ich möchte mit einem Hausautomationsprojekt beginnen und benötige zum Einstieg eure Expertiese. Ich habe mich soeben neu hier im Forum angemeldet, da ich in anderen Foren nicht die erwartete Unterstützung bekommen habe und die Posts, die ich hier gelesen habe recht positiv auf mich gewirkt haben (enttäuscht mich also nicht ). Ich bin technikaffin und kenne mich mit SPSen in der Industrie aus, habe aber zu diesem Thema im Heimbereich noch kein Know-How. Entschuldigt also, falls es Newbie-Fragen sind.
Worum geht es:
In meinem Haus sollen folgende Schnittstellen über ein Hausautomationssystem geschaffen werden:
-Anbindung Windhager Pelletsofen (Werte auslesen wie Temperatur und Einschaltzeiten)
-Alle Fenster sind mit Reed-Kontakten versehen, werden aber noch nirgends ausgewertet.
-Daten von Fronius Wechselrichter und Smart-Meter aufzeichnen
-EVCC läuft bereits auf einem alten Raspberry 2 und steuert meine e-go Wallbox (Installation und Konfiguration habe ich hinbekommen, generell aber nur rudimentäre Linux-Kenntnisse)
-Ebenfalls auf dem Raspi läuft ein Lyrion Music Server (für meine alte Squeece Box classic, I love it)
-neuer Heizstab soll Überschussstrom intelligent verwenden (Shelly-Integration)
-Brauchwasserwärmepumpe soll im Sommer intelligent angesteuert werden (PV-Strom nutzen)
-Dashboard für Handy und kleinem Display im Haus (z.B. um bei Verlassen des Hauses kurz zu schauen, ob alle Fenster geschlossen sind)
-… to be continued
Nun bin ich gerade dabei, meine Shoppingliste zusammenzustellen.
Pi 4 mit 4GB (sollten für den Einstieg reichen), Netzteil, 32GB Micro-SD
Als erstes Projekt möchte ich die Ansteuerung des 3-phasigen Heizstabs (Gesamtleistung 2,5kW, ohne eigene Regelung) angehen, bei welchem die Phasen einzeln je nach PV-Überschuss dazugeschaltet werden sollen. Dazu kommen mir zwei Lösungen in den Sinn:
Relaisausgänge vom Wechselrichter zur Ansteuerung von Schützen/Relais nutzen, dafür kann man rudimentär im Lastmanagement des Wechselrichters Regeln anlegen (günstig, wenig flexibel)
Shelly 3 Pro über Home Assistant ansteuern (teurer, sehr flexibel) => mein Favorit
?
Habt ihr eine andere Alternative zu dem Shelly 3 Pro, die es sich lohnt, anzusehen?
Kann man die Shellys generell ohne die Shelly-Cloud verwenden, oder benötigen diese immer diese Verbindung? Mir wäre eine lokale Lösung und mit LAN-Verbindung am liebsten.
Ich hoffe den Post beim richtigen Thema erstellt zu haben, ansonsten Admin bitte gerne verschieben.
Ich bin auf eure Antworten gespannt und freue mich auf den gemeinsamen Start mit euch in mein neues Heimprojekt.
Der Shelly 3pro sollte gehen, da es ja Heizungen sind, wirst du keine Messung benötigen. Ja, der Shelly ist nicht das Günstigste, aber zumindest bei mir hatte ich bisher keine Ausfälle bei meinen Shellys (Laufen aber auch erst seit ca. 1 1/2 Jahren)
Etwas günstiger wird es, wenn du statt dem 3pro zwei 2PM einsetzt. Aber zumindest bei Amazon nur, wenn du zwei Stück einzeln kaufst (2x23€ = 46€), statt das Zweierset (52€).
Ansteuerung der Schütze würde ich über Kleinleistungsschütze machen.
Die Shellys können komplett ohne Colud oder App verwendet werden. Beim ersten Einschalten spannen die ein eigenes WLAN auf, über das sie sich ziemlich einfach konfigurieren lassen.
Ich benutze auch einen Pi4. Läuft einwandfrei seit jetzt 1 1/2 Jahren. Aber nimm besser eine kleinere SD-Karte zum ersten Einrichten und häng eine SSD an. Eine SD-Karte wird nicht lange halten.
Ich habe im Keller kein WLAN und bevorzuge sowieso LAN. Deswegen bin ich beim 3 Pro gelandet.
Wie meinst du das? Kleinleistungsschütze hinter dem 3 Pro verbauen und den Shelly somit nur zur Logiksteuerung verwenden?
Wäre auch eine Idee, diese könnte man ja dann über die GPIO ansteuern und bräuchte dann denn Shelly gar nicht mehr. Da bei mir beides im gleichen Technikraum untergebracht ist, wäre die Verkabelung möglich
Danke für den Tipp, werde ich berücksichtigen. Wie wird die SSD angeschlossen? Per USB? Gibt es spezielle SSDs für die Pi?
Welche GPIO meinst du? Die vom Raspberry?
Das wird funktionieren, aber ich persönlich würde die nicht verwenden, sondern auf jeden Fall eine Ebene dazwischen bauen, um den Raspberry komplett vom Rest getrennt zu halten, aber da wird sicher jeder eine eigene Meinung zu haben.
Da die Schütze eine ziemlich große Induktivität besitzen, würde ich die, egal wie, nicht ungeschützt ansteuern. Relaiskontakte sollte man mit einem Snubber versehen, um die Relaiskontakte zu schützen und Transistor/MosFet-Ausgänge mindesten mit einer Schutzdiode.
Die Ausgänge des Shelly sind auch nicht ohne weiteres dazu geeignet, einen Schütz zu schalten, dafür gibt es von Shelly fertige Snubber. RC snubber – Shelly Europe
Am Pi4 wird die SSD über USB angeschlossen. Da kann man jede beliebige SSD oder sogar eine HDD mit externer Stromversorgung nehmen.
An den Pi5 kann man mit einem PCIe Adapter direkt eine M2 SSD anschließen.
Meinst du das ist bei dieser kleinen Last notwendig? Der 3 Pro kann je Kanal 3,7 kW schalten, in meinem Fall wären es nur knapp 0,9 kW.
Danke für den Tipp mit dem Snubber. Ist der bei direkter Ansteuerung des Heizschwerts auch notwendig?
Da habe ich mich jetzt auch mal eingelesen (Relaisboard, Treiber/Spannungstransformation) und nehme da erst mal Abstand davon
Wenn ich die nächsten Schritte auch noch mit plane, erscheint mir der Einsatz von Arduinos sinnvoll.
Einsatz im Heizungsraum
a) Ansteuerung der 3 Heizelemente des Heizstabs
b) Intelligente Ansteuerung der Umwälzpumpe
c) Intelligente Ansteuerung der BWWP (PV-ready Signal)
=> Arduino mit 5 Relaisausgängen, welche dann entweder direkt die Leistung schalten oder für 1a) und 1b) Kleinleistungsrelais ansteuern. Käme dann alles vor Ort in einen kleinen Klemmkasten.
zweiter und dritter Arduino im EG/OG, um sämtliche Fensterkontakt-Eingänge zu erfassen
Ansteuerung mittels MQTT von HA über den Pi.
Da der Pi 5 nur 5€ teurer ist als der Pi 4, schwenke ich nun doch auf diesen um. Zusammen mit einem aktiven Kühler (gibt es auch fast geschenkt) und der SDD über den PCIe-Adapter. Gefällt mir gut, diese Kombi. Dann kann ich auf die SD-Karte komplett verzichten, wenn ich das richtig verstanden habe.
Früher hätte ich noch gesagt, daß die Relais reichen, aber ich hatte in letzter Zeit (überwiegend beruflich) ziemlich viele negative Erfahrungen mit klebenden oder verbrannten Relaiskontakten, gerade bei kleineren Leistungen, weshalb ich persönlich immer Schütze dazwischen schalten würde.
Die Schalthäufigkeit bei einem Heizstab ist halt auch um einiges höher, als bei einem Licht oder einem Rollo, welches nur ein paar mal am Tag geschaltet wird.
Eigentlich ist der hauptsächlich bei induktiven Lasten nötig, aber schaden wird er bei rein resistiven Lasten auch nicht und die kosten ja so gut wie nix.
Ich würde da eher ESPs einsetzen. Die können über ESPHome direkt in HA eingebunden werden
Zumindest für die Erstinstallation brauch man, so wie ich das sehe, schon eine SD-Karte.
Weil sich die ESPs über ESPHome direkt (über WLAN) in HA einbinden lassen, was mit einem 8bit-Arduino nicht funktioniert. Wie das bei den neuen 32bit-Arduinos aussieht, weiß ich nicht.
Außerdem haben die ESPs mehr Rechenleistung und lassen sich auch über die Arduino-IDE programmieren.
Es gibt auch ESPs mit LAN, aber ich würde eher für eine ausreichende WLAN-Abdeckung sorgen, zum Beispiel mit einem Repeater oder Accesspoint.
Bei den LAN-ESPs gehen halt mal einige GPIOs für die LAN-Schnittstelle drauf.
@Drain Ich weiß nicht wie aktuell der Plan noch ist, bzw wieviel schon umgesetzt wurde, aber ich hab mir in den letzten Wochen eine Integration für meine Windhager Heizung gebastelt.