INFO: SFML und Datenschutz

Mich erreichen immer wieder Nachrichten mit der Frage, ob SFML oder eine seiner Komponenten Telemetriedaten sammelt und verschickt.

Ein klares Nein. SFML schickt keine Nutzungs-, Geräte- oder Diagnosedaten und bindet keine Werbe- oder Tracking-SDKs ein.

Das lässt sich prüfen: Datenverkehr von SFML mitschneiden. Es gibt keine Verbindungen zu Telemetrie- oder Anzeigen-Endpunkten.

SFML beteiligt sich damit auch nicht am Haushalts-Clustering, weder direkt noch als Datenquelle.
Home Assistant tut das in der lokalen Installation ebenfalls nicht. Anders sieht es bei Diensten aus, die Werbung ausspielen oder Geräteprofile bauen, etwa Google, Meta, Amazon und viele Nachrichten- und Wetter-Apps. Die sind nicht dasselbe wie SFML.

Der klassische Fall:
Du schaust auf dem Fernseher ein YouTube-Video, kurz darauf sieht jemand anderes im Haushalt auf dem Handy Werbung zum selben Thema. Oft wirkt das, als hätte Alexa oder ein anderes Gerät mitgehört. Meistens ist es Haushalts-Clustering. Mithören ist ein anderes, eigenes Problem und nicht die übliche Erklärung für diesen Effekt. Datenschützer kritisieren diese Verknüpfung seit Jahren, weil sie ohne gemeinsames Konto und ohne brauchbare Einwilligung entsteht.

Was Haushalts-Clustering ist

Es verknüpft Geräte im selben Haushalt, auch wenn sie nicht dasselbe Konto nutzen.

Geräte hinter demselben Anschluss wirken nach außen oft wie ein Haushalt. Der übliche Schlüssel ist die öffentliche IP. Zusätzlich können ein gemeinsames WLAN, die WLAN-BSSID, Bluetooth-Nähe, eine gehashte E-Mail oder Telefonnummer und offline dieselbe Postadresse genutzt werden.

Datenbroker speichern solche Paare. In den Anzeigengraphen landen vor allem Geräte, die Werbe- oder Tracking-Aufrufe machen: Handy, Laptop, Fernseher, Browser. Ein lokales Shelly, eine lokale Kaffeemaschine oder ein lokales Home Assistant gehören nicht automatisch dazu. Die werden nur dann extern zugeordnet, wenn eine Cloud-Anbindung sie mit Konto oder Kennung nach außen meldet.

YouTube auf dem Fernseher schreibt das Interesse dem Gerät oder dem Haushalt zu. Anzeigenpartner kaufen kein konkretes Video, sondern ein Segment wie „Haushalt interessiert sich für dieses Thema“. Lädt danach Facebook, eine Google-App oder eine andere werbefinanzierte App auf dem Handy Werbung, kann der Broker das schon verknüpfte Gerät wiedererkennen. Die Anzeige erscheint dann auf einem anderen Gerät im Haushalt, obwohl dort niemand das Video gesehen hat und kein gemeinsames Konto besteht.

Dafür braucht es kein gemeinsames Google-, Apple- oder Facebook-Konto und keine gleiche IP im Moment der Werbung. Getrennte Konten stoppen genau diesen Weg nicht. Eine VPN- oder dedizierte IP, die alle Geräte gemeinsam nutzen, macht die Zuordnung stabiler, weil sie ein dauerhafter Schlüssel ist. Sie sammelt nicht von selbst mehr Inhalte. Eine falsche Ortsangabe zu so einer IP kommt aus der Standortdatenbank und ist nicht euer echter Standort. Die Verknüpfung über die Adresse funktioniert trotzdem.

Was sich verhindern lässt

Neue Signale lassen sich ausdünnen, eine schon gespeicherte Zuordnung nicht löschen.

Geräte, die Werbung laden, nicht über dieselbe öffentliche IP schicken. IPv4 und IPv6 im selben Moment prüfen. Eine gemeinsame VPN-IP für alle Geräte trennt nichts, sie ersetzt nur den Schlüssel.

Solche Geräte nicht ins selbe WLAN oder VLAN legen. Ein Gäste-WLAN für den Fernseher verhindert, dass sie über BSSID oder Nähe derselben Haushaltszuordnung zugeordnet werden.

Auf den Geräten, die Anzeigen laden, keine Konten nutzen, die auch woanders angemeldet sind. App-Tracking und personalisierte Werbung in iOS auszuschalten kürzt die Werbe-ID. Das Haushalts-Clustering über die IP stoppt es nicht.

Ein Gateway mit Blocklisten kann bekannte Tracker-Domains abweisen. Aufrufe, ohne die YouTube oder eine Social-App nicht funktioniert, lassen sich damit meist nicht vollständig sperren.

Was sich nicht verhindern lässt

Eine schon gespeicherte Haushaltszeile bei Brokern. Die siehst du nicht und kannst sie nicht zuverlässig entfernen. In der EU kannst du Auskunft und Löschung verlangen. Viele Antworten laufen auf „nichts Personenbezogenes zu dieser IP“ hinaus, oder es wird ein Konto gelöscht und die Gerätezuordnung bleibt.

Jeder nicht geblockte Anzeigenaufruf kann die aktuelle IP und eine Gerätekennung mitliefern.

Gäste, Kinder und andere Handys im selben Netz können in dieselbe Zuordnung geraten, sobald ihr Gerät den Anschluss mitnutzt und Werbung lädt.

Solange Apps oder Webseiten Werbung aus diesem Markt laden (können), bleibt eine Restzuordnung möglich. Null gibt es nur, wenn diese Aufrufe nicht mehr stattfinden und kein gemeinsames Signal mehr entsteht.

Home Assistant

Die lokale Instanz speichert Zustände bei dir und verkauft keine Segmente. Optionale Nutzungsstatistik ist anonym und abschaltbar. Sie ist kein Anzeigengraph.

Extern zugeordnet werden können Cloud-Integrationen und Add-ons, die selbst nach außen telefonieren:

  • Google Assistant
  • Alexa
  • Spotify
  • YouTube-Anbindungen
  • Wetter- oder Kamera-Clouds,
  • Statistik- oder Cloud-MQTT-Dienst mit Konto.
  • Cloudflare
  • Apps die Daten an Webseiten schicken für Statistiken, Anzeigen, …
  • Webseiten / Server die auf Home Assistant zugreifen (z.B. einige EMS-Systeme)

Nabu Casa ist ein Fernzugriffs-Proxy, kein Anzeigennetz. Es sieht Verbindungsdaten, baut aber kein Haushaltssegment aus Videointeressen.
Lokales MQTT, lokale Automationen und Geräte, die nur mit der eigenen Instanz sprechen, liefern dem Anzeigengraphen nichts.
Relevant werden die Anbindungen, die Interessen oder Kennungen an Dritte geben, plus das gemeinsame Netz mit Handy und Fernseher.

Richtig wild wird es wer KI-Apps auf seinem PC, Laptop, Home Assistant laufe lässt → das ist aber ein anderes Thema und würden den Abend füllen..

Die Größen “Spione / Diebe”

  1. Google (besonders Gemini und Youtube)
  2. Meta (Facebook, WhatsApp, Instagram,..)
  3. Amazon (Alexa und die Apps)
  4. Windows und Microsoft Produkte
  5. Antrophic (Claude,..) und OpenAi (ChatGpt)
  6. RTL Plus
  7. JOIN
  8. Netflix
  9. ARD App, Arte, ZDF,..
  10. News-Apps (Focus, Stern, TAZ, FAZ,..
  11. Wetter-Apps (ALLE)

In Home Assistant:

  • Google Assistant
  • Alexa
  • Spotify
  • YouTube-Integrationen
  • Wetter- oder Kamera-Clouds
  • Musik-Apps
  • zahlreiche EMS
  • Apps / Integrationen die Statistiken / Daten an Webserver senden
  • MCP-Server wenn sie nicht korrekt konfiguriert sind

Ich denke damit ist das nun einmal sehr ausführlich beantwortet… auch wenn es ein längerer Text geworden ist!

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