Ich möchte mich dem Vorredner (Bomba5000) anschließen und meine eigenen Erfahrungen ergänzen.
Ich betreibe Home Assistant nun seit drei Jahren. Den Anfang machte ein einfacher Heizstab, den ich per Smartphone steuern wollte – das war der Auslöser für alles Weitere. Seitdem ist das System stetig gewachsen: Aktuell betreibe ich 45 Shelly-Geräte, einige Tuya-Komponenten sowie Modbus-Geräte, viele Integrationen für unterschiedliche SmartHome-Geräte – kurz gesagt, nahezu alles mit einer lokalen IP-Adresse wurde eingebunden. Ob jedes einzelne Gerät unbedingt notwendig ist, lässt sich natürlich diskutieren.
Seit etwa einem Jahr ergänze ich dieses Setup um einen lokalen KI-Agenten: SSH-Zugriff auf einen Intel NUC, auf dem Home Assistant läuft. Für den alltäglichen Einsatz – etwa das Erarbeiten von Logiken und Automationen für bestehende Entitäten oder die Analyse von Fehlerprotokollen – ist das Claude Pro-Abo für 20 €/Monat in der Regel ausreichend.
Bei umfangreicheren Projekten, wie der Anbindung einer älteren Wärmepumpe über Modbus inklusive automatischer Registersuche (gab keine Register-Doku), stoßen die Token-Limits des Pro-Abos an ihre Grenzen. Solche Aufgaben müssen daher auf mehrere Sitzungen aufgeteilt werden.
Eine hilfreiche Maßnahme zur Reduzierung des Token-Verbrauchs ist die Übergabe einer Markdown-Datei mit klaren Arbeitsanweisungen an Claude – beispielsweise: ausschließlich lesende Analyse durchführen, keine Python-Skripte erstellen wenn manuelle Einzeiler effizienter sind, und so weiter. Das wirkt sich spürbar positiv auf die Effizienz aus.
Wer zusätzlich InfluxDB im Einsatz hat, kann Claude direkte Datenbankabfragen auf historische Werte ermöglichen. Dies ist besonders wertvoll für das Feintuning von Geräteeinstellungen und Automationen – etwa für eine bedarfsgerechte externe Steuerung einer Wärmepumpe, die individuell auf die Gegebenheiten des jeweiligen Gebäudes abgestimmt ist (Wetter, Wind, Abkühlrate, Solarertrag usw.).
Zusätzlich betreibe ich eine Linux Mint-VM unter Oracle VirtualBox, in der Claude als lokaler Agent installiert ist. Für komplexere Aufgaben starte ich die VM, öffne Claude und übergebe im Prompt eine „Connections.md“-Datei zusammen mit der jeweiligen Aufgabenstellung. Damit ist die Arbeitsgrundlage klar definiert und Claude kann direkt loslegen.
Ein hilfreicher Hinweis zur Datenhaltung: In Claude lässt sich einstellen, dass Inhalte ausschließlich innerhalb einzelner Gespräche gespeichert werden – also ohne übergreifendes Gedächtnis. Chats verfallen nach einigen Tagen automatisch und deren Inhalte gehen damit verloren (laut Anthropic). Möchte man Ergebnisse dauerhaft sichern, empfiehlt sich folgender Ansatz: Claude mit dem Befehl „Erstelle über den aktuellen Wissensstand eine MD-Datei und biete sie zum Download an“ auffordern – die erzeugte Datei lässt sich anschließend lokal ablegen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: All das ist möglich – keines dieser Elemente ist jedoch zwingend erforderlich. Für mich persönlich ist der Einsatz von KI eine echte Unterstützung: Unser Smart Home würde in seiner jetzigen Form und Qualität ohne diese Hilfestellung deutlich schwerer/garnicht zu betreiben sein.