aktuell stehe ich vor der Wahl zwischen diesen drei Wechselrichter Herstellern Fronius/SMA/Kostal und ich möchte natürlich den Wechselrichter in HA integrieren. Lokal versteht sich und ohne Hersteller Cloud.
Wichtig wäre mir dabei, dass ich dies ohne Hersteller SmartMeter integrieren möchte.
Bei Fronius scheint dies ja recht unkompliziert via Modbus TCP zu funktionieren. Ist dies bei SMA und Kostal (hier habe ich gelesen, dass dies über Plenticoins und in Kombi mit SmartMeter GW nur geht) auch der Fall? Wie sind eure Erfahrungen dazu und wie habt ihr die Wechselrichter integriert?
Ich verstehe den Ansatz ehrlich gesagt nicht ganz, einen Premium-Wechselrichter zu wählen, dann aber auf das – im Verhältnis zu den Gesamtkosten der Anlage – recht günstige Smart Meter zu verzichten.
Unsere PV-Anlage läuft seit Juni 2021 mit zwei Fronius Symo-Wechselrichtern und dem Fronius Smart Meter. Über Modbus TCP – entweder mit der Fronius-Integration oder, aus meiner Sicht noch besser, über die generische SunSpec-Integration – bekomme ich komplett lokal und ohne Cloud eine Vielzahl an Sensoren in Home Assistant.
Dabei stehen nicht nur die üblichen AC-Werte wie Erzeugung, Bezug und Einspeisung zur Verfügung, sondern sogar die einzelnen DC-Werte pro MPPT-String. Diese nutze ich unter anderem für SMFL/Stats (hier im Forum gibt es dafür ja einen eigenen Bereich) - sprich, einen möglichst präzisen SFML Solar Forecast (Drei Panel, Ost, West, Süd mit insg. 28kWp) - Auch sehe ich ggf. auf auf Panel Ebene, falls etwas im Argen sein sollte.
Aus meiner Sicht gehört eine gute Modbus-Implementierung heute einfach zu einer vernünftigen PV-Anlage – gerade wenn Home Assistant ein wichtiger Bestandteil der Hausautomation ist. Ohne diese Möglichkeiten wird vieles unnötig kompliziert, endet schnell im Gefrickel, oder geht gar nicht.
Generell benötigst Du aber das Fronius Smartmeter nicht, aber dann fehlt Dir:
Netzbezug
Netzeinspeisung
Hausverbrauch
Eigenverbrauchsquote
ggf. benötigt:. * Regelung einer dynamischen Einspeisebegrenzung
Danke für die Rückmeldung. Mir geht es in erster Linie darum, dass ich über die IR Schnittstelle des Stromzählers schon die Werte für
Netzbezug
Netzeinspeisung
Hausverbrauch
Eigenverbrauchsquote
schon habe und mich deshalb frage, warum ich dann zusätzlich noch ein SmartMeter mit einbauen soll? Also sprich, können die typischen Werte wie DC Werte MPPT-String, AC Erzeugung, etc. schon direkt vom Wechselrichter via Modbus abgeholt werden oder muss ich hier zwingend ein SmartMeter einbauen. Das dies natürlich im Verhältnis zum Gesamtpreis nicht ins Gewicht fällt das stimmt schon. Aber aktuell benötigt jeder Hersteller ein eignes Gateway (von der Wallbox bis zum PV Überschusstab, etc.) und ich ja gerade den Scharm von HA (div. Sensoren mit div. Aktoren verschalten) nutzen möchte und mich nicht auf einen Hersteller festlegen möchte. Das nur zum Hintergrund.
Danke für den Tipp zur SunSpec-Integration. D.h. diese Integration kann ich dann direkt mit dem Wechselrichter verbinden und muss nicht über eine SmartMeter gehen?
Ein Smart Meter benötigst du aber so oder so, wenn du den Energiefluss im Haus sauber erfassen möchtest. Solltest du später ein weiteres Smart Meter für ein anderes Gerät benötigen, lässt sich das in Home Assistant häufig per Integration emulieren. So kann beispielsweise ein Fronius Smart Meter als Datenquelle dienen und dessen Werte für andere Geräte bereitstellen, etwa emuliert für ein Shelly Smart Meter oder einen Marstek CT002 in Verbindung mit einem Marstek-Batteriespeicher.
Bei einem meiner beiden Fronius Symo-Wechselrichter ist eine Datamanager-2.0-Karte verbaut. Diese stellt die Netzwerkkommunikation für beide WR bereit und ermöglicht unter anderem Modbus TCP sowie die Fronius Solar API. Ob dein potentieller Wechselrichter bereits einen integrierten Datamanager besitzt oder eine Nachrüstung erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Modell ab. Das solltest du für dein konkretes Gerät prüfen.
SunSpec-Integration:
Einfach die IP-Adresse des Fronius Datamanagers sowie die Modbus-IDs (Ports) der angeschlossenen Wechselrichter und des Smart Meters hinterlegen. Anschließend werden sämtliche verfügbaren Werte lokal per Modbus TCP als Home-Assistant-Entitäten bereitgestellt.
Gerade nochmal durch die KI gehauen weil ich nicht so viel tippen wollte:
Home Assistant
│
Modbus TCP (LAN)
│
Datamanager 2.0 (Master)
│
Fronius Solar Net (RS485)
├── Wechselrichter 1 (Adresse 1)
├── Wechselrichter 2 (Adresse 2)
├── Wechselrichter 3 (Adresse 3)
└── Fronius Smart Meter (eigene Adresse)
So funktioniert die Kommunikation
Ein Datamanager übernimmt die Rolle des Masters.
Er ist per LAN/WLAN mit deinem Heimnetz verbunden.
Die weiteren Wechselrichter sind nicht einzeln im Netzwerk, sondern über den Fronius Solar Net (RS485-Bus) mit dem Datamanager verbunden.
Jeder Wechselrichter erhält eine eigene Geräteadresse (Device ID).
Der Datamanager sammelt die Daten aller Geräte und stellt sie über:
Modbus TCP (SunSpec)
Fronius Solar API (JSON)
Webinterface
bereit.
In Home Assistant
Bei der SunSpec-Integration gibst du:
die IP-Adresse des Datamanagers an,
anschließend die Modbus-IDs der einzelnen Wechselrichter (z. B. 1, 2 und 3) sowie ggf. die ID des Smart Meters.
Die Integration liest dann jedes Gerät separat aus, obwohl alles über eine einzige IP-Adresse läuft.
Neuere Fronius-Generationen
Bei neueren Wechselrichtern (z. B. GEN24) besitzt jeder Wechselrichter einen eigenen Netzwerkanschluss und läuft als eigenständiger Modbus-TCP-Server. Dort benötigt nicht mehr zwingend ein Gerät einen separaten Datamanager als Master.
Hier die Frage/Hinweise:
Mit welcher Frequenz werden die Werte eigentlich aktualisiert? Alle 10 Sekunden?
Über Modbus dürfte die Abfrage in der Regel schneller erfolgen. Außerdem stehen sämtliche Messwerte konsistent über eine einzige Integration zur Verfügung. Das kann insbesondere bei zeitkritischen Regelungen von Vorteil sein, beispielsweise bei der Eigenverbrauchsregelung eines Batteriespeichers. Je kürzer die Aktualisierungsintervalle und je konsistenter die Daten, desto besser lässt sich der Netzbezug gegen Null regeln und desto geringer ist die Gefahr, dass sich Regelkreise durch verzögerte oder asynchrone Messwerte aufschwingen.
Ich hatte vor Jahren auch mal dieses IR-Gedöns im Einsatz gehabt - liegt aber mittlerweile auch aus besagten Gründen ungenutzt in der Schublade.
Gute Wahl! Ich meine aus einem anderen User-Beitrag in der SFML Rubrik zu erinnern, das bei den Gen24 WR bereits die Fronius eigene Integration alle Werte bis auf mppt-Ebene bereitstellt (anders als bei unseren Symo - wo dann die Sunspec-Integration die Lösung brachte).
@R_A_L_F
Solange du keinen Hybrid-Wechselrichter hast, brauchst der Wechselrichter gar kein Smartmeter. Scheint die Sonne schiebt er die Leistungs ins Netz. Nicht mehr und nicht weniger. AC-gekoppelte Verbraucher wie Wallbox, Heizstab, Brauchwasserwärmepumpe … kannst du per HA steuern. Wenn dir dafür die Abtastgeschwindigkeit deines IR-Kopfes reicht, dann geht das damit. Ansonsten kannst du irgendeinen beliebigen Energiezähler einbauen den HA auslesen kann. Egal ob Shelly oder Modbus oder sonstwas.
Anders ist es wenn ein Hybridwechselrichter und ein Batteriespeicher ins Spiel kommen. Zum Laden / Entladen der Batterie muss der Wechselrichter wissen, ob Energie vom Netz bezogen wird oder eingespeist wird. Mit dieser Information regelt der Hyrid-Wechselrichter den Energiefluss Netz - Batterie - Verbraucher.
Hierfür reicht in den meisten Fällen ein simpler Modbus-Zähler der über RS485 mit dem Wechselrichter verbunden wird. Da die Modbus-Registeradressen der Zähler von verschiedenen Herstellern unterschiedlich sind, haben die Wechselrichter-Hersteller eben Listen mit möglichen Zählermodellen.
Die ganzen Funktionen, die dir die Smartmeter / Energiemanager über die Cloud anbieten, kannst du alle auch mit HA umsetzen. Ist halt nur ein weiteres Geschäftsfeld der Umrichterhersteller. Am besten dann mit Geräten vom gleichen Hersteller oder dessen Partnern.
Ich habe Gen24+BYD+Fronius-Smartmeter + Symo.
Möchte klarstellen, der “alte” Fronius Smartmeter läuft über Modbus RTU, nicht TCP. D.h. eigene Verkabelung. Zu den neuen Smartmeter IP kann ich nichts sagen.
Die SunSpec Integration habe ich nach relativ kurzer Zeit wieder eliminiert, nach jedem HA-Update das “große Zittern” ob noch alles funktioniert, war mir zu mühsam. Ich habe es dann selbst über Modbus-Integration nativ in HA (kein Python) gemacht.
Großer Nachteil bei Fronius-Smartmeter über Gen24: Die Energiewerte werden nur alle 5 Minuten aktualisiert, selbst Einspeisebegrenzung oder Peak-Shaving Implementierung kannst du damit vergessen. Habe vor einigen Wochen einen zusätzlichen Lesekopf für Netzzähler (Mitterbaur) montiert, da gibt es die Daten im Sekundentakt. Der kann angeblich auch direkt den Fronius-Smartmeter ersetzen (Einbinden in Gen24), hab ich aber noch nicht probiert.
Aja, im Sunspec-Protokoll gibt es kein Register für aufgenommene Energie am AC-Ausgang (d.h. man kann die Rückwärtsenergie nicht auslesen, z.B. Batterie über Netz oder Symo aufladen nicht feststellen. Ich lese den Gen24 über undokumentierte (Rest-)Schnittstelle aus, da gibt es alles.
Zu den anderen Herstellern kann ich nichts beitragen.
LG!
Das ist nicht richtig, die Fronius HA-Integration liefert z.B. keine (kaum) Energiewerte, ist eigentlich fast umsonst. Ich verstehe es ehrlich gesagt auch nicht, warum die nicht gleich Nägel mit Köpfen machen. Schade. In SFML wurde auch viel Blödsinn verbreitet!
Fronius ist sicher nicht schlecht, ich habe ganz gute Kontakte dorthin, da ich gleich in der Nähe zu Hause bin. Auf der SW-Seite aber meist hinterher und die Strategie nervt teilweise extrem. Voriges Jahr einen Backupcontroller nachgerüstet, jetzt kam die schnelle Notstrom-Umschaltung, aber nur für die neuen Backup-Controller, nicht für 1 Jahr alte Geräte!
Man muss aber sagen, das was sie machen, funktioniert meistens ganz gut.
@Peter4279 Kannst du die Infos bzgl. der REST Schnittstelle noch teilen? Was hat die REST Schnittstelle mehr gegenüber der Standard Fronius Integration oder der Modbus Schnittstelle?
Irgendwie scheinst du hier einige Dinge durcheinanderzubringen.
Auch beim GEN24 werden die Energiewerte nicht nur alle 5 Minuten aktualisiert. Über die Fronius-Modbus-Integration werden die Werte in der Regel im Abstand von etwa 3–5 Sekunden bereitgestellt. Den 5-Minuten-Takt kenne ich lediglich von den kWh-Werten im Fronius Solarweb (Cloud), die für Home Assistant aber keine relevante Rolle spielen.
Zur SunSpec-Integration: Ich kenne mehrere Nutzer hier und auch aus dem PV-Forum, bei denen diese problemlos funktioniert. Du bist bisher tatsächlich der Erste, von dem ich höre, dass sie offenbar nicht oder nicht zuverlässig funktioniert hat.
Energiewerte sind kWh-Werte, wenn das nicht klar ist, erübrigt sich jede weitere Diskussion! Das habe ich z.B. mit Bödsinn gemeint, aber kein weiterer Kommentar dazu, habe mit SFML genug Zeit verschwendet.
Egal über welche Schnittstelle, Fronius aktualisiert Energiewerte intern nur alle 5 Minuten, da kriegst du sie nicht öfter, egal mit welcher Schnittstelle! Abfragen kannst du schon alle paar Sekunden, aber Energien (kWh) ändern sich nicht. Leistung (W) natürlich schon!
Danke, damit bestätigst du genau den Punkt: Peak-Shaving und Einspeisebegrenzung arbeiten mit Leistung (W), nicht mit Energie (kWh). Deine ursprüngliche Aussage war daher schlicht falsch.
Sehe ich genau so, ich brauche doch nicht jede paar Sekunden ein Update der kWh die heute schon produziert wurden, aber die aktuelle Leistung in W schon.
Es kommt natürlich auf den Use Case an den man bei Peak Shaving hat, für mich ist es in erster Linie das ich nicht an das 60% Einspeiselimit komme, was durch SO / NW Belegung aber eh schon nicht gross und Theoretisch ist. Sei´s drum, hab eben mal nachgesehen, bei mir ist in der Automation interessanterweise für das Peak Shaving noch nicht mal die aktuelle Leistung in W drinnen, sondern es ist natürlich in meinem relevant was ich grade einspeise, also die Meter 1 Power vom TS 65A-3 , die über die Fronius Modbus integration zuverlässig alle paar Sekunden geliefert wird. Ich könnte das auch über den Wattwächter am Smart Meter lösen, der jede Änderung meldet also quasi jede Sekunde, das ist aber gar nicht notwendig.
Zum Thema des Topic, ich habe jetzt seit 6 Wochen den Fronius Gen24 Wechselrichter / BYD HVS+ / TS65A-3 Meter Kombination und bin mit der Fronius / Fronius Modbus Integration für HA mehr als zufrieden. Das war u.A. ein Grund für Fronius. Keine Abbrüche, zuverlässig und einfach… Ich würde auch nicht auf den Fronius Smart Meter verzichten.
Bitte etwas genauer zwischen Solar API, Solar.web, Modbus, Leistung und Energie unterscheiden. In der aktuellen Form sind die Aussagen missverständlich und teilweise fachlich nicht korrekt.
Es gibt zwei Möglichkeiten – und gerade die Kombination macht es: Die Fronius-Integration liest lokal über das Fronius-Solar-API-Protokoll aus, nicht über die Solar.web-Cloud. Fronius Modbus Integration arbeitet ebenfalls lokal und ermöglicht zusätzlich Schreibzugriffe. So erhält man aktuelle Leistungswerte und kann Funktionen wie Einspeisebegrenzung oder Peak-Shaving umsetzen. Das Aktualisierungsintervall kumulierter Energiewerte (kWh) ist dafür irrelevant.