HomeMatic Planung / Verständnisfragen

Hallo Community!

Wir bekommen demnächst eine Wärmepumpe (Fußbodenheizung) und das Heizungssystem wird in diesem Zuge komplett neu gemacht.

Da ich ein HA-System am Laufen habe, wollte ich nun die Heizungssteuerung dort einbinden.
Nach langer Recherche habe ich mich für das Homematic Universum entschieden, weil es
am Besten aufeinander abgestimmt zu sein scheint (lasse mich da aber gerne eines Besseren belehren).

Geplant habe ich dafür:

RasperryMatic als VM (NAS)
Homematic IP RF-USB-Stick
HmIP-FALMOT-C12 (Controller)
HmIP-VDMOT (Stellantriebe)
HmIP-WTH-1 (Raumthermostat)

Nun, zum Verständnis, bevor ich mir die Komponenten alle zulege:
verbinden sich die Raumthermostate und Stellmotoren direkt mit dem HmIP-FALMOT-C12 oder verbinden sich alle Komponenten zuerst zum RF-USB-Stick? Oder dienen alle Komponenten quasi als Repeater und verstärken sich gegenseitig?

Ich frage deshalb, weil das NAS und somit der RF-USB-Stick etwas weiter vom HmIP-FALMOT-C12 entfernt ist.

LG,

Stevie

Moin,

ich habe das, was du machen willst bereits hinter mir und war leider vorher nicht komplett drin, was die Wärmepumpe angeht. Theoretisch brauchst du keine Smarte Steuerung, da “einfach” nur die Heizkurve vernünftig eingestellt werden muss.
Wenn dies nicht der Fall ist, heizt die Wärmepumpe, auch wenn du die Stelltriebe wegen erreichter Temperatur geschlossen haben solltest, ganz normal weiter und läuft dann irgendwann in einen Fehler, weil die Rücklauftemperatur nicht passt, oder irgendwo anders ein Sensor anschlägt. Wenn die Wärmepumpe smart ist, mag das trotzdem klappen, dazu kann ich nichts sagen.

Zur Frage der Verbindung: Die Stellmotoren werden an dem Controller angeschlossen. Dieser erkennt sie dann und für eine Kalibrierung durch. HA hat mit den Motoren an sich nichts zu tun. Der Controller und die einzelnen Thermostate werden dann in der HomeMatic Oberfläche (Integration) angelernt und von dort aus automatisch an Home Assistant weitegeleitet.
Du verbindest es nur mit dem Stick (das ist die Zentrale), WLAN, Bluetooth oder andere Signale haben damit nichts zu tun, im Gegenteil, sie können deine Geräte stören. Ich habe meinen Stick z.B. per Verlängerungskabel sehr (ca. 3 Meter) vom PI entfernt aufgehängt, weil der PI selbst ansonsten den Empfang gestört hat. Das ist ein bekanntes Problem, was sich allerdings nicht beheben lässt (außer eben den Stick weiter weg zu platzieren, ggf. andere Kabel zu verwenden).
Auch die HomeMatic Geräte selbst kommunizieren nicht untereinander.

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Ich kann Dir nur sagen, was ich gemacht hab:
Ich HATTE Homematic-Komponenten für die Fussbodenheizung, allerdings die BidCOS-Sachen (also ohne IP).
Das grundsätzliche Problem bei Sachen, die so hersteller-spezifisch sind, ist, das Du auf Gedeih und Verderb auf den Hersteller angewiesen bist. Wenn dieser aus irgendwelchen Gründen den Betrieb einstellt und/oder etwas ändert, musst Du mit, ob Du willst oder nicht. Ausserdem, JEDE Integration und/oder Addon wird separat gepflegt und gewartet, d.h. bei Updates hast Du manchmal Probleme.

Deswegen hab ich bei mir folgendes gemacht:

  • Stellmotoren für die Ventile gibts wie Sand am Meer, die allermeisten VIEL günstiger als die von ELV; ich hab diese Amazon.de
    sind von Danfoss, gibts sowohl “Stromlos geschlossen” als auch “Stromlos geöffnet”, kannst auch wild mischen.
  • Angesteuert werden die im OG und DG über jeweils einen Sonoff 4CH, kann zwar “nur” 4 Känale aber selbst 2 davon sind günstiger als ein FALMOT-C12. Die sind geflashed mit Tasmota.
  • Die Heizkreise im EG haben die Ventile im Keller, da ist der Sicherungskasten in der Nähe, da hab ich Shelly Pro 4PM eingebaut, einfach ordentlicher :wink:
  • In den Zimmern habe ich Sonoff-NS-Panels verbaut, Temperaturmessung ist da mit drin. Können nebenbei noch 2 Kanäle schalten, haben 2 physiklaische Tasten und über das Touch kannst alles anzeigen/steuern was HA so kann…

Der Clou an der Geschichte ist, das das alles über WLAN und MQTT funktioniert und von HA gesteuert wird, man spart also komplett die Homematic-Schicht und den zusätzlichen Funk. Und egal, obs den Hersteller noch gibt oder nicht, oder ob er Updates macht oder nicht, das wird funktionieren, weil einfach “standard”.
Sogar die HA-Ebene könnte man austauschen, MQTT kann so gut wie jedes Smarthome-System…
Günstiger wirds in Summe vermutlich auch noch sein, auf keinen Fall teuerer

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Ich hatte Homatic FALMOT für die Heizungssteuerung.
Einen Samstag lang. Vormittags alles anschliessen, nachmittags Software.
Am Sonntag vormittag wurde alles wieder abgebaut und ging Retoure.
Mich hatten die Stellmotore magisch angezogen, leider ist das alles fürchterlich unflexibel, man braucht so ein Thermostat im Raum über welches der Motor gesteuert wird.
Ja, das könnte man auch irgendwie emulieren. Aber das war mir eine Anlage für über 500€ so dann doch nicht gefällig.

Ich habe dann was mit einfachen on/off-Stellreglern und einem Tasmota-Board gemacht. Da konnte ich noch die Dallas-Temperatursensoren anschliessen.
Die VDMOt-Stellantriebe finde ich nach wie vor interessant, aber man kann nicht jedes Jahr alles wechseln. Bin ja kein YTer der damit Geld verdient.
Hier gibt es Projekte dazu:
https://github.com/deklaus/OpenValveControl
Und:
https://github.com/Lenti84/VdMot_Controller

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Vielen Dank für die ganzen Infos. Sowas hatte ich mir erhofft!
100% glücklich war ich mit der Homematic Lösung nicht. Genau aus den von euch schon erwähnten Gründen. Mein Fehler wahr wahrscheinlich, dass ich die ganze Zeit nach Zigbee Lösungen gegoogelt und deswegen nichts gefunden hatte. Offensichtlich wird für den Einsatzzweck eher auf WLAN gesetzt.

@dunkelheim
Ich würde tatsächlich keinen Einfluss auf die Heizkurve nehmen wollen mit HA. Mir geht es eher darum, dass man alle Zimmer in einer Übersicht hat und die Temperaturen über HA regeln kann. Oder meinst du, dass man in der Praxis gar nicht an den Temperaturen regelt?

@anon89100639
Das mit den Sonoff 4CH hört sich super an. Die Frage bei den Ventilen ist: sind auch Zwischenzustände abseits von offen und zu, sprich: 20% geöffnet, möglich? Das hatte ich nämlich als Alleinstellungsmerkmal bei Homematic gelesen.
Die SonoffNS sehen super aus, leider wäre das bei uns mit Aufstemmen der Wand für die Stromzufuhr verbunden.

@phettsack
Der Ansatz sieht auch sehr interessant aus. On/Off bedeutet dann, dass es keine Zwischenstellungen gibt?

Nein, keine Zwischenstände möglich. Hatte ich auch ursprünglich die Befürchtung, das das nicht so dolle wäre.
ABER: Das ist aber bei Fussbodenheizung eh nicht notwendig, weil die so träge ist, das du nicht mal eine Hysterese einprogrammieren musst. Selbst so ein Stellmotor braucht rund zwei Minuten von “auf” nach “zu” oder umgekehrt.
→ Wenn unterhalb der Solltemperatur einschalten, wenn grösser/gleich, ausschalten. Funkt perfekt bei mir. Aufs 10tel Grad genau kriegst Du´s natürlich nicht hin, aber es ist unterhalb der “ich merks deutlich”-Grenze (für uns, und meine Frau ist penibel, wenn Sie frieren müsste :wink: )

Bzgl NS-Panel: Ich hab die da, wo der “normale” Lichtschalter im Raum war. Den kannst ja ersetzen, weil die Dinger
a) in eine normale UP-Dose passen
b) eh 2 physikalische Schalter haben (die man auch im Dunkeln “fühlen” kann)
c) zwei Relais drin haben um das Licht zu schalten.
Nebeneffekt: Du hast die normale Deckenbeleuchtung auch im HA. Du darfst nur nicht die “Pro” Version nehmen, die hat die Schalter nicht.

PS: Hab mir grad das “Tasmota-Board” aus dem Post von @phettsack angekuckt: Prinzipiell genau dasselbe wie der Sonoff 4CH, wird genauso funktionieren, nur haben die Sonoff´s halt schon ein Gehäuse drum rum. Das ist bei mir in den Stockwerk-Heizkreis-Verteilern drin (Da habens sie´s wenigstens schön warm :wink: )

PPS: Zigbee hat funktechnisch VIEL mehr Hürden als WLAN. Bei WLAN kannst wenigstens ggf. einen Repeater irgendwo hinstellen, dann haben u.U. auch die anderen WLAN-Devices noch was davon.

Okay, das mit den Ventilen hatte ich mir fast gedacht. Das passt ja dann so mit On/Off :blush:

Ich finde die 4CH Sonoff Lösung sogar besser, weil es sich für meinen Fall besser skalieren lässt :stuck_out_tongue:

Das mit NS Panels ist super! Leider kam mir gerade der WAF dazwischen :rofl:
Leider würde das Panel unsere obere Steckdosenrahmen komplett abdecken.
Es wird keine Panels geben, die sich direkt in Dose einfassen lassen, oder?

Das Tasmota Board gibt’s bis zu 8 Relais. Und irgendwo auch eine Version mit 4 Relais wo gleich das Netzteil mit drauf ist.
Tasmota ist auch nicht von Hause aus dabei. An das sonoff 4ch habe ich gar nicht gedacht, das ist ideal für kleine Installationen. Ich hab es vor Jahren als Rollo Steuerung verbaut.

Die günstigen Stellantriebe können nur auf und zu. Allerdings brauchen die für einen Schaltweg gern mal paar Minuten. theoretisch könnte man also den Zustand halb offen durch ein- ausschalten im Minutentakt erreichen. Ob es sich lohnt, ausprobieren.
Die brauchen dann die ganze Zeit Strom, 1-2 Watt ist zwar echt wenig.

Du baust die Panels STATT des Steckdosen-Rahmens ein.


Das geht aber eigentlich nur bei Einer-Dosen, Doppeldosen sind blöde…

Eins für innerhalb eines Rahmens wäre mir nicht bekannt.

Oder, das hab ich mir für mein “Test-Panel” im Büro gemacht, du baust das Panel in eine einigermassen schöne AP-Dose ein, die Du dann irgendwo anschraubst/anklebst:


Das ist dieses AP-Gehäuse: https://www.amazon.de/dp/B000VDHHYS?psc=1&ref=ppx_yo2ov_dt_b_product_details
Der Nachteil mag sein, das der Temperatur-Sensor, der an der Unterkante dran ist, nicht so wirklich exact misst. Das kann man aber mit einem Offset versehen, wenn notwendig.

Was man für Doppeldosen überlegen könnte (keine Ahnung ob das passt) wäre die US-Version, die ist höher: https://www.amazon.de/smart-home-komponente-NSPanel-Smart-Switch-eWeLink/dp/B0B53Y99TL/ref=sr_1_1?dib=eyJ2IjoiMSJ9.VIFi3rGt9SOD1s-hkdKtx-xkg746wmEBsnPBKpJPdyKOiAny5xNcpGeNL-nehJkVs2QuxIcrHWQJrG8mB4VhPk0VwCi05yiWjfIhdgpCGPuwS5olIOBZeZXK7bGqpUS5QyXnsbaCpI60PGlLLEFRs3ZJSb3RDfj_ccwCzZvy03y5NPYNU4qdSp5ekO9aO1DzbKSeXOOvKIn8g0iSZUdr8w.TK5igKIyCylQ3jcxsEjDCkJvstqZC-N1nApFMvnAM_o&dib_tag=se&keywords=NS-panel+US&qid=1720459857&sr=8-1

Deswegen gut überlegen, ob man “Stromlos-offen” oder “Stromlos-geschlossen” nimmt. Bei mir war “geschlossen” dei bessere Wahl, so oft ist das Ding selbst im Winter nicht offen, und im Sommer sowieso nicht.

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Genau das ist das Problem, 3-Fach-Dosen hier :see_no_evil:
Ich glaube ich probier das einfach mal mit einem Zimmer.
Was kann schon schief gehen.

Nein, in der Praxis wirst Du nach einer gewissen Zeit die Steuerung im Raum gar nicht mehr benutzen, weil Deine Regelung das für Dich übernimmt. Genau deswegen hat man nämlich ein SMARThome :wink: :wink: :wink:

Naja, eine zusätzliche UP-Dose setzen, 5cm oberhalb und runterbohren in die Mehrfachdose. So hab ichs bei einem Raum gemacht. Nicht sooo schön aber selten…

Und ja, hol Dir eins, probier damit rum. Gibts übrigens auch mit einem weissen Rahmen.

Melde Dich gerne, wenn Du Hilfe brauchst, muss ja nicht jeder das Rad selber erfinden. So ganz einfach und out-of-the-box ist das nicht.
Und vielleicht kommst Du dann ja auf ne Idee, die ich nicht hatte :wink:

:crayon:by HarryP: Zusammenführung Doppelpost

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Genau das habe ich auch gemacht - weil ich dachte, dass ich damit die Temperatur in den Griff bekomme, die immer höher wurde, je kälter es draußen wird (wir haben nachgedämmt). Das Problem dann ist nur das oben beschriebene. Du sagst der Heizung über die Kurven: Heize so viel, wenn es draußen die folgenden Temperaturen hat.
Im Bestfall stellst du also deine Heizung ein, drehst die manuellen Thermostate dann in eine Höhe, bei der die gewünschte Temperatur erreicht wird. Ist bspw. im ganzen Haus die Isttemperatur ein Grad unter der Solltemperatur, muss die Heizkurve dementsprechend angepasst werden. Bedeutet dementsprechend, dass du es im schlechtesten Fall nur wärmer bekommst, wenn du die Thermostate höher stellst, da die Heizung selbst nicht heizt, da die Temperatur laut deren Sensoren erreicht ist.
Ist schwierig zu erklären - ich würde dir dieses Video empfehlen, das hat mir geholfen die Grundlage zu verstehen: https://www.youtube.com/watch?v=QKOkh-C3NFg

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Ein nspanel habe ich auch, einfach in eine neu gebohrte Dose setzen.
Schon wegen der Blickhöhe. Auf der üblichen Höhe eines Lichtschalters ist das nicht gut für Augen und Rücken.
Und ob das wirklich Sinn macht bei der Trägheit einer Fußbodenheizung sei dahingestellt. Aber wenn der Insasse des Raumes sich 21 Grad einstellt und nach fünf Minuten das Gefühl hat ihm wird wärmer ist auch schon was erreicht.

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