"Nachlassverwaltung von HA nach -dem- Ableben"?

Eigentlich ist das eine philosophische, oder vielleicht auch psychologische Frage.
Das Wesen des Todes ist, dass man alles abgibt, was das Leben ausmacht.
Dazu gehört auch die Verantwortung dafür, was mit den Lieben passiert.

Aus meiner Sicht sind Gedanken bezüglich dem, wie die Überlebenden mit dem umgehen, was man selbst geschaffen hat, Ausdruck dessen, dass man als lebender Mensch einfach den Gedanken nicht ertragen kann, dass man irgendwann keine Kontrolle mehr hat. Keine Rolle mehr spielt. Der Überlebenstrieb erträgt den Gedanken an das eigene Ableben einfach nicht. Die Geschichte ist voll mit Beispielen, wie Sterbende über testamentarische Bestimmungen, über Jahrzehnte hinweg, nach ihrem Ableben in die familären Verhältnisse der Nachkommen eingreifen wollen.

Es ist aber so, dass es nicht die Verantwortung des Ablebenden ist, wie die Überlebenden ihr Leben weiter gestalten werden. Dazu kann auch gehören, dass ein Leben ohne 5 Außenkameras für die meisten Menschen tatsächlich keine Katastrophe darstellt.

Man kann das Ganze vielleicht sogar noch weiter denken: Vielleicht lebt die Partnerin ohne den Partner und ohne sein HA ein neues Stück Leben, das genau so erfüllt sein wird?

Das geht einem natürlich fürchterlich ans Ego. Aber in vielen Fällen lebt ein Partner selbst nach dem Ableben eines geliebten Menschen freier, oder vielleicht sogar besser als zuvor.

Aus diesen Gründen frage ich mich nicht, wie jemand mit meinen Hinterlassenschaften umgehen wird.
Weil ich es sowoeso nicht kontrollieren kann.

Gruß von Mich

3 „Gefällt mir“

Bin ich tot, habe ich kein Problem mehr außer meine Browser-History.

4 „Gefällt mir“

Warum sollte das dann noch dein Problem sein?

3 „Gefällt mir“

:green_heart: :white_check_mark: :+1: :sun_with_face: :smiling_face:

Hallo liebe Leute, bis hierher möchte ich mich für alle Eure Antworten bedanken. Ich konnte viele neue Aspekte in meiner kleinen Gedanken-Welt “integrieren” und neue Gedankenansätze und Perspektiven lesen!
Inhaltswiederholung: Dankeschön für die zahlreichen Antworten!

Mir persönlich hat der Eintrag von #MichT sehr gefallen, der es wie viele andere Einträge auf den Punkt bringt. Ich kreuze hier keine “Lösung” an, und hoffe man kann den Eintrag “quelloffen” stehen lassen, da hin- und wieder doch noch einer mit einer Idee rumkommt.

PS. Am Ende muss ich feststellen, dass ich nie in einem Forum angemeldet oder so aktiv war wie hier. Aber hier hab ich das Gefühl “angekommen” zu sein - so in etwa wie: “Heimat ist dort wo das Herz ist”.

In dem Sinne, angenehmen Sonntag Abend.

2 „Gefällt mir“

Darüber habe ich schon öfters gegrübelt und bin zu keinem vernünftigen Ergebnis gekommen. Es geht in meinem Fall ja schon damit los, dass meine Frau nicht in der Lage ist das Heimkino in Betrieb zu nehmen. Läuft alles über ein iPad — aber man muss nun doch zwischen zwei maximal drei Apps unelgeant hin und her springen.
Ich betreibe mit dem HA ca. 150 Shellys. Habe eine für mich gute Doku. Aber jemand anderer? Das aufgeworfen Problem liegt meines Erachtens bei uns selber machen wollen Typen. Bei KNX oder Loxone wird die Hardware von denen eingebaut und und du sagst, was du wie steuern willst und die machen es für dich. Lediglich kostet das dann ordentlich Geld. Da kann man getrost den Löffel abgeben und die machen für die die Hinterbliebenen die Programmierung weiter.
Auch wenn bei mir der Elektriker die Shellys eingebaut hat, Ahnung von Anlernen oder Haus Programmierung hat er keine. Das angenehme an den Shellys, sie brauchen keine Zentrale, wenn sie ausfällt, sind sie halt dann dumm ohne HA, funktieren aber per Schalter.
Selbiges Problem ergibt sich aber nicht nur bei Todesfällen sondern auch bei Objketverkauf. Kann sogar wertmindernd sein.
Lösung für HA kenn ich ehrlich gesagt keine, außer auf einen „Standard“ umzusteigen der extern betreut wird.

2 „Gefällt mir“

Hallo, gleiche Situation bzgl. der Enddiagnose und soweit es die Technik betrifft noch etwas schlimmer, weil ich nämlich z.Zt. von FHEM auf HAS umsteige, aber natürlich bis jetzt nicht fertig bin. Ich baue ganz auf eine einwandfreie und gute Doku, die Frauchen zumindest versteht. D.h., dass ich die Doku mit ihr zusammen mache. Ich gehe davon aus, dass es nach mir jemand gibt, der dann über die Doku und die guten Foren/Videos wie dieses und die es darüber hinaus noch gibt, weiterhelfen kann. Ich sehe übrigens mehr “Zündstoff” bei den elektronischen Teilen, als bei der Steuerung. Bei FHEM habe ich an der Steuerung seit Jahren nicht viel anpassen müssen. Außerdem habe ich schon nach meinem Ausscheiden aus dem Berufsleben gedacht, wie soll das nur weitergehen und es ging weiter :grinning:. Insofern carpe diem und um mit Christoph Sieber zu sprechen “weitermachen, weitermachen”

1 „Gefällt mir“

Wieso kommt mir bei dem Thema ständig “Mary ist tot (und arbeitet noch)” von DEKAdance in den Sinn?

2 „Gefällt mir“

Ich hab zwar (hoffentlich) noch ein paar Meter bis zur Zielgeraden, aber der eine oder andere Schickschalsschlag im Bekanntenkreis hat zum Nachdenken angeregt.

Ich hab alle meine Geräte mit einer eindeutigen ID nach einem nachvollziehbaren Schema bezeichnet, die sowohl in HA verwendet wird als auch auf den Geräten steht. Sofern irgendwo fest verbaut, ist dies dokumentiert, z.B. der Shelly im Garagentorantrieb.
Ich verzichte möglichst auf Scripte und selbst erstellten YAML Code sondern versuche es über die UI zu regeln. Da schränkt zwar manchmal etwas ein, bisher hat es aber ganz gut geklappt. Ansonsten dokumentiere ich die Auomation.
Bis auf zwei Beleuchtungen lässt sich aber alles auch ohne HA bedienen, und auf die beiden Beleuchtungen könnte auch verzichtet werden, bzw. gegen eine einfach 433 MHz Fernsteuerung getauscht werden, die noch irgendwo im Keller liegt.

Passwörter liegen in einem Passwortsafe, Zugriff darauf ist entsprechend dokumentiert.
Ebenfalls dokumentiert ist, wie administrativ auf die versch. IT Geräte (NAS Box, ESXi Server, Router, WLAN,…) zugegriffen werden kann. Auch diese tragen, sofern physikalisch, einen eindeutigen Namen, auch wenn ggf. eigentlich eindeutig erkennbar, wie z.B. die Fritzbox.
Wie was zu starten ist, ist ebenfalls dokumentiert.

1 „Gefällt mir“

Zu meiner Erleichterung ist man in meiner Familie und meinem Bekannten- und Freundeskreis so technikfern, dass ich da generell nicht für einen Nachfolger-Admin sorgen kann oder muss, nur für einen mehr oder weniger geordneten Rückbau.

Am besten wäre das Hinterlegen dieser Forenadresse mit Zugangsdaten, damit mal um Hilfe bitten kann, aus der Region, also Elbe-Elster oder Tha Sala.

Aber aktuell habe ich zunächst mal vor, meine Rente zu erreichen.

2 „Gefällt mir“

Man kann alles dokumentieren ob das dann noch jemand liest bekommt man nicht mehr mit.
Meine Smarthome-Installation ist ja eine meist sehr dynamische Sache. Es gibt Dauerläuferautomationen an die man sich selbst kaum noch erinnert und anderes was mal eben gemacht wird.
Irgendwann geben die Sensoren mit Batterie den Geist auf, sollte man da auch was machen?
Ach, meine Nachkommen sollen alle so RICHTIG traurig sein wenn ich die Düse zugekniffen habe und sie im Dunkeln sitzen :wink:

2 „Gefällt mir“

Moin,
bewegendes Thema.

Diese Frage stellte ich mir schon vor 30 Jahren.
Da hatte ich eine Idee für eine “schlaue” Treppenhausbeleuchtung auf Basis einer kleinen Industrie-SPS.
Die Gründe warum ich dann doch klassische Elektro-Schaltertechnik verwendet habe, sind später eingetroffen. Die SPS wurde abgekündigt, ich habe kein Programmiergerät mehr und im Bekanntenkreis kann es sowiso keiner (obwohl da auch Elektriker dabei sind).

Als ich dann vor ein paar Jahren begann mich mit HA zu beschäftigen, kam dieser Gedanke wieder und ist im letzten Lebensaschnitt relevanter als damals (da waren es lange Dienstreisen).

Als Konsequenz ist mein HA “defensiv/informativ” ausgerichtet und erlaubt die eine oder andere Komfortfunktion, z.B.:
Das “Haupt”-Raumlicht geht weiterhin über den normalen Wandschalter. “Ambiente”-Lichter dagegen über HA.
Kühlschrank mit Power Plug, obwohl mich ein fester Shelly gereizt hat.
Meine Regenwasseranlage läuft auch ohne Shelly und ESP weiter, ebenso die Heizung … beides im informativen HA-Betrieb.
Also, aktive HA-Funktion gehen in Richtung “Komfort” und eine Ausfallbetrachtung gehört immer dazu.

Meine Frau hat also weiterhin Licht, Brauchwasser und die Bude warm. Komfort geht halt verloren bei HA-Ausfall. Die Informationen, die mehr zu meinem “unterhaltungswert” dienen, interssieren sie sowiso nicht.

Also bei “wirklichen” Problemen ohne HA, kann immer ein Elektriker/Heizungsinstallateur hoffentlich etwas bewirken.

Ein weiterer Gedanke ist hierbei auch, was ist wenn HA “normal” ausfällt, wie lange brauche ich um das wieder hinzubekommen. Oder, ich bin mal im “zeitlich beschränkten Ausfallmodus”.

Meine Gedanken dazu…

Gruß
Frank
“Man wird geboren um zu sterben”

2 „Gefällt mir“

Zwischenmeldung: Chapeau ! ( Hut ab ! ) und meine größte Achtung vor den Einträgen hier auf meine Eingangsfrage! Ich würde denken, ich konnte aus euren Erfahrungen und Gedanken bisher viel für mich “mitnehmen”. Mittlerweile komme ich zu dem subjektiven persönlichen Schluss, Wir haben eher ein Luxus-Hobby-Problem, wie es nur in einem Hochentwickelten Technologie-Land möglich ist. Ist es nicht so, dass es eher die große Spielwiese für Erwachsene ist. Ja, ganz klar, irgendwann is Schluss / Sense / Ende Legende. Ich sitze vor meinen 2 Bildschirmen, 2 x Tablets auf meinem behinderten gerechten Stuhl und versuche die Welt um mich rum so zu erleben und zu steuern wie es mir noch möglich ist. Jetzt habe ich mich aber ertappt, ich bin eine Egoist. Es dient nur Mir selbst, was zum Geier hat meine Partnerin damit zu tun ? Ja genau Nichts. Vor Jahren musste ich mein Kellerhobby aufgeben, was darin bestand im Maßstab 1:120 TT ( Table-Top ) den Keller auf 4 m x 1,20 zu zupflastern. Es ist exakt das Gleiche, man baut sein Leben an der Modellbahn, wenn man dann “ablebt” steht die Frau vor ner Platte mit Gleisen, 2 Vitrinen voll mit Loks und Waggons. Sie wird folgendes machen: Stück für Stück bei Ebay-Kl.-Anzeigen veräussern, bzw. noch schlimmer "verschenken". Ich bekomms dann zum Glück nicht mehr mit. Was unweigerlich zu dem Gedanke führt: " Lieber das ganze investierte Geld sparen, und für Frauchen im hier und jetzt ausgeben - Wäre das nicht sinnvoller ? " Sicher wäre es sinnvoller, aber ein Hobby braucht der Mensch, ob Wir uns nur einreden, es sei eine Verbesserung oder in wie fern es wirklich real stimmt, das es eine Verbesserungs im hier und jetzt ist, sei dahingestellt. "Jäger und Sammler" aber was sind wir Smartler denn nun ? - eine neue Evolutionsstufe ? —> Am Ende sind für mich mehr Fragen hinzugekommen als das ich eine Lösung fand…aber sei es drum: “carpe diem” Nutze den Tag o.s. ähnlich…

Admin bitte helfen, ich weis nicht warum zwischendrin das in Blockschrift hervorgehoben ist. Dankeschön.

Grüßle Marco und habt nen schönen & sonnigen Restsonntag ! :green_heart:

1 „Gefällt mir“