Funkkanaloptimierung WLAN / WIFI und ZigBee / Thread

Das Thema ist nicht neu, es sind aber leider unvollständige Informationen unterwegs. In diesem Sinne:

Die meisten Geräte der Heimautomation, die per Funk vernetzt sind, nutzen das 2,4 GHz Band. Leider müssen sich dieses Frequenzband viele inkompatible Verfahren teilen. Deshalb ist es wichtig, die Frequenzen der Funker so zu konfigurieren, dass sie sich möglichst nicht überlappen. Sonst sind Störungen nicht zu vermeiden. Um das Ergebnis der folgenden Darstellung vorwegzunehmen, sei die Optimalkonfiguration der Funker im 2,4 GHz Band schon einmal verkürzt genannt.

WLAN Kanäle 1, 6 und/oder 11
ZigBee Kanal 25
Thread Kanal 20

Zum Hintergrund

WLAN

Im 2,4GHZ Band sind zwei verschiedene WLAN Kanalschemen sinnvoll. Mehrheitlich durchgesetzt hat sich das US Schema. Das verwendet 20 MHz breite Kanäle für jeden WLAN Funker. In der WLAN Nomenklatur sind das die Kanäle 1, 6 und 11. Wenn alle WLAN Funker nur diese Kanäle nutzen verbleiben im gesamten für WLAN zugelassenen Spektrum Lücken, die andere Funkstandards nutzen.
In Europa kann auch das Schema mit 4 Kanälen, nämlich 1, 5, 9 und 13 genutzt werden. Dieses Kanalschema nutzt aber das Spektrum voll aus, es bleiben keine Lücken. Die verschiedenen WLAN Normen heißen IEEE 802.11, gefolgt von einem der Anhänge b/a/g/n/ac/ax/be

ZigBee & Thread

Diese beiden Funkstandards sind auf der physikalischen Eben beide durch den gleichen internationalen Standard IEEE 802.15.1 geregelt. Der Standard ist mit WLAN völlig inkompatibel. Man sollte aufgrund der Inkompatibilität WLAN und ZigBee/Thread nicht auf den gleichen Frequenzen funken lassen. Während mehrere WLAN Access Points sich kooperativ einigen können, wer wann auf dem gleichen Kanal funken darf, so können das inkompatible Funker nicht. Sie stören sich folglich mit Sicherheit.
ZigBee und Thread verwenden 2 MHz breite Kanäle in einem 5 MHz Raster.

Bluetooth

Bluetooth nutzt bis BT 4.2 1MHz breite Funkkanäle im 2,4 GHz Band. Bluetooth low energy BLE dagegen 2 MHz breite Kanäle. Einem Bluetooth Funker kann man keinen festen Funkkanal zuweisen. Vielmehr führen die Geräte selbständig sehr schnelle Wechsel zwischen allen verfügbaren Kanälen durch. Der Chef im Netzwerk, die Zentrale versucht dabei besonders stark genutzte Frequenzen aus der Nutzung auszusperren. Bluetooth lässt sich demnach nicht händisch optimieren. Aber Bluetooth low energy hat ein paar besonders wichtige Kanäle, auf die es nicht verzichten kann. Das sind advertising Kanäle, über die z.B, die Konfiguration vom Chef übermittelt wird. Man tut gut daran, diese Kanäle von anderen Funkern freizuhalten. Die Bluetooth Norm ist die IEEE 802.15.1. In ihr wurden die advertising Kanäle festgelegt, die in den Lücken der WLAN Funker nach US Schema liegen.

Resümee

Es müssen alle drei Funkstandards in der Optimierung berücksichtigt werden. Die Kriterien für die Optimierung sind:

Bluetooth nutzt die Lücken im US WLAN Schema für seine advertising Kanäle. Deshalb sollte man unbedingt das WLAN US Schema konfigurieren, also nur einen der Kanäle 1,6 oder 11 je WLAN Access point mit 20 MHz Bandbreite. Für ZigBee/Thread bleiben dann nur noch die IEEE 802.15.1 Kanäle 20 und 25 als noch nicht belegte Frequenzen übrig. D.h., sollte man ein Thread Netzwerk für die neuen Matter Geräte und ein ZigBee Netzwerk gleichzeitig betreiben, bleibt unter Nutzung dreier verschiedener WLAN Kanäle genau eine Optimalkonfiguration übrig. EINE.

Im Bild sieht man die Kanalschemata der drei Funkstandards im 2,4 GHz Frequenzband. WLAN, in grün dargestellt hat dabei die breitesten Kanäle. In den durch das WLAN US Schema freigelassenen Lücken wurden die BLE advertising Kanäle platziert. Es sind die Kanäle 37, 38 und 39 in Dunkelblau im hellblauen Kanalraster BLE. In Orange dargestellt sind die beiden für ZigBee und Thread verbleibenden freien Kanäle 20 und 25 des hellgelben IEEE 802.15.4 Kanalrasters, wenn ein störungsfreier Betrieb gewährleistet sein soll.

Wer sich glücklich schätzt, ein freistehendes Haus zu haben, könnte auch daran denken, einen der drei möglichen verschiedenen WLAN Kanäle frei zu lassen, um in der entstandenen Lücke die ZigBee/Thread Funker unterzubringen. Aber der Verlust eines Drittels des Spektrums für WLAN ist heftig und nicht nötig.

Wer in einem Mietshaus wohnt, hat nur die EINE Möglichkeit. Es sei denn, er überzeugt alle Nachbarn, den einen von drei WLAN Kanälen nicht zu nutzen. Der Zeitaufwand der Überzeugungsarbeit für diese Optimierung lohnt jedoch nicht.

Nicht zuletzt sollte man den WLAN Funkern - Router,. Access Point, Repeater „Verstärker“ - den Funkstandard IEEE 802.11 b verbieten, sofern das der Konfigurationsdialog zulässt. 802.11 b ist WLAN Steinzeit aus dem Jahr 1999 und überflüssig und schädlich. Für Geräte der Heimautomation unbedingt benötigt wird IEEE 802.11 n. Erlaubt sind 802.11 g, n, ax und be. Leider nehmen es viele Konfigurationsdialoge der WLAN Funker nicht ganz so genau und nennen nur WIFI 2 bis 7. WIFI 2 entspricht dabei dem IEEE 802.11 b, das möglichst ausgeschaltet werden sollte.

Optimale Konfiguration aller Funker:
WLAN: Kanäle 1, 6 und/oder 11 mit 20MHz Bandbreite, kein! IEEE 802.11 b
ZigBee: Kanal 25
Thread: Kanal 20

Schlechteste Konfiguration wäre:
ZigBee und/oder Thread auf die Kanäle 15 und/oder 26 zu konfigurieren. Denn das sind die Frequenzen der BLE (Bluetooth) advertising Kanäle.

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Wenn man schon einen technischen Artikel veröffentlicht, dann sollte man auf die Terminologie achten.

Zigbee ist auch WLAN!

WLAN steht für “kabelloses lokales Netz” - also ALLES was in den eigenen 4 Wänden funkt

  • WiFi
  • Zigbee
  • Z-Wave
  • Thread
  • Bluetooth
  • Enocean
  • DECT
  • 433 MHz
  • 868 MHz

Wenn du WiFi meinst solltest du auch WiFi schreiben und nicht WLAN (Sammelbegriff, s.o.)

Gruß

Michael

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Hm genaugenommen - hast du recht - aber ich denke man hat trotzdem verstanden, worum es geht,

@wolf.z
vlt. wäre eine Ergänzung des Artikels um die genauen semantischen Angaben sinnvoll um alles zweifelsfrei und genau zu beschreiben.

Passt schon. Mit Wlan weiß jeder was gemeint ist.

Wi-Fi steht für die Wi‑Fi‑Allianz und nicht für das Funknetzwerk. Wi-Fi ist ein Kunstbegriff und soll auf Hi-Fi aus der Audiowelt anspielen.

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Hallo Michael,
Also, es ist immer ein Eiertanz zwischen geläufiger Nutzung von Begriffen und deren richtiger Bedeutung. Zahlreiche Begriffe werden komplett falsch verwendet. Digitalisierung ist so ein Begriff. Nichtsdestotrotz bestehe ich darauf, dass Du in einem Rundumschlag pauschalisierend behauptest, ich wäre lückenhaft unterwegs. Das lehne ich ab, weil es nicht stimmt. Insofern, ja, ich hätte meine Anleitung auch “Funkkanaloptimierung im 2,4 GHz ISM Band”, dem 2,4GHz Industrial, Scientific and Medical Band nennen können. Aber dann würde niemand den Artikel lesen. Nun zu Deinen restlichen Einwänden.
Das Frequenzmanagment von Funkern im 2,4 GHz Band hat rein gar nichts zu tun mit dem Frequenzmanagement in anderen ISM Bändern, die da sind:
Z-Wave und Enocean im 868 MHz Band
Anwendungen im 433 MHz Band, zu dem mir keine für IoT relevanten Funkstandards bekannt sind.
Und dem nicht-ISM Band:
DECT im 1900 MHz Band
Wenn Du es schon besser weißt, solltest Du zumindest den major player Homematic im 868 MHz Band erwähnen.
Insofern bleibe ich für’s erste dabei, eine erschöpfende Anleitung zur Optimierung der Kanäle im 2,4GHz ISM Band aus Sicht der Heimautomation verfasst zu haben. Ich lasse mich jedoch gerne eines besseren belehren.

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Es ist alles gesagt, nur noch nicht von jedem… :yawning_face:

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Bei mir ist 2,4GHz WLAN abgeschaltet, habe kein Gerät mehr, welches darauf angewiesen ist, also schonmal ein potentieller Störfaktor weniger, auch wenn bei mir die Kanäle ordentlich getrennt sind, zudem spart man auch noch etwas Strom, um genau zu sein, die Internetsteckdose zeigt jetzt 2W weniger an bei Grundlast, vorher 26W, jetzt 24W.

Klingt wichtig, ist aber falsch …

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So geht’s natürlich auch. Aber wenn Du viele Nachbarn im Mietshaus hast, wirkt diese radikale Maßnahme nur bedingt. Es wäre aber auch in Deinem Fall ganz ohne WLAN (WIFI) im 2,4 GHz Band wichtig, die ZigBee/Thread Kanäle 15 oder 26 zu meiden, weil die mit den Bluetooth advertising Kanälen überlappen.

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Meinen ZigBee Kanal habe ich von Anfang an auf 25 gestellt, keinerlei Probleme.

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… deinen Betrag finde ich toll - hatte das so bei mir auch bereits konfiguriert - liege ich richtig, wenn ich in der Fritzbox mein 5,0 GHz Band auf Kanal 48 konfiguriert habe? … denn schliesslich nutze ich im Heimnetz auch Radarsensoren…

Die 5G-WLAN Frequenzen liegen zwischen 5,5 und 5,7 GHz (laut Wikipedia).
Präsenzmelder scheinen oft mit 5,8 oder 24 oder 60 GHz zu arbeiten.

Ich nutze im Heimnetz einen Radarsensor von Senvolon - damit bin ich sehr zufrieden und der steht auch nicht zur technischen Diskussion. Meine Frage galt dem Funk-Experten ob ich in meinem Heimnetz den Kanal im 5.0 Band richtig gewählt habe…denn mein 2,4 GHz Band läuft bereits seit Monaten perfekt

Oh ha, auch wenn der Titel sich nicht auf das 2,4GHz beschränkt, war der Beitrag schon so gemeint. Im >5GHz Bereich möchte ich mich auf dem Level einer Anleitung noch nicht äußern.Zu Deiner Frage äußere ich mich konkret ganz am Ende. Spoiler: Ein Präsenzmelder darf eigentlich im WLAN 5GHz Bereich nicht funken.
Ich habe in den Dokumenten der Bundesnetzagentur noch keine Allgemeinfrequenzzuteilung im 5GHz Bereich für Radaranwendungen für Otto-Normalverbraucher gefunden, das auch für WLAN genutzt werden darf. Vielmehr fand ich nur Präsenzmelder, die den so genannten 5,8 GHz Bereich nutzen. Das ist ein Frequenzband, das u.a. für so genannte Short Range Devices SRD vorgesehen ist. D.h. diese Geräte dürfen alles, aber nur, wenn sie sich mit relativ mickrigen 25mW Sendeleistung begnügen. Und genau da sehe ich nur 1) eventuelle Kollisionen mit unwichtigen WLAN Anwendungen oder 2) mit WLAN für Hot Spots im kommerziellen Betrieb, eher draußen. Ersteres sind Handys, die gerne mal diesen Bereich für ein ad-hoc WLAN diese Frequenzen nutzen, aber wer einen Handy Hotspot dauerhaft nutzt, sollte in meinen Augen mal über einen LTE Router nachdenken. Der zweite Anwendungsfall findet im Haus, dort, wo Präsenzmelder funken nicht statt. In diesem Frequenzband darf nur nach Registrierung ein WLAN Hotspot funken. Und das mit ordentlich Funkleistung. Aber öffentliche Hotspots finden im häuslichen Umfeld eher selten statt. Und wenn man einen solchen im Erdgeschoss hätte, weil da ein Café einen Hotspot aufmachte, kann man eh nichts optimieren.
Nun zu Deiner Frage. Weil mir kein Präsenzmelder im 5GHz Bereich bekannt ist, gibt es diesbezüglich aus meiner Sicht auch nichts zu optimieren. Könntest Du mir erklräen, auf welchem Weg Du zur Erkenntnis kamest, dass WLAN auf KAnal 48 eine Otpimierung darstellte?

man unbedingt das WLAN US Schema konfigurieren

Das ist ein sehr schlechter Tipp. Dadurch verlierst du die Kanäle 12 und 13. Aber schlimmer ist, dass du regulatorische Vorgaben für Deutschland ignorierst, die ebenfalls an den Ländereinstellungen hängen (max Sendeleistung u.ä.)
Zudem ist es auch nicht so, dass bei Vergabe von 1, 6, 11 Lücken bleiben. Die Bänder sind durch die überbreiten Modulationsverfahren eh überlappend. Der Vorteil ist eher, dass sich die APs bei gleicher Mittenfrequenz noch in der Sendezeit abstimmen können. Liegen sie “daneben”, z.B. auf 1 und 2, dann verstehen sie voneinander nur noch Kauderwelsch und der Stärkere gewinnt.
Sinnvoll ist, in jedem Fall DE als Ländersetting zu wählen und sich über einen Scan die Nachbarschaft anzuschauen (das kann man auch immer wieder mal machen, wenn es Probleme gibt). Thread und Zigbee platziert man dann dort, wo es am ruhigsten ist (deine Tabelle zeigt ja die Zuordnung gut an). Und zumindest auf dem eigenen AP kann man sinnvolle Kanalsettings machen. Der ist aus Sicht des eigenen ZB und Thread auch am “lautesten”.

Das ist die einzige Deiner Aussagen, der ich zumindest halbwegs zustimmen kann. Alles andere stimmt nicht. Warum halbwegs? Die Abstimmung machen nicht alle Access points, weil manche dafür ein OK vom Admin haben wollen, der den Kooperationsmodus einschaltet. Je nach Gusto des Herstellers.
Zu Deinen anderen Aussagen melde ich mich später, eine nach der anderen.

Nun zur Kanaloptimierung

Bitte genau lesen. Ich sagte, man solle unbedingt das US-Kanalraster verwenden. ich sagte nirgendwo, dass man seinem Gerät die Ländereinstellung USA verpassen soll. Aber ich kann Dich beruhigen. Ich kenne keinen Access Punkt, der im 2,4GHz Band mit 1 Watt in Deutschland funkt. OK, ist eine kleine persönliche Erfahrung. Aber auch in den Datenblättern der Geräte, die hier so verkauft werden war keines dabei.

Das stimmt für das Kanalschema 1,6,11 gar nicht und lediglich für den WLAN Funkverkehr nach der Steinzeitnorm IEEE 802.11 sowie 802.11b. Genau deshalb habe ich die als möglichst wegzukonfigurieren deklariert. In der Praxis ist das aber eine Optimierung im einstelligen Prozentbereich. Denn es gibt praktisch keine IEEE802.11b clients mehr, die, die in der allerersten Urnorm funkten, sind zahlenmäßig eh verschwindend gewesen. D.h. es findet eigentlich gar kein Funkverkehr in dieser Norm statt. Wenn ein WLAN Acces Point überhaupt noch mit IEEE802.11b funkt dann nur die so genannten beacons, die über den Access Point informieren, damit auch IEEE802.11b clients noch mitkriegen, dass da ein Access Point ist. Also die Clients, die längst ausgestorben sind. Und die Beacons nehmen unter 1 Prozent der Airtime weg. Ergo die Empfehlung diesen Unsinn dringend auszuschalten, wenn es die Software des Access Point Herstellers überhaupt erlaubt.
IEEE802.11b verwendet als Modulation DSSS mit einer spektralen Bandbreite von 22MHz bei einer konfigurierten Nutzbandbreite von 20MHz. Alle jüngeren Normen verwenden OFDM. Bei Konfiguration 20 MHz breiter OFDM Kanäle kannst Du davon ausgehen, dass die Überlappung so schwach ist, dass keine gegenseitige Beeinträchtigung stattfindet. Genauer, die Abstrahlungsleistung jenseits der Kanalbandbreite ist schwach genug, um die Nachbarkanäle eben nicht zu stören. Nur deshalb kann in Europa auch ein 4-Kanal Schema - ohne Lücken im Spektrum - verwendet werden. Die Mittenkanäle 1,5,9, und 13 führen wie von mir bereits gesagt zu einer vorteilhaften Verwendung des gesamten EU 2,4GHz Bandes, weil sie gar keine Lücken mehr zwischen den 4 Kanälen im 80MHz breiten EU 2,4GHz WLAN Spektrum lassen das den Amis nicht zur Verfügung steht. Deswegen sind sie beim Schema 1,6,11 geblieben, das für die Zeit von DSSS gemäß IEEE802.11b auch notwendig war.

Deutschland als Länderkonfiguration ist richtig. Der 2. Satz ist ein ganz schlechter Tip. Mit meinem Tip optimiert man nämlich nur 1 Mal. Einen ZigBee Kanal zu verändern ist so viel Arbeit, dass es unbedingt vermieden werden sollte. Man muss nämlich danach alle Clients wieder neu anmelden. Und ebenfalls die WLAN Optimierung muss nur einmal stattfinden, wenn man sich an meinen Rat hält. Der ist keinesfalls der nachrichtentechnisch optimale, sondern der optimale aus Praxissicht. Ich schaue auf 4 Jahre intensiver Beobachtung der WLAN Funker meiner Siedlung zurück und kann guten Gewissens behaupten, dass sich von ungefähr 60 Access Points keine nach dem WLAN 4-Kanalschema richten, das in der EU möglich ist. Es gibt nur 2 Typen von Access Points: Solche, die automatisch einen Kanal der drei gemäß US Schema wählen und solche, die irgendeinen Kanal wählen und damit im Wesentlichen Störfunker darstellen, weil die Kooperation nicht klappt, wie Du richtig bemerktest. Wenn Access Points das EU Schema nutzen sind das Profigeräte, die von Profis im Firmenumfeld konfiguriert wurden. Ich habe zudem 2 Jahre Erfahrung nach Kuratierung aller Acess Points zumindest in meinem Mietshaus durch händische Konfiguration - mit maximalem Aufwand. Um final festzustellen, dass insbesondere die meisten der in Deutschland vorherrschenden Fritzboxen sich einen Scheißdreck um händische Konfiguration scheren, und eine automatische Kanalwahl im EU 4-Kanalraster in der Software nicht vorgesehen ist. Irgendwann funken sie wieder auf einem Kanal gemäß US Schema, fallen also in den Automatikmodus zurück. Egal wie oft man ihnen eine EU Kanal vorgibt. Der AVM Service hat das Problem gar nicht verstanden, dass wenn manuelle Kanawahl draufsteht die Automatik auch aus sein muss. Und damit wird das EU Schema leider zum Störenfried einer ignoranten Welt der Geräteanbieter, weil der Mainstream eben auf US Schema besteht. Und die meisten Nachbarn konfigurieren ihre Router eh nicht. Meisten herrscht Hersteller-default.
Warum ist der Verzicht auf das 4-Kanal EU Schema dann eine Optimalkonfiguration? Ganz einfach. verschiedene Geräte, die den verschiedenen 2 Schemata folgen, können nicht kooperieren. Und damit müssen sie kaputte Übertragungen wiederholen und verbrauchen somit wesentlich mehr airtime als wenn alle im gleichen Schema funken. Und diese Automatik lässt sich eben auch nicht sicher ausschalten. Eine händische Optimierung gemäß EU-Schema im Automatikumfeld, das das US-Schema durchdrückt ist nicht möglich. Deshalb ist Dein Tip, immer mal wieder zu optimieren ein schlechter Tip. Es nützt nichts. Es sei denn, Du wohnst im alleinstehenden Haus, du nutzt keine AVM Geräte und Du bist willens, alles händisch zu konfigurieren. Aber genau das hatte ich bereits etwas kürzer in der Anleitung gesagt.

DAs stimmt. Sofern Du keine dieser ignoranten Fritzboxen nutzt, kannst Du zumindest Deine Access Points anders optimieren. Mein Tip: Spare es Dir, sobald Du auch nur einen Nachbarn Wand an Wand oder Decke an Decke hast - oder eben eine dieser Fritzboxen. Es könnte eine der ignoranten sein. Wenn Du Dein Netz in einem nicht-US Schema optimierst, benötigt Dein WLAN mehr airtime. Wesentlich mehr als wenn es mit dem Funker des Nachbarn kooperiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass das gelingt ist am Größten, wenn Du meinem Rat folgst.
So, und am Ende dieser umfangreichen Antwort auf Deine Thesen sind wir noch lange nicht bei der Optimierung des Gesamtkunstwerkes angelangt, sondern haben bisher nur WLAN optimiert - unter dem Gesichtspunkt eines unwissenden Nutzer-Umfelds. Und nach all dem schlägt noch Bluetooth Low Energy gnadenlos zu, denn da kannst Du gar nichts konfigurieren. Genausowenig wie bei den anderen Funkdiensten im 2,4GHz Band wie die aufkommenden IOT Präsenzdetektoren, aber auch so profane Sachen wie Funkmäuse, die nicht Bluetooth nutzen und und und.

Meine ganzen länglichen Antworten werden die wenigsten lesen. Das wollte ich meiner Anleitung nicht antun, und deshalb habe ich da im Wesentlichen nur das Optimierungsergebnis rausgehauen. Trotzdem ist es sehr lang geworden.

:crayon:by HarryP: Zusammenführung Mehrfachpost (bei Änderungen oder hinzufügen von Inhalten bitte die „Bearbeitungsfunktion“ anstatt „Antworten“ zu nutzen)

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Hallo Gurumir, ich bin in dieses Forum gekommen, weil die Videos auch für Halbwissende verständlich sind. Halbwissende können auch die Begriffe WLAN, Zigbee und Bluetooth geistig zuorden, wenn sie auch alle WLAN sind.

Respekt für die Ausdauer.

Kann dem nur zustimmen. Nahezu alle Router gehen automatisch nur auf die US Kanäle.

Es gibt auch Hardware wie z.b. Sonos die nur 1,6,11 überhaupt zu lassen oder Arlo von Netgear bei dem man es gar nicht erst einstellen kann.

Ein Zusatz noch, leider gibt es auch nette Nachbarn die meinen man könnte mit 40Mhz Kanälen wirklich mehr Performance raus holen obwohl es meist im dichten Umfang sogar schlechter ist.

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Nunja, wer ein Anleitung schreibt, hat ja nun einen Anspruch, der schon begründet “verteidigt” werden will.

Musstest Du das ansprechen? Diese Unsitte quält mich. Es gibt ja auch Spezialisten mit WLAN Verstärkern. Aber trotzdem Danke. Es sind aus meiner Erfahrung aber eher die Hersteller. In meinem Umfeld funken 2 Access Points gerne mal mit 40 MHz Bandbreite, die sich aber andauernd umkonfigurieren. So oft macht das kein Normalsterblicher. Das sind auch die, die ALLE Kanäle des 2,4GHz Bereiches wählen, sich also an überhaupt keine Konvention halten. Deswegen ist ja eine händische Optimierung so mühsam bis unmöglich. Man rennt einfach ständig unreifen Automatiken hinterher. Unwissen sitzt auch bei den Herstellern.
Diejenigen, die aber besonders hartnäckig, also immer 40MHz Bandbreite beanspruchen sind in meinem Umfeld ein Kühlschrank von Samsung und ein Saugroboter. Genausoschlimm: Viele ESP32 fallen oftmals in den 40MHz Modus. Ich spare mir aber die Arbeit, hier Sündenböcke zu identifizieren. Kostet einfach zu viel Lebenszeit. Und so lang sie nur ungenutzt ihre beacons versenden ist die verlorene airtime ja auch gering. Es sind aber dennoch ausgerechnet die IoT Funker. Also die, die bis auf den Staubsauger für die live-Videoverbindung mit mickrigen Datenraten daherkommen. Weshalb beispielsweise ausgerechnet ein Kühlschrank glaubt, seinen Hotspot mit 40 MHz aufmachen zu müssen? Das ist echt fahrlässige Spektrumsverschwendung. Aber gegen Ressourcenverschwendung ist nun mal kein Kraut gewachsen. Im Gegenteil. Marketingleute glauben ja, WLAN mit 4GBit brutto sei toll. Und so setzt sich der Bandbreitenwahn im 6GHz Band IEEE802.11 ax und be fort. Klar geht das. Über welche Entfernung? Ich sach ma so. Ein Kabel ist doch durch nichts zu ersetzen. Und speziell für die niedrigen Datenraten im Rennen um das schnellste WLAN wären ax und be ein irrer Fortschritt, schlicht für alle WLAN clients. Wenn denn endlich die clients alle ax oder be sprächen.
Aber ax und be sind ein ganz anderes Thema als dieser thread.

Ja das ist ein anderes Thema. Leider gerade im IoT Bereich viel zu viele Geräte die gar kein AX unterstützen auch heute noch.

Zum Grundthema hab einen Nachbarn dessen Router ab und an auch meint blöd zu hüpfen. Sorge auf meinem Outdoor AP per Script in openWrt nachts dafür daß er wieder seinen Platz findet. :wink:

Der Kühlschrank sollte mal ins WLAN eingebunden werden damit er den Quatsch mit dem HotSpot lässt.

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