wir haben uns vor kurzem eine daheimladen smart pro - Wallbox einbauen lassen. Vorrangig aus dem Grund, dass sie aktiv EVCC unterstützen. Die Box hat sich auch ohne Probleme in EVCC integrieren lassen.
Bei der Wallbox ist es jetzt so, dass ich die Möglichkeit habe über eine App (Click2Charge) die Box zu steuern von Unterwegs.
EVCC bringt ja die Möglichkeit für einen OCPP-Server mit. Wenn ich die IP des HASS-Servers dann in der Wallbox unten eintrage (siehe Bild), ist mir aber noch nicht ganz klar was jetzt passieren sollte..
Jetzt die Frage. Soll das so? Was sollte eigentlich passieren? Das ist mir leider noch nicht so ganz klar. Unser Auto kommt leider erst noch. Das Laden habe ich mit einem Auto vom Nachbarn getestet, aber die Frage ist, ob ich den OCPP-Teil brauche oder nicht. Ich könnte ihn auch komplett abschalten. Vielleicht verstehe ich auch das ganze System OCPP falsch.
Vielleicht hat ja auch einer so eine Wallbox oder kann mich zumindest etwas erleuchten…
Aus meiner Sicht bzw. Erfahrung ist das nicht nötig.
Ich habe hier eine PV-Anlage (SMA Komponenten), eine easee Wallbox, ebenfalls EVCC (jetzt in HAOS integriert) und einen Cupra Tavascan + KIA EV6 als eAutos.
Die komplette Steuerung der Ladevorgänge übernimmt dabei EVCC. Wichtig ist hier natürlich, dass du alle bei dir vorhandenen Komponenten einbindest. Das bedeutet konkret (von oben nach unten auf Basis der EVCC Einstellungen)
Ladepunkt hinzufügen (also deine daheimladen pro)
Fahrzeug hinzufügen (das geht natürlich noch nicht, da du in 99% der Fälle die Zugangsdaten des Herstellers brauchst. z.B. eine VW ID für alle VAG Modelle - oder einen KIA Account. Hier kommt es dann auch auf die Hersteller selber an. Bei VAG musst du z.B den EU DATA Act akzeptieren, damit du überhaupt Daten bekommt. Bei KIA musst du über ein separates opensource-tool deine “Token.ID” aus der Netzwerkkommunikation “rauslesen” und in EVCC hinterlegen. Die Hersteller sind keine Freunde der einfachen Bereitstellung solcher Daten. Aber es findet sich immer ein Weg.
Deinen Netzanschluss hinterlegen
PV und (sofern vorhanden) Batterie hinterlegen
Stromtarif hinterlegen (gerade bei dynm. Stromtarifen super, da du z.B dauerhaft hinterlegen kannst, dass wenn der Preis pro kWh bei <15 cent liegt, er auch aus dem Netz ziehen darf.
Und das wars eigentlich. Die ganzen von EVCC angebotenen Integrationen sind zwar nett, aber einen Mehrwert habe ich bisher nicht ausfindig machen können bzw. brauche ich nicht.
danke dir für die ausführliche Antwort! Dann kann ich den ganzen Zugangspunkt via OCPP eigentlich komplett abschalten. Eingerichtet ist alles im EVCC, von Wallbox über PV, Batterie, Tarife, Vorhersage, etc.
Ich dachte das OCPP braucht es noch für… irgendwas.
Aber perfekt, dann lasse ich das aus und EVCC übernimmt dann, sobald das Auto da ist.
Ich könnte mir vorstellen, dass man OCPP als “Anti-Internet/Cloud-User” nutzen möchte.
Das wäre aus meiner Sicht der einzige Usecase.
Aber das macht amS keinen Sinn, da man mittlerweile sowieso ohne eine App zum Auto keine “Features” nutzen kann.
Weder remote die Klima starten, auf/abschließen oder ähnliches. Warum sollte man das machen?
Das gleiche gilt mW auch für Wallboxen. Jedenfalls kenne ich keine, ohne Internetzugang. Allerdings habe ich danach auch nicht geguckt, da solche Hardware für mich grundsätzlich einen Internetzugang haben muss. Kein Netzzugang → kaufe ich nicht.
Wenn ich also für diese Funktionen sowieso einen Account beim Hersteller anlegen muss, dann kann ich darüber auch ganz bequem ohne Gewurschtel mein Fahrzeug in EVCC integrieren.
Klar, hier kommen z.B. bei VAG Updates zum SoC nur alle 15 Minuten - aber solange niemand in der Logistik arbeitet oder auf der Flucht ist, sollten 15 Minuten Updates mehr als ausreichend sein.
Ich persönlich sehe hier jedenfalls absolut keinen Mehrwert in einer lokalen Kommunikation. Ausnahme ist natürlich, wenn man dort wohnt, wo Fuchs und Hase sich “Gute Nacht” sagen und man kein Netz hat.
Naja .. ich sehe dagegen sehr viele!
Benötige keine anonymen Chinesen die meine Daten alle paar Sekunden bekommen.
Zudem erlaube ich keinem Dritten von außen den Zugriff auf mein Netzwerk und die Komponenten.
Aber die aller meisten - also die 68% - interessiert es gar nicht - also generell nicht, egal bei was.
Das ist mir persönlich auch ein Level zu gering.
Ich würde mich selber als der gemäßigt misstrauische User beschreiben.
Also in den 27,2% der Verteilungskurve.
Sprich habe meine IoT Geräte alle in einem VLAN und die Kommunikationsmöglichkeiten entsprechend der Funktionen eingeschränkt. Diverse Länder sind per Geo-Policy komplett geblockt. Bestimmte Services werden nur über VPNs genutzt und natürlich gibts außer meinem WireGuard-VPN und jetzt dem HAOS keine Möglichkeit von extern in mein Netz zu kommen.
Und dann gibt es noch die “mostly/only local” User wie dich - die 4,2% der Kurve.
Persönlich wäre mir das zu viel - aber das muss und soll ja jeder für sich entscheiden.
Gerade auch, weil man da extrem hinterher sein muss. Sprich es bringt nichts, wenn du alles lokal machst, aber ein Android-Handy hast (was nicht durch eine IT-Security harded wurde).
Das ist wie Panzerrolläden am Haus verbauen, aber die Haustür steht offen.
Dazu das Thema mit den Hersteller-Apps. Klar brauche ich die nicht, um meine Box oder mein Auto zu benutzen - aber dann ist es halt auch wieder nur ein Auto/Box ohne Features.
Was habe ich denn von der ganzen schönen Technik wie Vorklimatisierung, Ortung, Remote öffnen/schließen, wenn ich wegen der Datenschutzbedenken die App nicht installiere.
Und wenn ich sie doch installiere, hebele ich mein “nur lokal” sofort wieder aus.
Dann funkt halt nicht die Wallbox, sondern die App des Autos nach China.
Daher - wie oben besprochen - wäre mir das viel zu arbeitsintensiv. Denn über jede App, jedes OS besteht die Möglichkeit an die Daten zu kommen. Das alles zu pflegen und hinterher zu sein ist eine Lebensaufgabe - oder du hast wie bei uns in der Firma ca. 1000 Personen, die den ganzen Tag nichts anderes machen.
Frage ist halt immer, ob der Mehrwert den Aufwand rechtfertig - und solange mir hier keine Bankdaten oder andere Daten flöten gehen, die mich finanziell treffen würde → egal.
Wegen mir kann Mr. Jinping meine Krankenakte haben oder mit der Statistik des Badezimmers-Sensors ausrechnen, wie oft ich pinkeln gehe - ich bin dann doch (leider) einfach unrelevant - in allen Belangen
Ich hab letztendlich die Funktion auf der Wallbox jetzt deaktiviert, da ich die Hersteller App nicht benötige. Es ging mir auch initial nur darum, ob ich den OCPP im EVCC brauche. Aber da ich ja im EVCC alles eingerichtet habe, sollte das ja nun kein Problem sein. Nachdem ich jetzt auf der Box das OCPP auch deaktiviert habe, ist die Fehlermeldung natürlich auch weg.
EVCC sollte jetzt dann die Steuerung ja super übernehmen können und wenn ich so drüber nachdenke, von außerhalb brauch ich selten Zugriff auf die Box, wenn ich samt Auto eh nicht daheim bin, denke ich.
Vielleicht noch allgemein zu OCPP: Das ist gedacht (zumindest hab ich das so verstanden) als universelles Protokoll, um mit Wallboxen zu sprechen. Das hat den Vorteil, das man für Tools wie HA oder EVCC keine native Anbindung an die Wallbox braucht (also z.B. keine HA-Integration). Und für den WB-Hersteller hat’s auch Vorteile, weil er nicht jedes Smarthome oder EMS nativ unterstützen muss.
Ich habe z.B. einen Fronius Watt-Pilot FLEX, für den gibt es gar keine HA-Integration (und EVCC benutz ich nicht). Trotzdem kann ich über OCPP Daten aus der WB auslesen und Kommando´s schicken. Funktioniert auch komplett lokal, ohne irgendwelche Internet-Verbindungen. Das ganze ist natürlich auch nicht notwendig, wenn es direkte Anbindungen gibt und man die benutzt.
Die Idee an sich ist ganz gut, die Ausführung mittlerweile eigentlich auch, hapern tut es momentan eher an der Unterstützung der Hersteller, die sich ein wenig zieren.
Ja das deckt sich dann mit dem was ich jetzt auch noch rausgefunden habe. Wenn die volle Integration in EVCC möglich ist, braucht es das eigentlich nicht.
Wer einen Dienstwagen fährt, will/muss seine Box ggf. zu Abrechnungszwecken mit einem OCPP Backend wie Monta verbinden - sprich, weniger zur Steuerung der Wallbox, als vielmehr zur Erfassung der mtl. Ladedaten…
War nicht deiner, sonder MEIN Fehler.. ich war mit dem Kopf in einem ganz anderen Thread.
Der letzte Absatz war für einen TE bestimmt, der HA als instabil und “kommunikationsintensiv” beschrieben hat. Man(n!) sollte eben nur eine Sache machen
Von daher - mea culpa und sorry.