Umstieg von Funk- auf kabelgebundene Fenster-/Türsensoren – Tipps zu Boards, Verkabelung & Home Assistant

Hallo zusammen,

ich spiele schon länger mit dem Gedanken, von einer Wohnung auf ein Haus zu wechseln.

Bevor ich das Thema Smart Home im neuen Haus angehe, möchte ich mich vor allem über kabelgebundene Sensorik in Verbindung mit Home Assistant informieren.

Aktuell nutze ich Zigbee-Fenster- und Türsensoren, aber ich möchte künftig lieber richtige, kabelgebundene Sensoren verbauen – vor allem an allen Fenstern, die das Haus nach außen absichern.

Der Hintergrund ist auch versicherungstechnisch: Bei einem Einbruch gelten Funksensoren ja oft nicht als sicherer Nachweis, dass Fenster oder Türen wirklich geschlossen waren.

Mein aktueller Plan

Zu jedem Fenster führe ich ein RJ45-Kabel (8 Adern).
Damit könnte ich theoretisch bis zu vier Sensoren (je 2 Adern pro Magnetsensor) anschließen.

Die Kabelstrecken betragen etwa 10 Meter oder mehr – vom jeweiligen Fenster bis zu einem zentralen Board pro Etage, an dem alle Leitungen zusammenlaufen.

Dieses Board soll die Sensorzustände erfassen und über das LAN (RJ45) an meinen Server bzw. Home Assistant weitergeben.

Pro Etage (UG, EG, OG, DG) würde also ein Board installiert, das die Fensterkontakte dieser Etage verwaltet.

Türen würde ich ggf. weiterhin mit batteriebetriebenen Funksensoren ausstatten, da die Verkabelung dort oft schwieriger ist.

Meine Fragen an euch:

Welches Board könnt ihr empfehlen, um z. B. 8 Fensterkontakte pro Etage auszuwerten (also mehrere Eingänge für Schließkontakte)?

Gibt es etwas „Plug & Play“-mäßiges, oder läuft das zwangsläufig auf Eigenbau mit ESP32/ESPHome o. ä. hinaus?

Ist es technisch sinnvoll, mehrere Fensterkontakte über ein RJ45-Kabel (8 Adern) zu führen – oder würdet ihr lieber pro Fenster ein eigenes Kabel legen?

Welche Sensoren oder Verkabelungskonzepte haben sich bei euch langfristig bewährt?

Muss man bei den Kabellängen (10 m +) etwas in Bezug auf Signalqualität oder Störanfälligkeit beachten?

Ziel ist am Ende eine saubere, kabelgebundene Lösung, die zuverlässig funktioniert und sich problemlos in Home Assistant integrieren lässt.

Freue mich auf eure Erfahrungen, Tipps und Empfehlungen!

Viele Grüße

Wir haben 2020 neu gebaut und sowohl Fenster als auch Türen mit Kontakten ausgerüstet - ab Werk!

Im Erdgeschoss und Obergeschoss hat jedes Fenster und jede Tür einen im Rahmen verbauten Reed-Kontakt. Wird der Griff gedreht, löst der Kontakt aus.

Es reicht, dass der Griff auf “offen” gedreht wird, der Sensor löst auch aus wenn die Tür noch geschlossen ist.

Vom Sensor geht ein 4-adriger Draht zum Rollokasten (2 Adern für den Sensor, 2 Adern als “Sabotageerkennung”). Der Elektriker hat zu jedem Rollo ein 3-adriges Stromkabel und eine 8-adrige Steuerleitung gelegt. Alles läuft im Sicherungskasten zusammen.

Jetzt hat man die freie Auswahl was man im Rollokasten mit den vielen Drähten der Steuerleitung alles machen will.

Bei 8 Adern (RJ45) kann man theoretisch 7 Sensoren oder Aktoren betreiben - 1xPlus, 7xMasse.

Bei mir werkelt ein ESP32 im Sicherungskasten, da laufen die Drähte von 11 Fenstern und Türen zusammen (jeweils eine Ader). Mit ESPHome einfach einzurichten.

P.S.: im Erdgeschoss haben wir zusätzlich “einbruchhemmendes Glas”, auch ab Werk.

P.P.S.: zu den Kosten, Stand 2020

  • 35€ pro Fensterkontakt (fertig eingebaut)
  • 20€ pro qm Glas

Erkennt die Versicherung das an ? - für mich macht das keinen Unterschied zu Funksensoren.

Eine Alarmanlage, die z.b. eben Fenster einschliesst, muss eine VdS-Zertifizierung haben, den Zirkus hab ich beim Bekannten mitbekommen. Sein KNX-System mit Alarmfunktionen hat die Versicherung nicht anerkannt, so als wenn es nicht vorhanden währe. Er musste dann noch zusätzlich eine “richtige” Alarmanlage installieren lassen.

Wenn das nicht notwendig ist, würde ich ne ESPHome-Lösung bauen.
Mein Tip: I2C-Bus I/O-Module von Horter mit Optokoppler mit je 8 Eingängen, die lassen sich sehr gut in ESPHome integrieren - sind allerdings Bausätze zum selber löten.
Hast dann aber wieder Funk zwischen dem ESP und HA über WLAN.

Kabel: normalerweise nutzt man “J-Y(St)Y2x2x0,8” oder ähnliche Kabel, das ist abgeschirmete Telefonkabel - 2x2 Adern.
CAT-Verlegekabel müsste auch gehen, ich würde aber drauf achten, das der Aderndurchmesser 0,6, bersser 0,8mm beträgt und das Kabel am bestern einen Abschirmung pro Doppelader + Gesamtschirmung hat ( S/FTP- oder F/FTP-Kabels müsste das sein )

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Danke für eure Tipps, dann schaue ich mal in der Richtung, ist ja noch nicht soweit aber ich wollte vorher mal alles abklären , wie was wo wann

Ich würde mich der Meinung von @Tuxtom007 anschließen. Ich habe in einem früheren Job selbst VdS Anlagen geplant und eingerichtet. Eine solche Anlage macht Sinn, wenn du vielleicht vom Versicherer einen Bonus bekommen kannst oder es Auflagen vom Versicherer gibt. Das solltest du vorher mit deinem Versicherer besprechen. Wenn du alles kabelgebunden machen willst, würde ich bei der Einbruchmeldeanlage aber schon eine professionelle Anlage dem Eigenbau vorziehen.

Es gibt auch Systeme ohne VdS Zulassung, die günstiger sind, bei denen aber schon alles “vor gedacht” ist - wie z.B. Notstrom, Sabotage.

Knifflig wird es mit der Integration in HA - zumindest dann, wenn du die Fensterkontakte beispielsweise auch zur automatischen Steuerung von Beleuchtung oder Rollläden nutzen willst. Mir ist aktuell keine Anlage bekannt, die sich so tief mit HA integrieren lässt. Das müsste man recherchieren.

Die Verkabelung via J-Y(St)Y…hat den Vorteil, dass es in der Regel dünner als Netzwerkkabel ist (und damit besser auch in kleine Kabelkanäle passt, wenn Unterputz nicht möglich) und der Adern Querschnitt größer ist, was bei (sehr) langen Leitungen ein Vorteil ist/ sein kann.

Aber ganz gleich, ob du dich für eine EMA mit oder ohne VdS-Zulassung entscheidest, du bekommst für jede Anlage auch die Planungs- und Installationshinweise.

Oder soll ich für dich die Planung übernehmen :wink:

Grüße

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Hallo, bin gerade über diesen schon etwas älteren Beitrag gestolpert.

Ich bin an der Planung eines Neubaus und möchte auch gerne eine kabelgebundene Überwachung aller Fenster und Türen verbauen (KNX). Unser Bauträger bietet uns allerdings nur die Lösung mit den Reedkontakten an, die zwar offen und geschlossen unterscheiden, aber eben nicht gekippt oder offen bzw. nicht unterscheiden zwischen geschlossen und angelehnt. Letzteres ist mir wichtig für die Steuerung der Jalousien (kein Aussperren bei angelehnter Terassentür).

Von wem waren Deine Fenster mit den fest verbauten Griffsensoren? Wäre das, was ich auch suche.

Vielen Dank

Thomas