Hallo zusammen,
ich habe gerade ein Haus gekauft und da ohnehin alles renoviert wird, möchte ich es direkt smart ausstatten. Ich habe mich für Home Assistant entschieden und bin derzeit dabei, passende Schalter, Steckdosen, Sensoren usw. auszuwählen.
Meine Frau ist auf die Marke Bseed gestoßen und findet das Design sehr ansprechend. Leider gibt es auf deren Webseite kaum technische Details.
Es gibt dort eine WiFi- und eine Zigbee-Serie. Leider ist mir der Unterschied nicht ganz klar.
Ich würde lieber über Zigbee2MQTT arbeiten als über die Tuya-Integration.
Weiß jemand, ob die dort verlinkten Geräte dafür geeignet sind?
Darf ich ehrlich sein? Das Design ist so ziemlich das Letzte worauf man achten sollte.
Wenn Dir die Unterschiede zwischen Wifi, Zigbee, Z2M und Tuya nicht bekannt sein sollten - was ja für einen SmartHome Einsteiger auch ziemlich normal sein kann - dann solltest Du Dich erst einmal eine Weile mit einigen Grundlagen befassen und Dich etwas mehr in das Thema einlesen. Es gibt hier im Forum auch durchaus schon mehr Beiträge bei denen User einen erstmaligen Start mit SmartHome starten und die dann auch grundlegende Überlegungen dazu angestellt haben wie und womit man ggf. starten sollte oder könnte. D.h. vielleicht könntest Du Dir z.B. davon schon mal ein paar Beiträge anschauen.
Zum Einstieg schon mal irgendein Produkt zu kaufen, weil man sein Design ansprechend findet, kann ins Auge gehen.
Wenn Du wissen möchtst welche der tausende der am Markt verfügbaren Zigbee Geräte mit Z2M oder auch ZHA kompatibel sind kannst Du dort danach suchen:
Wenn es dann um Z2M im Speziellen geht solltst Du, falls das Gerät in der Z2M Device-List zu finden ist, auch noch zusätzlich die Z2M Issues-Meldungen danach durchsuchen
um so feststellen zu können ob und wenn ja, welche Probleme es mit dem Gerät ggf. mal gab oder ggf. auch noch gibt.
Und zum Schluss noch ein weiterer Hinweis zu der Gerätesuche und den Ergebnissen davon: Bei allen Zigbee Geräten gibt es darauf auch eine Firmware-Version und diese Firmware-Versionen können sich durchaus unterscheiden. D.h. eine Gerät X mit der Firmware-Version 1.00 kann ggf. mit Z2M funktionieren, dass heißt aber nicht das dieses Gerät X dann mit der Firmware-Version 1.xx auch noch (oder schon wieder) mit Z2M funktioniert.
Bei einem Projekt … gibt es immer Kompromisse …sei es finanziell oder bei den Prioritäten der Projektpartner … Mir (!) ist Ästhetik auch wichtiger als einfache Umsetzung …
Zu HA Integration … gibt es keine oder sehr wenige Beiträge im Forum, so ist es vermutlich ein Nischenprodukt. Support hier wird schwierig. Ich würde die Fragen an den Hersteller wenden. Unterstützt er mit einer guten Antwort, dann hast du ggf. später auch noch eine Support-Quelle.
Sehen für mich erst mal… ich nenne es mal, gewöhnungsbedüftig aus.
Dazu haben diese Schalter anscheinend mehrere Schaltelemente auf der Fläche, die normalerweise ein Schalter beansprucht. Das sieht zwar vielleicht toll aus, funktioniert aber nicht so toll.
Wenn man in einen Raum geht und einen normalen Lichtschalter dort hat, greift man mit der Hand einfach an die Stelle, wo der Schalter ungefähr sitzt, tappt drauf und das Licht geht an.
Bei diesen Schalterprogrammen mit mehreren Schaltelementen muss man erst mal nach dem richtigen Schalter suchen, was durch die Touchbedienung nicht gerade erleichtert wird. Besonders, wenn man die Hände voll hat.
(Als Schalter mit bis zu 6 Schaltfeldern bei uns an der Arbeit das erste mal eingebaut wurden, war ich einer der Ersten, der gerufen hat: “Sowas will ich auch haben!” und auch einer der Ersten, die gesagt haben: “Sowas kommt mir nicht ins Haus!”)
Dazu kann ich mich Jim_OS nur anschließen: Das Design sollte nicht im Vordergrund stehen, sondern die Funktion.
Ich würde nichts direkt über HA steuern, was “mission critical” ist, also Licht, Heizung usw.
Statt dessen würde ich Schaltmodule (egal ob Zigbee, Shelly oder was auch immer) einsetzen, die selbstständig schalten können. Also ein Schalter, der auf das Schaltmodul geht und eine Leuchte, die direkt daran angeschlossen ist und das Modul so konfigurieren, daß der Schalter oder Taster die angeschlossene Leuchte direkt schaltet, damit, wenn das HA mal ausfällt, das Licht trotzdem noch geht.
Akzentbeleuchtung ist was anderes, da kann man sich richtig bei austoben und auch die Hauptbeleuchtung mit einbeziehen, die im Falle eines Falles aber trotzdem noch funktioniert.
vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Die Links werd ich durchschauen und die werden mir sicher weiterhelfen.
Ich beschäftige mich gerade intensiv mit diesem Thema und versuche so viel Wissen wie möglich zu sammeln. Du hast absolut recht, dass das Design an dem Punkt an dem ich mich befinde, nicht das wichtigste ist. Da ich nicht alleine im Haushalt lebe und meiner Frau (mir ehrlich gesagt schon auch etwas) das Design sehr wichtig ist, muss ich mich trotzdem damit beschäftigen .
Kannst Du ja auch und ist ja auch ok, aber was nutzt Dir das schönste Design wenn das Teil hinterher nicht (richtig) funktioniert und/oder Du damit ggf. nur Trouble hast. Ich glaube kaum das Du Deiner Frau dann als “Entschuldigung” sagen wirst das Du das Produkt (nur) genommen hast weil sie das Design sehr ansprechend fand.
Es gibt leider so viele mögliche Fallstricke bei dem Thema das man sich wirklich erst intensiv in das Thema einlesen sollte. Und auch da und dann wird es Dir passieren: Frag 10 Leute und Du bekommst 10 unterschiedliche Meinungen.
Wenn Du noch keine Erfahrung mit Smart Home und alles rund um Home Assistant, Zigbee, etc. hast und (vermutlich) auch keine Zeit, erst mal alles zu recherchieren und zu lernen, dann empfehle ich, erst mal eine nicht smarte Elektroinstallation mit schönen Schaltern und Steckdosen umzusetzen und alles andere nachzurüsten. Ich z.B. habe überall schlichte Gira 55 Schalter/Dosen verbaut, da stehen die Chancen gut, dass die in 20 Jahren noch erhältlich sind, falls man was umbauen will oder was kaputt geht.
Wichtig ist nur, dass Du ausreichend Platz für z.B. Shellys schaffst, also tiefe Installationsdosen und ggf. auch hier und da Unterputz Leerdosen direkt neben Schaltern und Steckdosen, von denen Du weißt, dass sie auf jeden Fall Smart werden sollen. (z.B. Rollladen)
Wenn Platz da ist, dann kann man sehr einfach z.B. Shellys nachrüsten und noch viel wichtiger, in Zukunft das System wechseln oder defekte Aktoren tauschen (was vorkommen wird).
Es muss auch nicht jede Steckdose und imho auch nicht jeder Lichtschalter smart gemacht werden. Wenn man ein paar Monate im Haus wohnt, dann merkt man schnell, was wirklich praktisch ist und was nur Spielerei ohne tatsächlichen Mehrwert.
Ich würde gerne auch eine Lösung für Unterputz, Lichtschalter, Steckdosen, lichtschalter+steckdosen zusammen als unterputz und Zigbee finden. Kann auch nur BSEED finden. Ist es eine sichere und vertrauenswürdige Marke? Würde gerne was “Besseres” nehmen wie Gira oder sonstiges aber die scheinen es nicht anzubieten.
Das ist auch nichts anderes wie ein Label eines chinesischen Herstellers, in dem Fall der Mvava Electrical Technology Co., Ltd, die dann über irgendwelche Tochterunternehmen und Label - in dem Fall BSEED - irgendwelche Produkte verkauft. Ob das/die dann “sicher” und “vertrauenswürdig” sind musst Du selber beurteilen.
Mir ist jedenfalls kein deutscher Hersteller bekannt der solche Zigbee Produkte in DE herstellt. Falls es doch (noch) so einen Hersteller geben sollte, dann haben dessen Produkte sicherlich einen ganz anderen Preis. Solche Dinge werden eigentlich alle in China produziert und dann unter irgendwelchen Labeln und/oder “Markennamen” auf den Markt gebracht. Was jetzt zwangsläufig nicht bedeutet das diese dann ggf. nicht “sicher” oder “vertrauenswürdig” sind. Aber bei tausenden von unterschiedlichen chinesischen Herstellern, mit tausenden von unterschiedlichen Zigbee Produkten, wird eh niemand beurteilen können wie “sicher/vertrauenswürdig” ein Produkt des Hersteller x, y oder z ist, weil das morgen ggf. schon wieder ganz anders aussehen kann/könnte.
Mit ist schon klar worauf Deine Frage abzielt und ja natürlich wäre es schön wenn irgendwer sagen könnte kauf Dir die Zigbee Lichtschalter oder Steckdose von dem Hersteller X, weil die sehr hochwertig sind, regelmäßig einer Qualitätskontrolle unterzogen werden und einen gleichbleibenden hohen Qualitätsstandard haben, aber so einfach ist es leider nicht.
Aber wenn Du bereits mehrere Jahre “voll in HA” bist, dann wirst Du Dir im Lauf der Jahre doch sicherlich auch schon einiges an smarten Geräten gekauft haben und dann solltest Du das was ich jetzt gerade geschrieben habe ja eigentlich auch schon wissen und/oder bereits gehört haben.
Ja, habe hinter gewissen Lichtschaltern Shellys verbaut, aber manchmal ist einfach kein platz. Dazu habe ich auch ein paar WLAN LED Deckenleuchten die eigentlich auch sehr gut funktionieren aber man ist dann halt beschränkt.
Meine Vorstellung wäre diese BSEED mit 2 Schalter plus Steckdose zu installieren, einen fürs lichtschalter und eventuell der andere für eine Szene wenn es möglich ist wie ich es mir vorstelle. Grundsätzlich habe ich auch jede Menge “Tuya” Geräte aus verschiedenen Herstellern, bin halt damit angefangen vor ich zu Home Assistant gegangen bin.
Ich finde halt sehr wenig Infos. Sehe auch keine posts von jemand der berichtet diese Marke zu nutzen. Würde vielleicht es im Wohnzimmer erstmal umsetzten und schauen. Ob die Sicher sind oder sonstiges kann ich natürlich auch nicht beurteilen
Wenn Du bereits div. Tuya OEM Produkte einsetzt weißt Du ja bereits das Dich da durchaus alles Mögliche erwarten kann. Irgendwelche BSEED Produkte sind halt auch nichts anderes wie irgendwelche Tuya OEM Produkte.
Auch von den Aqara Switch H2 EU hatten sich viele User erwartet das dieser - weil Aqara ja eher zu den Big Playern in China gehört was solche smarten Produkte betrifft - wohl gut sein sollte, aber auch dazu sind die Usererfahrungen halt durchaus durchwachsen.
Letztendlich ist und bleibt es immer ein gewissen “Glücksspiel”.
Ich schau’ mir gerade diese BSeed Steckdosen (ggf. mit USB-Ladegerät) an als Alternative zu den hierzulande mit 30 - 40€/Stück sündhaft teuren Aquara-Steckdosen (nicht die “Warzen” sondern die UP-Einsätze).
In der Küche hab’ ich einfache, weiße Gira “System 55”-Dosen mit flachem Rahmen verbaut, in die die Aqaras hineinpassen, als wären sie dafür gemacht. Wenn ich mir allerdings das BSeed-Material anschaue, frage ich mich schon, ob die ähnlich gut dort hineinpassen. Vor allem, da ich auf den Bildern dazu nicht sehen kann, wie der Plastik-Einsatz (also die eigentliche Front der Steckdose) befestigt ist - da ist nämlich keine Schraube erkennbar. Und bei den “nackten” Einsätzen (ohne Rahmen, mit je 1 x USB-A/-C für <14€ beim Chinesen) ist auch keine Möglichkeit zur Befestigung in der Dose erkennbar.
Meine Frage: Hat jemand schon mal diese BSeed-Dosen in ein vorhandenes Schalter-/Dosen-System integriert oder geht das effektiv nur mit den BSeed-eigenen Rahmen?
Mich würde interessieren was der Fragesteller nun in seinem neuen Heim umgesetzt hat?
Also ich finde diese Touchschalter an sich auch nicht schlecht, gibt es ja viele ähnliche. Vorallem sieht man den Schalter auch wenn es dunkel ist. Allerdings muss man beim schalten gut Zielen, gerade bei mehr als einem Touchkontakt. Habe erstmal einen Probeweise installiert…. Tendiere aber dazu weiterhin ein gängiges Schalterprogramm zu nutzen.
Was ich bei einer Neueinrichtung beachten würde ist, das ganze ohne Cloud zu lösen! Heißt kein Tuya WiFi oder andere deren Cloud erst in HA eingebunden werden muss! Jedenfalls soweit es irgend geht! Bei WLAN Geräten würde ich auf Tasmota setzen und außerdem ein Zigbeenetz aufbauen. Damit denke ich hat man die größte mögliche Auswahl an Geräten. Und gerade Tuya bietet ja meist die Geräte als Zigbee und WLAN Tuya Cloud an.
Und bei einem Neubau/ Umbau würde ich einiges direkt in den Schaltschrank legen und gerade in Kombination mit PV-Anlage über Schütze schalten. Ansonsten drauf achten die UP-Dosen so tief es geht um für die Miniaktoren Platz zu haben. Bei Wechselschaltungen würde ich die Verkabelung auf die für die kleinen Minis erforderliche Verdrahtung anpassen, die ist keine klassische Wechselschaltung, ist aber lösbar. Einzelne Stromkreise, auch Steckdosen würde ich entweder gleich im Schaltkasten mit einem ordentlichen Schütz schalten oder wenn eine einzelne Dose geschaltet werden soll, kommt dort ein Miniaktor rein, ist preiswerter und alle Steckdosen passen optisch zum gewählten Schalterprogramm!
Dann würde ich auch die Heizung mit einbeziehen, wußte nicht warum ausgerechnet dort nicht? Wer meint man müsste es dort besonders ausfallsicher haben…. Der kann das ganze so bauen, das bei HA-Ausfall ein Grundbetrieb möglich bleibt.