Licht-Steuerung, deren Basics auch ohne HA weiter funktionieren

Hallo,

nachdem ich bisher meine Beleuchtung (meist Philips Hue und nicht steuerbare LED-Lampen(mit Schaltsteckdose)) über HA-Automationen (Helligkeit, Bewegung, Tageszeit/Helligkeit) und extra Taster (IKEA E1743 u.Ä.) gesteuert habe, geht es mir zusehends auf den Wecker, dass ich dauernd dafür sorgen muss, dass außer Strom, Tastern und Lampen auch noch die ganze übrige Hardware (HA-Rechner, ZigBee2MQTT, MQTT-Broker, Matter-Border-Router, FritzBox, DNS, DHCP) fehlerfrei laufen muss, damit auch nur irgendeine Lampe angeht.

Deshalb versuche ich seit längerem, die Grund-Funktionalität (Licht an/aus und ggf. dimmen) sicherzustellen auch ohne dass diese Geräte laufen. Bisher habe ich folgendes probiert/angedacht:

  • ZigBee-Binding
    Nette Idee aber leider in der Praxis eher unbrauchbar. Funktioniert wohl selten über Hersteller-Grenzen hinweg oder hat so lustige Einschränkungen wie: bis Firmwareversion x.y.z nur für Gruppen, ab FW-Version a.b.c nur für einzelne Geräte. Wann kommen Geräte, die nur Montags oder zu Weihnachten funktionieren :slight_smile:? Vielleicht ist das ja in der Geräte-Klasse ab 50+€ besser, als in der von mir präferierten.
  • Shelly-Aktoren in den Schalter-Dosen
    Ich habe mir ein paar Shellys besorgt (vor 1-2 Jahren) und damit ein paar Tage rumgespielt: Ja, das macht eine guten Eindruck und läuft vermutlich auch noch in 10 Jahren störungsfrei. Leider muss man viel Schrauben und an 230V rumfummeln, was ich als Nicht-Elektriker eigentlich gar nicht darf. Und wo noch keine Steuer-Kabel liegen, muss man die auch noch verlegen. Bisher aus Zeitmangel auf Eis gelegt :frowning:. Außerdem ist das Dimmen über Phasen-An-/Abschnitt-Steuerung wohl auch eher Steinzeit und deutlich sub-optimal (Ich muss nicht alles dimmen, aber an ein paar Stellen hätte ich es doch gerne).
  • Matter-Bindings
    Endlich eine vernünftige Umsetzung der Grund-Idee aus ZigBee; und Gemini schwärmt mir davon vor, als sei es der Sack der Zwerge. Nur leider funktioniert es nicht - wie bei ZigBee - schlecht, sondern meist gar nicht, weil es nicht implementiert ist :frowning: In einem Posting - ich glaube in diesem Forum - stand, dass derzeit nur gut 30 von fast 4000 Matter-Geräten Binding können.

Ehe ich jetzt anfange doch mit viel Aufwand die Shelly-Lösung einzubauen oder gar einbauen zu lassen, würde ich gerne wissen, ob euch nach andere Lösungen für das Problem einfallen. Vielleicht gibt’s ja Shellys mittlerweile mit Matter (mit Binding) oder ZigBee-Binding funktioniert doch und ich bin nur zu blöd?

Hallo,

ich empfehle dir für so einen Anwendungsfall Homematic IP.

Da gibt es zwischen den Geräten Direktverknüpfungen.

Ich weiß nicht was für Steuerkabel du meinst. Nach meinem Wissen sind alle Shellys über Funkprotokolle verbunden.

Nur müssen beim Shelly auch das Netzwerk laufen. Bei Homatic weiß ich nicht wie die Verbindung funktioniert.

Homematic IP ist auch eine Funkverbindung. Die Direktverbindungen sind ähnlich den Bindings bei Zigbee.

Es gibt die Gen4 Shelly Aktoren, die können neben WLAN auch Matter und Zigbee.

Wenn WLAN oder Zigbee Mesh ausfallen, hat man keine Smarthome Funktionen mehr, aber Schalter funktionieren weiterhin weil die Shellys auch als einfache Relais arbeiten.

Viele Shellys haben einen Schaltereingang, der intern ausgewertet werden kann.
Ich habe es jetzt nicht getestet, ob dieser Eingang nur den Status des Schalters weiterleitet oder sogar intern selbst eingestellt werden kann.

Vielleicht wäre das zumindest eine Option, wenn nur noch Strom da ist und man nur das Licht schalten will.

Vielleicht hat das ja schonmal jemand ausprobiert, bei Shelly habe ich da auf die Schnelle nix gefunden.

Da wäre noch Zwave mit Groups/Associations.
Dimmen habe ich noch nicht getestet … aber Ein/Aus TOP!

Gruß aus L.E.

Ich habe aus der Zeit mit FHEM (ca. 2014) immer noch 6 Heizungsventile und 2 Türsensoren von HomeMatic (das ist der Vorgänger von Homematic-IP) im Einsatz, die ich über eine in Docker laufende Software-CCU2 auf einem RaspberryPi und die alte HomeMatic-Integration in HomeAssistant integriert habe. Das läuft alles - bis darauf, dass ich die CCU2 jede Nacht durchstarten muss, weil sie ein Speicher-Leck hat - recht gut.

Als sich vor 8-9 Jahren über Nacht zwei HomeMatic-Geräte (ein Bewegungsmelder und noch was Anderes) sich weigerten zu arbeiten, weil sie angeblich mit einem Anti-Klau-Passwort gesperrt seien, obwohl ich diesen Blödsinn nie aktiviert hatte, war der Kauf weiterer HomeMatic-Komponenten dann allerdings für mich gestorben (eine Entsperrung der Geräte hätte mich 20 oder 30 € pro Gerät plus Porto gekostet).

Ich habe auf dein Posting hin mal kurz nachgesehen, was denn HomeMatic IP heute so kann und kostet. Dabei fiel mir folgendes auf:

  • HomeMatic IP benutzt (wie auch das alte HomeMatic) eine proprietäre Funktechnik. Man braucht auf alle Fälle einen zentralen Adapter (Raspi-Funkmodul, CCU (oder wie das heute heißt)), der nur von dieser Firma hergestellt wird.
  • HomeMatic IP ist nach wie vor recht hochpreisig (1½ - 4 mal so teuer wie andere Komponenten, selbst wenn man IKEA und den Ali-Baba-China-Kram mal außen vor lässt).
  • In der Wikipedia-Beschreibung zu EQ-3 (Hersteller von HomeMatic IP) fand ich die Aussage, dass HomeMatic IP eine Cloud benutzt und den Satz “Auch bei Nichterreichbarkeit des Homematic IP Cloud-Services (zum Beispiel bei Ausfall der lokalen Internetverbindung) bleiben manche Funktionen erhalten.“ Das ist gleich aus zwei Gründen ein absolutes NoGo: Ausfall-Sicherheit und Daten-Hoheit.
    Bei meiner Suche nach Komponenten stolperte ich über eine Home Control Unit (~300€), die es ermöglicht, das Ganze ohne Internetzugang zu betreiben. Also geht’s wohl doch ohne Cloud. Vielleicht kann man ja auch mit einer eigenen Smart-Home-Lösung (z.B. HomeAssistant) ohne die HomeMatic-Firmen-Cloud direkt den günstigen CCU-Nachfolger ansprechen; aber das ist jetzt reine Spekulation.

Alles in allem ist also - für mich - HomeMatic IP keine ernsthafte Lösung. Aber Danke für den Tipp.

Ging mir am Anfang genauso, hatte von nix Ahnung und Traumata aus Kindheitstagen. Ich bestellte dann für die ersten eine Firma und bezahlte… und der Elektriker wurde ein Freund der mir die Schaltungen im Haus erklärte.
Mit Shellies kannst Du auch schalten wenn HA down ist.

Die HCU kannst du lokal betreiben und dennoch den Komfort der App nutzen (Nachteil ist der hohe Preis der HCU)

Die CCU .. und Rasperry Pi Varianten arbeiten auch lokal. Nachteil ist die veraltete / gewöhnungsbedürftige Bedienoberfläche.

Das ist ja der Kernpunkt meines Wunsches: Ich möchte, dass die Grundfunktion der Licht-Schaltung (an/aus und evtl. dimmen über die Lichtschalter) auch ohne Smart-Home, WLAN, Kabel-Netzwerk oder Internet-Anschluss funktioniert. Wenn Computer-Kram ausfällt, ich längere Zeit weg bin, das Haus verkaufe und meine Computer mitnehme oder meine letzte Reise auf den benachbarten Friedhof antrete, soll das Haus genauso benutzbar sein, als wäre hier nie ein HomeAssistant tätig gewesen.

Bei der Shelly-Lösung kommen hinter die vorhandenen Lichtschalter Shelly-Relais, die mit dem jeweiligen Schalter gesteuert werden und selber die Lampe steuern.

  • Ein einzelner Schalter schaltet den Shelly und der schaltet das Licht. Wenn man dimmen will – was vorher nicht ging - ersetzt man den Schalter durch einen Taster und nimmt einen Shelly-Dimmer.
  • Bei einer Wechselschaltung (2 Schalter) gilt das Gleiche nur das man nur in einer der Dosen einen Shelly braucht. Wenn man dimmen möchte, ersetzt man die Schalter durch Taster und benutzt einen Shelly-Dimmer.
  • Bei mehreren Tastern für eine Lampe ersetzt man das Stromstoß-Relais im Keller durch einen Shelly oder knotet die Kabel im Keller zusammen und setzt den Shelly in eine der Schalter-Dosen. Da hier schon Taster verwendet wurden, kann man mit einem Shelly-Dimmer auch dimmen.

Das bedeutet, dass man die bereits vorhandene Verdrahtung verwendet und keinerlei Smart-Home, WiFi etc. benötigt um die alte oder sogar eine bessere Funktionalität zu erreichen. Zusätzlich hat man über die Funkverbindung der Shellys mit HomeAssistant o.Ä. die volle Kontrolle mit jeder gewünschten Automation. Bei Auszug: Computer mitnehmen, Shellys drinlassen (kost nix, Ausbau wäre teurer) und alles ‘Normale‘ geht auch ohne Smart-Home. Bei Mietwohnung ist ein Rückbau natürlich relativ einfach möglich.

Die mir bisher (vor 1-2 Jahren) bekannten Shellys benutzten als Funk-Technik WiFi (Übertragung REST und/oder MQTT) und teilweise BlueTooth LE (für Handy-App). Wenn sie mittlerweile ZigBee oder Matter over Thread könnten (ZigBee: ja, Matter over Thread: jein … es wird langsam, nützt nur mit Binding) wäre man in der Lage, sie mit zusätzlichen Schaltern oder Lampen zu verbinden, ohne Kabel verlegen zu müssen. Alles unter dem Aspekt, dass Smart-Home und/oder WiFi ausgefallen oder nicht mehr vorhanden sind und trotzdem alles Wichtige (schalten/dimmen des Lichts mit den Lichtschaltern) noch läuft.

Bei einer ZigBee- oder Matter-Binding-Lösung würde ich die vorhandenen Lichtschalter ausbauen und die vorhandenen Kabel in der Dose bei Schaltern verbinden und bei Tastern öffnen. Dann würde ich das Loch entweder zumachen und über-tapezieren oder die Taster für das neue System über einen selbst-gedruckten mechanischen Adapter mit Spreiz-Ankern in die (fast) leeren Dosen klemmen. Dann reden die Taster per Binding mit den ihnen zugewiesenen Lampen und alles funktioniert - auch ohne SmartHome, WiFi etc. - wie vorher - oder sogar besser. Da die Lampen zusätzlich mit dem Smart-Home verbunden sind, kann ich auch hier beliebige Automationen benutzen.

Die Binding-Variante ist moderner, leichter einzubauen und dimmt besser (Phasen-An-/Abschnitt-Steuerung flackert gerne mal) aber das nützt leider nichts, wenn das Binding entweder nicht oder nicht zwischen den benutzten Komponenten funktioniert oder gar nicht erst implementiert ist (wie bei den derzeitigen IKEA-Komponenten).

Deshalb meine Frage, ob jemand eine schlaue Lösung hat :slight_smile: