Da ich seit dem letzten Update viele Fragen bekommen habe, hier mal eine Beschreibung und Anleitung (geschrieben von Basti für die Website)
Smart Charging – wie es funktioniert
Was Smart Charging macht
Smart Charging lädt deinen Hausakku gezielt aus dem Netz, wenn Strom günstig ist und die Sonne voraussichtlich nicht reicht. Ohne Smart Charging lädt der Akku nur mit Sonnenstrom. Mit Smart Charging füllt er sich zusätzlich nachts oder in billigen Stunden auf – aber nur so viel, wie nötig, damit tagsüber Platz für Sonnenstrom bleibt.
Der Nutzen: Du beziehst Netzstrom dann, wenn er billig ist, und nicht dann, wenn er zufällig gebraucht wird. Bei dynamischen Tarifen und Tarifen mit Zeitzonen macht das den Unterschied zwischen 20 ct und 35 ct pro kWh.
Wer macht was
- Grid Price Monitor (GPM) kennt die Preise und entscheidet, welche Stunden „günstig" sind.
- Solar Forecast Stats (STATS) kennt Akku, Verbrauch und Solarprognose, trifft die Ladeentscheidung und schaltet den Akku.
Smart Charging braucht deshalb beide Integrationen. Alle Einstellungen findest du an einer Stelle: auf der Seite Smart Charge in STATS.
Was einmalig eingerichtet wird
Unter Einstellungen → Solar Forecast Stats → Konfigurieren → Batterie trägst du die Anlagenkonstanten ein. Das sind Werte, die sich nicht ändern:
- Batteriekapazität in kWh – Pflicht, damit STATS Kilowattstunden in Prozent umrechnen kann.
- Maximale Ladeleistung in kW – wie schnell der Akku aus dem Netz laden kann. 0 heißt unbegrenzt.
- SoC-Sensor – der Sensor, der den Füllstand des Akkus meldet.
- Ladeschalter – die Schalter-Entität in Home Assistant, mit der die Netzladung ein- und ausgeschaltet wird. Ohne Schalter rechnet STATS die Empfehlung, schaltet aber nichts.
Die Wechselrichter-Nennleistung übernimmt STATS aus Solar Forecast ML.
Was du auf der Smart-Charge-Seite einstellst
Batterie & Ziel
- Aktiv – schaltet das Netzladen ein oder aus. Aus = nur Sonnenladung.
- Modus – wie Smart Charging entscheidet (siehe unten).
- Ziel-SoC – bis zu diesem Füllstand wird bei günstigem Strom geladen.
- Min. SoC – unter diesen Füllstand soll der Akku nicht fallen. Smart Charging lädt mindestens bis hierhin nach.
- Max. SoC – höher wird aus dem Netz nie geladen. Etwas unter 100 % schont den Akku.
Die drei Lademodi
Nur die Lücke füllen (Prognose)
STATS schaut auf die Solarprognose für morgen und deinen typischen Verbrauch. Reicht die Sonne nicht, wird genau die fehlende Menge nachgeladen – nicht mehr. So bleibt Platz für Sonnenstrom. Der Ziel-SoC spielt hier keine Rolle.
Für wen: Wer möglichst viel Eigenverbrauch will und nur im Notfall Netzstrom kaufen möchte.
Bei günstigem Strom bis zum Ziel laden (Preisband)
Ist der Strom günstig, lädt der Akku bis zum Ziel-SoC – egal, was die Sonne morgen macht. Ist der Strom nicht günstig, passiert nichts.
Für wen: Wer einen dynamischen Tarif hat und billige Stunden konsequent nutzen will, auch wenn dadurch mal Sonnenstrom eingespeist statt gespeichert wird.
Beides – der höhere Bedarf gilt (Kombiniert)
STATS rechnet beide Wege aus und nimmt den höheren Wert: die Lücke bis morgen oder den Ziel-SoC. Bei günstigem Strom wird also mindestens die Lücke gefüllt, meist mehr.
Für wen: Wer beides will: Versorgungssicherheit und billige Stunden nutzen.
Preisschwellen
Hier legst du fest, ab wann Strom für dich „günstig" ist. Diese Werte gehören zu GPM, werden aber auf der Smart-Charge-Seite gepflegt. Drei Arten gibt es:
- Fester Preis – alles unter der Günstig-Schwelle (z. B. 25 ct) ist günstig. Einfach und vorhersehbar. Bei einem festen Tarif ohne Preisunterschiede ist nur das sinnvoll.
- Unter Tagesdurchschnitt – günstig ist, was um einen Prozentsatz unter dem heutigen Durchschnitt liegt. Beispiel: 10 % bei 30 ct Durchschnitt – alles unter 27 ct ist günstig. Passt sich teuren und billigen Tagen automatisch an.
- Günstigste Stunden – nur die billigsten N Stunden des Tages gelten als günstig. Gut, wenn du jeden Tag eine feste Ladezeit willst.
Dazu die Force-Schwelle: Ist der Strom so billig, wird auch tagsüber geladen, wenn die Sonne den Verbrauch nicht deckt – zum Beispiel bei negativen Mittagspreisen. Sie muss unter der Günstig-Schwelle liegen.
Alle Regler schreiben sofort. Die gleichen Werte gibt es auch als Home-Assistant-Entitäten (Schalter, Auswahl, Zahlen), falls du sie in Automationen nutzen willst.
Was die Seite Smart Charge anzeigt
Statuszeile oben
Ein Satz, der sagt, was gerade passiert und warum. Zum Beispiel: „Strom liegt gerade in deinem Preisfenster – der Akku lädt aus dem Netz bis zum Zielstand." Oder: „Strom liegt in deinem Preisfenster, der Akku wartet trotzdem – später ist der Strom billiger." Daneben Chips mit Füllstand und Ziel, seit wann geladen oder gewartet wird, wie viel kWh noch geplant sind und wann das nächste Preisfenster beginnt.
Ist alles eingerichtet?
Ein Start-Check, der fehlende Teile nennt: keine Kapazität, kein Ladeschalter, GPM nicht verbunden, GPM im Demo-Modus. Solange etwas fehlt, steht dort „Einrichtung unvollständig".
Live Smart-Laden
Die aktuellen Werte: Ziel, aktuelle Aktion, aktueller Preis, Force-Schwelle, Solarprognose heute und morgen.
Ökonomischer Ladeplan
Die Entscheidung im Detail: Jetzt laden, Abwarten oder Keine Netzladung. Dazu, wie viel jetzt vorgesehen ist, wie viel für später, was eine gespeicherte kWh tatsächlich kostet (inklusive Speicherverluste) und mit welchem Zukunftspreis verglichen wurde. So siehst du, warum STATS wartet, obwohl der Strom gerade günstig ist – meist, weil ein noch billigeres Fenster kommt.
Günstige Stunden heute und morgen
Die Stunden, die GPM nach deiner Schwelle als günstig markiert hat. Fehlen die Preise für morgen noch, steht das dort.
48h Smart-Lade- und Preisverlauf
Ein Diagramm mit 24 Stunden Vergangenheit und 24 Stunden Vorschau: Strompreis, günstige Stunden, Netzladung des Akkus, Solarertrag. Die rechte Hälfte ist Prognose und entsprechend markiert.
Kennzahlen im Zeitraum
- Smart-Netzladung: wie viel kWh Smart Charging aus dem Netz geladen hat
- Ø Ladepreis: was diese kWh im Schnitt gekostet haben
- Smart Ersparnis: was du gegenüber dem Durchschnittspreis gespart hast
Hardware- und Kapazitäts-Analysen
Ein Blick auf die Anlage: An wie vielen Tagen war der Akku voll? Wie viel Überschuss konnte nicht gespeichert werden und was hätte ein größerer Akku netto gebracht? Dazu Solar-Jahresbilanz, Autarkiequote, Akku-Durchsatz und Vollzyklen. Am Ende eine Empfehlung: Akku passt, oder ein größerer könnte sich lohnen.
Sicherheitsregeln, die immer gelten
- Ohne SoC-Sensor wird nicht aus dem Netz geladen (Sicherheits-Standby).
- Über Max. SoC wird nie geladen.
- Tagsüber bleibt im Prognose-Modus Platz für Sonnenstrom; nur die Force-Schwelle darf das übersteuern.
- Fehlen GPM-Preissignale, ist die Netzladung aus – nur das Laden nach Prognose läuft weiter.
- Fehlt die Batteriekapazität, passiert gar nichts, und die Seite sagt dir, wo du sie einträgst.
Bilder:
Hilft das, ist es einfach zu verstehen? - Sollen wir, Basti und ich, eine ähnliche Anleitung für alle speziellen Funktionen erstellen?
Zara + Basti



