie oft behauptet wird. Für die elektrische Verdrahtung solltes du bei ALLEN Systemen einen Elektriker dranlassen, wenn du nicht weisst was du tust. Aber für Logiken, Verknüpfungen oder andere SW-seitige Änderungen kannst du alles selber machen. Ich habs bei mir damals komplett selber gemacht und hatte nur ein Büchlein mit 30 Seiten als Basis (und hab geschwitzt, als ich damals 2 Tage lang nicht begriffen habe, wie das RS232 Interface für den Buszugriff zu konfigurieren geht… heute keine Ding mehr, da nimmt man ein Ethernet-GW).
Zugegeben, es braucht ne Weile bis man das Konzept verinnerlicht hat und manche Sachen wünscht man sich einfacher. Aber es ist eben m.E. das System mit dem man längerfristig die wenigsten bis keine Administrationsaufwände hat. Man ist nicht ständig dabei, Updates einzuspielen und kann Jahrelang Komponenten nachkaufen die einfach funktionieren. Bei fast allen anderen Systemen gibt es immer wieder Änderungen im Protokoll, der Bediensoftware oder sonstwas das Inkompatibilitäten verursacht (jemand hatte mir gesagt, bei ZWAVE wäre das nicht so; da ich aber mit meinen ZWAVE Sensor-Versuchen nicht glücklich geworden bin, kann ich das nicht beurteilen).
In HA lässt sich das auch komplett einbinden und steuern. Alles was du brauchst ist ein KNX-IP Gateway (sowas z.B. Enertex Bayern GmbH )
Schön ist aber, dass alles noch läuft, wenn HA mal nicht fliegt. Für die wichtigsten Logiken hat man Funktionen direkt in den sog. Aktoren, oder man kauft sich ein Basis-Logikmodul für KNX und macht dann nur die fancy Dinge in HA.
Wie bei allen Smarthome-Planungen (völlig egal welche Technik) benötigt es einen guten Plan! Einfach reinspaxen und denken, man fummelt das nachher schon hin, wird fast nie zum Erfolg führen. Und bei KNX ist die Chance am größten, einen erfahrenen Planer zu finden (muss ja nicht der selbe sein der es ausführt). Viele Elis bauen auch Eltako Eocean ein, weil sie darauf gute Margen bekommen, nicht weil sie es verstehen 
Viele Elektriker haben sich auf einen Hersteller für ihre Arbeit eingeschossen. Preis/Leistung ist im KNX-Bereich bei MDT unschlagbar, da sind Gira, Jung & Co oft sehr viel teurer. Also auch bei den Komponenten bzw Herstellern mal bisschen auf die Auswahl achten, spart auch Geld. KNX Installationen waren mal SEHR viel teurer als reguläre Installationen. Das muss man aber immer in Relation sehen: Wer sich ein Smarthome baut, hat meistens wesentlich mehr Leuchten und Steckdosen als eine Standardinstallation vorsieht. Dazu kommt, dass man Sensoren an den Fenstern, Präsenzmelder an den Decken oder auch Wetterstationen aufs Dach legt, die man in einer herkömmlichen Installation auch nicht hat. Bei einer zentralen Verkabelung (im Neubau kein Problem) ist der Preis pro Schalt -/Dimmkanal bei KNX dann erstaunlich günstig.
Lange Rede kurzer Sinn: Lass das sauber planen, kauf dir die ETS und du hast ein absolut stabiles System das sich mit HA bestens verträgt. Auch wenn ich mich gerne damit beschäftige was geht und das sicher auch eine Art Hobby ist, so ist das primär ein Teil meiner Hausinfrastruktur, und die muss einfach tun. Auch wenn man krank ist oder aus anderen Gründen mal nicht (mehr) basteln und optimieren will oder kann… das vergessen Viele. Solltest du noch keine Kinder haben, dann lass dir gesagt sein, dass das eine sehr zeitintensive Anschaffung sein wird
In der Phase hast du dann auch keine Zeit für das Hobby und bist froh, wenns einfach läuft.
Cu
Frank
ps: Ein Wort der Warnung: Viele Hersteller wie Jung, Gira, Hager u.ä. bieten mittlerweile hauseigene Anpassungen von KNX an. Gira One oder Hager Domovea. Die basieren auf KNX, sind aber technisch angepasst und nur zum eigenen Portfolio kompatibel. Die Programmierung ist damit einfacher und benötigt keine ETS. Ich rate davon ab, da das keine Standards sind, während du in der KNX Welt beliebig Hersteller mischen kannst. M.W. gibt es für diese angepassten Systeme auch keine Unterstützung in HA. Kann aber sein, dass dir der Elektriker ein solches System anbieten will, weil es auch für ihn einfacher zu programmieren wäre.
pps: Nimm Alupanzer für die Läden! Heutige Kunststoffpanzer sind einfach labberig und nicht sehr langlebig. Alu ist nicht so viel teurer, verursacht aber längerfristig weniger Wartungsaufwand bzw lebt einfach länger.