Tibber oder fester Stromvertrag? Erfahrungen/Empfehlungen

ok danke, hast du dann einen Helfer für deinen Stromtarif angelegt?

Ich bin jetzt erst seit dem 1.1. bei Timber und komme aus einem alten Vertrag mit 42 Cent/kWh.
Wir haben 9,4kWp PV mit (wenig steuerbaren) 10kWh Senec Speicher und einen VW-eUP mit 30kWh Batterie. Im April wird eine WP dazu kommen.
Das Angebot unserer Stadtwerke lag bei 32Cent und der erste Monat ist ernüchternd:
Obwohl ich zu günstigen Phasen fast 60kWh aus dem Netz in den Speicher geladen habe komme ich auf einen Schnitt von 34Cent bzw. ca. 35,5 Cent wenn ich die Lade/Entladeverluste hinzurechnen. Trotz Auto und Speichereinsatz habe ich ich es nicht geschafft unter den Timber Durchschnittspreis von 35 Cent zu kommen und bei so langen Hochpreisphasen wie in diesem Januar ist der Autospeicher zu klein um das überbrücken zu können. Oft ist der Preis auch Nachts nicht unter 35 Cent gefallen.
Die Krux bei unserem Speicher ist, dass ich automatisch nur die Netzbeladung starten und stoppen kann. Will ich verhindern, dass er sich bei zu geringer Preisdifferenz schon wieder entlädt muss ich in den Keller laufen und ihn manuell aus-, und später wieder einschalten. Das macht es lässtig und führt oft dazu, dass es sich trotz geringer Preisdifferenz schon in den Hausverbrauch entlädt.
Dazu kommt, dass in der Tibber-App abundzu angezeigt wurde, dass der Pulse am Zähler keine Daten geliefert hätte obwohl die Bridge konstant blau leuchtet. Bin gespannt auf die erste Monatsrechnung, gehe aber davon aus, dass ich so eh bald die WP da ist wieder wechsel.

PS Update: Ende Mai habe ich Tibber wieder gekündigt und bin zu Octopus Heat mit festen Tarifzeiten über den Tag gewechselt.
Die WP ist inzwischen eingebaut und der Termin für das Smartmeter ist noch im Juni.
Interessant wird es dann im Oktober/November.

Ich habe beruflich viel mit dem Thema zu tun. Wie so oft: Pauschalisierungen im Sinne von “Dynamische Stromtarife lohnen sich nie” oder “Dynamische Stromtarife sind immer vorteilhaft” sind immer grundfalsch und Ausdruck von fehlendem Verständnis. Es kommt auf die individuelle Konstellation an.

Ein paar Grundgedanken zu dem Thema:

  1. Photovoltaik wird aktuell sehr viel schneller ausgebaut (plus ca. 15 GW p.a.) als die Last im Netz wächst. Die Spitzenlast im Netz liegt im Sommerhalbjahr bei etwa 65 GW. Wir haben bereits über 100 GW an PV-Leistung in D installiert. Und nur, weil die Sonne scheint, geht auch die Stromerzeugung aus Windkraft, Laufwasser und Biomasse nicht auf null. So wie über weiten Teilen Deutschlands die Sonne scheint, wird im Sommerhalbjahr der Strompreis um die Mittagszeit erwartbar sehr häufig gen Null gehen. Wir werden immer größere Zeiträume mit Börsenstrompreisen von und unter Null haben, was dynamische Stromtarife theoretisch attraktiv macht. Wer aber eine eigene Photovoltaikanlage betreibt, wird immer dann, wenn der Börsenstrompreis im Sommer auf oder unter null fällt, noch günstigeren eigenen Strom produzieren und von diesen niedrigen Börsenstrompreisen bei Tibber, Ostrom, Awattar, Octopus usw. kaum profitieren. Ab diesem Jahr dürfte es endlich wieder auch einen ordentlichen Ausbau der Windkraft geben, so dass auch im Winterhalbjahr die Chance für zeitweise günstige Börsenstrompreise steigt.

  2. Ab April gibt es nicht nur dynamische Börsenstrompreise sondern auch variable Netzentgelte. Damit werden zeitweise Endverbraucherpreise von 6 Cent/kWh bzw. nach der Wahl (beabsichtige Senkung der Stromsteuer) ggf. auch von 4 Cent/kWh realistisch - inkl. sämtlicher Gebühren, Netzentgelte und Steuern. Da können sich wirklich drastische Kostenvorteile ergeben. Die variablen Netzentgelte schwanken nicht mit der aktuellen Nachfrage, sondern die Verteilnetzbetreiber legen ein Jahr im Voraus ein Gebührenmodell mit Zeiträumen für Niedrig-, Normal- und Hochtarif bei den Netzentgelten fest. Mein Netzbetreiber senkt z.B. im Winterhalbjahr (Q1 + Q4) für jeweils 7 Stunden am Tag das Netzentgelt von 11,1 Cent auf 1,1 Cent/kWh. Hochinteressant für Wärmepumpen. Aber jeder der 866 Verteilnetzbetreiber in D legt sein eigenes Modell fest und deshalb wieder wie oben: Jede Pauschalisierung verbietet sich.

  3. Wer PV-Speicher hat, den er auch mit Netzstrom beladen kann oder wer eine Wärmepumpe mit einem großen Wasser-Pufferspeicher hat, der kann zu Zeiten mit günstigen Strompreisen Energie speichern und hat dann eine größere Wahrscheinlichkeit, mit dynamischen Stromtarifen zu sparen. Weil die Unsicherheiten bezüglich des Strommarktdesigns und bezüglich variablen Netzentgelten so groß sind, lohnt es aber nicht, sich extra Speicher anzuschaffen, um mit dynamischen Stromtarifen sparen zu wollen. Länger als ein Jahr im Voraus kann man das nicht überblicken und in diesem Zeitraum amortisieren sich entsprechende Investitionen nie.

  4. Es geht bei dynamischen Stromtarifen nicht darum, aufwändig jede einzelne kWh Verbrauch zeitlich zu optimieren. Eine moderne Waschmaschine oder ein moderner Geschirrspüler verbrauchen 150-200 kWh pro Jahr. Ob die kWh 10 Cent teuer oder billiger ist, macht dann 1,50 Euro/Monat aus. Es geht darum, vor allem Großverbraucher wie Elektroautos und Wärmepumpen zeitlich zu optimieren und - sofern vorhanden - Speicher intelligent einzusetzen. Das ist nicht so viel Aufwand.

  5. Oberste Prämisse bei der Stromversorgung ist, dass der Strom nie ausfallen darf. Es muss jederzeit genug Erzeugungs- und Übertragungskapazität vorgehalten werden, damit es nicht zu einem Ausfall kommt. Kapazitäten vorzuhalten, die dann nur 10 von 8760 Stunden im Jahr genutzt werden, ist unfassbar teuer. Wir müssen deshalb schauen, dass wir möglichst viel Last in Zeiten mit niedriger Nachfrage und niedrigen Preisen verschoben bekommen, um weniger ausbauen und weniger Reservekapazität vorhalten zu müssen. Menschen ändern ihr Verhalten aber nur, wenn sie einen Vorteil haben. Den können sie nur bei dynamischen Stromtarifen haben. Wenn immer mehr Menschen ein Elektroauto haben, abends um 18 Uhr nach Hause kommen und dann ihr Auto zum Laden anstöpseln (und sei es nur mit 2 KW ohne Wallbox), weil sie einen festen Stromtarif haben und weil das am bequemsten ist, wird das katastrophale Auswirkungen auf die Strompreise haben, weil wir um 18 Uhr ohnehin immer eine Lastspitze haben. Es ist gesellschaftlich also sehr wünschenswert, dass immer mehr Menschen in dynamische Stromtarife wechseln. Das würde sehr dazu beitragen, die Energiewende bezahlbar zu halten. In anderen Ländern haben teils schon die Hälfte aller Haushalte dynamische Stromtarife. Warum soll das in D nicht möglich sein?

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Ich habe nur im Energie Dashboard den Preis eingetragen.

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Current Spot - Tibber Strompreise auf der Smartwatch mit interaktivem Grap :bar_chart:

Hallo zusammen!

Passend zur Diskussion über dynamische Stromtarife: Als Tibber-Kunde wollte ich die aktuellen Spot-Strompreise immer schnell auf meiner Smartwatch sehen können, ohne jedes Mal das Handy rauszuholen. Da es keine offizielle Tibber-App für WearOS gibt, habe ich kurzerhand selbst eine entwickelt: Current Spot!

Neu: Interaktiver 24h-Preis-Graph! :bar_chart:
Gerade frisch veröffentlicht:

  • Visualisierung aller Preise** für heute oder morgen auf einen Blick
  • Farbkodierung: Grün-Cyan = günstig, Orange = mittel, Rot = teuer
  • Touch-Interaktion: Mit dem Finger über den Graph wischen für exakte Preise & Zeiten
  • Swipe-Geste: Horizontal wischen zum Wechseln zwischen “Heute” und “Morgen”
  • 1h / 15min Intervalle: Umschaltbar zwischen stündlicher und viertelstündlicher Ansicht

Perfekt, um auf einen Blick zu sehen, wann die beste Zeit zum Laden des E-Autos oder für die Waschmaschine ist! :high_voltage:

Weitere Features:

  • Aktuelle Spot-Strompreise in Echtzeit (stündlich/viertelstündlich)
  • 24-Stunden-Preisprognose
  • Anzeige der günstigsten Zeiten
  • Watch Face Komplikation für den aktuellen Strompreis
  • WearOS Tiles für schnellen Zugriff vom Watchface
  • Übersichtliches Design mit Tibber-Branding

Datenschutz:
Die App speichert alle Daten nur lokal auf eurem Handy und versendet keine Daten über das Internet (außer den direkten Abruf von der Tibber-API). Euer Tibber-Token bleibt bei euch!

Beta-Tester gesucht:
Ich suche noch 10-15 Tibber-Kunden mit WearOS-Smartwatches (Galaxy Watch, Pixel Watch, TicWatch, etc.), die Lust haben, die App zu testen und Feedback zu geben.

So könnt ihr mitmachen:

Schritt 1: Google-Konto bereit machen

  • Öffnet Google
  • Stellt sicher, dass ihr eingeloggt seid (euer Name steht oben rechts)
  • Falls nicht eingeloggt → auf “Anmelden” klicken

Schritt 2: Google Gruppe beitreten

Schritt 3: Beta-App installieren

Schritt 4: Testen und Feedback geben
Feedback gerne hier in den Kommentaren! :speech_balloon:

Die App ist komplett kostenlos und als Community-Projekt gedacht. Ich bin selbst Tibber-Kunde und habe sie gebaut, weil ich sie selbst haben wollte. Wenn sie anderen auch hilft, umso besser! :blush:

Hinweis: Current Spot ist eine inoffizielle Third-Party-App und wurde nicht von Tibber entwickelt.

Freue mich über Tester und Feedback!

Viele Grüße
Ivan

[Screenshot vom interaktiven Graph anbei]

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Bin gerade bei Tibber und werde wieder gehen. Habe eine PV-Anlage und bin von März bis Oktober stromautark. Meine Überschussregelung über HA für die Wallbox hat eine Hysterese und zieht bei Wolken schon mal kurz aus dem Netz ungeachtet des Preises. Im Schnitt bin ich da bei 31,85ct/kWh für die 8 kwh die ich im Juli gezogen habe. Die Kosten sind dann aber gar nicht nachvollziehbar. Die Grundgebühr ist nicht mehr die, welche man mir bei Vertragsabschluss genannt hat und mit den variablen Kosten so vermischt, dass man es nicht nachvollziehen kann. Schreibt man die an, dann antwortet ein KI-Bot. In der dunklen Jahreszeit wenn ich dann Strom aus dem Netz brauche ist der Durchschnittspreis viel höher als bei einem Festpreisanbieter.