Hallo zusammen.
Ich möchte hier mal einen kurzen Einblick geben in die Auslegung meiner zukünftigen Wärmepumpe. Hier standen zwei verschiedene Wärmepumpen-Größen zur Debatte, weil es eine größere Diskrepanz zwischen unserem langjährigen Verbrauch und der gerechneten, raumweisen Heizlast gibt. Mit Hilfe der Daten in Home Assistant konnte ich das ganze Thema aber sehr schön lösen. Ich bin extrem happy ![]()
Ausgangspunkt:
- EFH aus 1970, 165m² WF + Keller.
- Wir haben in den letzten 10 Jahren einiges dran gemacht (Dach, Fenster, Perimeterdämmung), aber es kommt nicht gegen einen Neubau an natürlich.
- Gasverbrauch: 19.500kWh im 10-jährigen Durchschnitt. Die verschiedenen Schnellrechner kommen damit auf ca. 7.5 bis 8.5kW Heizlast
- Heizlastberechnung sagt aber: 12.5kW
Nun also die Frage: 7kW oder 10kW Leistungsklasse für die Heizung.
Ich habe mir nun ein Skript gebaut mit Hilfe von claude.ai, welches mir die Daten meiner Wetterstation aus WeeWX raus nimmt, und das zeitlich übereinander legt mit dem Gasverbrauch in Home Assistant.
- Daten aus 4 Winterhalbjahren (Okt → März) in 1h-Zeitscheiben aufgeteilt und dort Durchschnittstemperatur + Gasverbrauch ermittelt. Dies ergibt ~ 17.000 Rohdatenpunkte für die weitere Betrachtung.
- Mit einem weitereren Skript konnte ich dann ein paar Parameter ändern (Intervallbreite, Phasenverschiebung, …). Hier habe ich nun ein weites Feld gescannt (manuell), und so eine Heizlastkurve mit der geringsten Streubreite gesucht mit Hilfe von Pandas. (insgesamt kaum 1h Arbeit)
- Das beste Modell war am Ende eine Intervallbreite von 24h mit 8h Phasenverschiebung (=Gasverbrauch um diese 8h versetzt). Damit wird die Trägheit des massiven Gebäudes gut abgebildet.
- Und alle diese Rechnungen haben insgesamt sehr ähnliche Ergebnisse zwischen 8.2 und 8.5kW.
Fazit:
- Daten helfen extrem.
- Ja, es ersetzt keine raumweise HLB. Das ist nur ein Abgleich über die thermische Hülle.
- Ich bin sehr zuversichtlich, das kleinere Modell auswählen zu können.
- Kein Verfahren für jedermann, aber viele von uns haben eben solche Daten zur Hand. Also nutzen wir sie.
- In meinem persönlichen Fall geht das Risiko gegen Null, da ich in 2-3 Jahren wohl noch Klimaanlagen im OG einbauen möchte.
Hier mal das Bild vom Ergebnis:
